Quelle: Archiv MG - BRD RECHTSSTAAT DEMORECHT - Die Sorge um den inneren Frieden


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       Demonstrationsklima 1985
       

DIE OBRIGKEIT SORGT FÜR MEHR INNEREN FRIEDEN

Wasserwerfer jagen vereinzelte Demonstranten; ein Demonstrant wird überfahren; Polizeihundertschaften kesseln Protestgrüppchen ein; dreitausend Polizisten riegeln einen ganzen Stadtteil ab, um ein paar hundert Menschen auf einem Szenenstraßenfest aufzumi- schen und hochzunehmen; Schlagstock und chemische Keule machen Überstunden von Hamburg bis München, bei Anti-NPD- und Anti-Atom- Demonstrationen, gegen 'Autonome', 'Punker' und was sonst als "Chaot" ausgemacht wird. Die Polizei stellt die Gewaltfrage und beantwortet sie schlagend ---------------------------------------------------------------- Es ist unübersehbar: Gleichgültig, mit welchem Anliegen und gegen welche politischen Beschlüsse demonstriert wird, die Obrigkeit macht daraus eine unmißverständliche Demonstration ihrer Ansprü- che an innere Ordnung und bleut sie landauf, landab den entspre- chenden Adressaten ein. Die Ansprüche sind gestiegen; die Ord- nungshüter haben der verbliebenen Protestszene den Kampf ange- sagt; sie lassen generalstabsmäßig die Polizeigewalt aufräumen und das Zerschlagen von Widerstand vorführen, der ohnmächtig bzw. gar nicht vorhanden ist. Die demokratische Erlaubnis, eine abwei- chende politische Meinung kundzutun, das Demonstrati- ons r e c h t, ist jüngst im Sinne polizeilicher Überwachungs- freiheit fortgeschrieben worden. Jetzt stellt die Christenregie- rung samt SPD-Länderchefs den stattfindenden politischen Protest ganz unter polizeiliche Ordnungsvorbehalte und exekutiert an ihm ein politkriminalistisches Ideal: das obrigkeitliche Recht auf garantiert nicht störende Beschwerden und auf rücksichtsloses Zu- schlagen gegen all diejenigen, die der Politpolizei prinzipiell verdächtig sind. Die Frankfurter Ereignisse sind ein makabres Lehrstück für den Ordnungsfanatismus der Hüter der Demokratie. Und dafür, wie hilflos und verkehrt die unmittelbaren Adressaten der rechtsstaatlichen Klarstellungen auf sie reagieren - sei es friedfertig, sei es mit 'Randale'. Der Tod von Günther Sare - staatliche Demonstrationsfreiheit ------------------------------------------------------------ Der Anlaß: Die Ordnungsmacht sortiert die "Extremisten" ------------------------------------------------------- Samstag, 28. September: Justament in der offiziellen "Woche der ausländischen Mitbürger" hält die NPD in Frankfurt eine Partei- versammlung ab. Nach dem Motto 'Neonazis in unserem Quartier - ein Schandfleck für die Republik' demonstriert ein "breites Bünd- nis" besserer Deutscher dagegen mit einem "deutsch-ausländischen Freundschaftsfest". Wieder einmal bewährt sich die NPD als eine Institution, die das "kritische Potential" unwiderstehlich an- zieht, weil es die deutsche Demokratie vor den "ewig Gestrigen" schützen will - als ob die das nötig hätte. Und auch jene finden sich selbstverständlich ein, die im polizeilichen Schutz für Fa- schistenveranstaltungen eine Gelegenheit sehen, tatkräftig ihrer Auffassung Ausdruck zu geben, daß diese Demokratie keine ist, daß solche Veranstaltungen verboten gehören und Polizei und Politiker mit den Neonazis unter einer Decke stecken, weil sie gegen die zu wenig zuschlagen. Insofern nur konsequent, daß die Friede-, Freude-, Eierkuchen- Stimmung sogleich umschlägt, als die Polizei den NPDlern mit Nachdruck Zugang zum Versammlungsort verschafft. Genau damit ha- ben die Staatsschützer in Amt und Würden gerechnet und sind dafür gerüstet. Die Polizeispitzel und -provokateure sind im Einsatz; diverse Hundertschaften Polizei samt Wasserwerfern stehen in Be- reitschaft, gegen d i e "Radikalen" vorzugehen, die Wallmann und Co als Ordnungsstörer längst im Auge haben. Je schlagender, desto besser, und zwar für die Inhaber des demokratischen Gewalt- monopols, gegen das die alternativen Staatsschützer sich verge- hen. So werden die Demonstranten zum Objekt polizeilicher Ordnungsvor- sorge gemacht. Die Gelegenheit ist günstig: Erwartungsgemäß fin- det die Polizeileitung die ganze "linke Protestszene", die man für polizeilichen Geschmack ohnedies noch viel zu wenig kleinge- kriegt hat, auf einem Haufen vor; ebenso erwartungsgemäß kommt es alsbald zu einem Flaschenwurf, also zu "Ausschreitungen", gegen die unbedingt "eingeschritten" werden "muß"; der polizeiliche Einsatzbefehl lautet auf "kompromißlos durchgreifen"; Ergebnis: "700 Demonstranten und 1000 Polizisten lieferten sich eine Schlacht" (Bild). Dabei wurde der Demonstrant Sare von einem 40 Tonnen schweren Wasserwerfer überrollt und starb. Die Folgen: Die Amtsgewalt der Demokratie ----------------------------------------- und die Gegengewalt der Ohnmacht - ---------------------------------- eine vorab entschiedene Konkurrenz ---------------------------------- Die Reaktionen von Samstag, 21 Uhr an: Allgemein - bis hin zum Polizeipräsidenten "Entsetzen" und "Bestürzung"; bei den Linken dasselbe plus "Trauer" und "Wut"; Debatten, ob Sares Tod ein "Unfall" war, ein "polizeilicher Übergriff" oder gar "Absicht"; das Verlangen, daß unbedingt penible "Untersuchungen" her müssen - alles Weisen, sich über den G r u n d dieses Todesfalles zielsicher hinwegzutäuschen! Als wäre der ein Geheimnis: Wenn das Personal, das die Planstel- len des Landes Hessen für Verfassungsschutz, Bereitschaftspoli- zei, Kriminalpolizei usw. ausfüllt, seine eigens dafür entwickel- ten Mittel vom Knüppel übers Tränengas bis zum 15-Atü-Wasserwer- fer zweckgemäß, also gegen Demonstrantenleiber einsetzt; wenn diesem Personal von seinen in "Menschenführung" geschulten Vorge- setzten vor dem Einsatz klargemacht wurde, daß die Rechtsordnung unbedingt freigeräumte Straßen verlangt und die lebendigen Hin- dernisse abgeräumt gehören, die sowieso halbe oder ganze Staats- feinde sind; wenn für den öffentlichen und privaten Ordnungsfana- tismus in dem reizenden Staatswesen BRD der Polizeiprügel Beweis genug ist, daß der ein verdächtiges Subjekt sein muß, der davon betroffen wird - wenn das die Wahrheit in Sachen "innerer Friede" anno 85 ist, dann verlangt das politische Bedürfnis der demokra- tischen Herrschaft nach der k e i m f r e i e n s c h w a r z- r o t g o l d e n e n R e p u b l i k, daß Protestler die ganze Härte zu spüren kriegen, die der staatliche Gewaltapparat nur hergibt. Der ist für eben diesen Zweck aufgerüstet worden mit allem, was gut und teuer ist. Und dann soll es noch verwunderlich sein, wenn bei seiner sachgerechten Anwendung zur Demonstrationsbekämpfung einer über die Klinge springt? Also von wegen "tragischer Unfall"! Von wegen aber auch "Mord" und "Übergriff" mit voller "Absicht"! Wer so urteilt, der sieht eben doch wieder nur eine A b w e i c h u n g von seinen Rechts- und Demokratievorstellungen und wähnt üble Charaktere und/oder finstere bis faschistische Machenschaften am Werk. Die politische Schlußfolgerung liegt dann auf der Hand und ist eine ganz p e r s ö n l i c h e, m o r a l i s c h e Angelegenheit: Der Tod von "einem von uns" gibt "uns" die Kraft, das Recht und die Pflicht, "unsere" überlegene Charakterstärke mit aller mora- lischen Wucht der "Unmenschlichkeit" der anderen Seite entgegen- zustellen und Sühne zu verlangen. Auch diese Reaktion ist leicht vorauszusehen und von erfahrenen Staatsschützern vorausgesehen worden. Sonntag bis Dienstag: "Mahnwachen" am Ort des "schrecklichen Ge- schehens" und "Randale" in der Innenstadt (desgleichen in Ham- burg, Berlin, Stuttgart usw.). Was folgt aus diesem p o l i t i s c h e n G e f ü h l? Bei der einen Sorte von Leu- ten, dem "Spektrum" von Wählern von SPD, Grünen oder DKP, speist sich das "Entsetzen" aus folgender politischer Quelle: Just da, wo sie vorgeführt bekommen, wozu die einem sozialdemokratischen Innenminister unterstellte Polizeigewalt eines demokratischen Ge- meinwesens fähig ist, reagieren sie mit einem "Unglaublich! Das können wir uns einfach nicht vorstellen, daß in unserer Demokra- tie so etwas möglich ist!". Prompt machen sie i h r uner- schöpfliches Zutrauen in die Schönheit einer republikanischen Staatsverfassung zum Urteil über den S a c h v e r h a l t. Die andere Sorte von Protestlern gibt sich dagegen wieder einmal total d e s illusioniert. "Autonome" und dergleichen haben doch immer schon gewußt, daß.die staatlichen Stellen von "Faschisten" oder (was genau dasselbe besagt) von "Schweinen" besetzt sind, die k e i n R e c h t auf nichts und umgekehrt nichts als G e w a l t im Sinn haben! Erneut soll bewiesen sein, daß dieses System in nichts anderem besteht als "Repression", also unrecht- mäßiger Unterdrückung, gegen die man zum Widerstand verpflichtet und berechtigt ist! "Es geht nicht um das faschistische Schwein, das Günther Sare ge- tötet hat. Dieser Mord entspricht dem allgemeinen Vernichtungsin- teresse des imperialistischen Systems." (Ein 'Autonomer' im Stern, 10. Oktober 1985) Es ist, als hätte die "Autonomen"-Szene bloß auf einen Anlaß wie den Tod von "einem von uns" gewartet, um dagegen i h r e n mo- ralisch überlegenen Charakter wieder einmal zur Geltung zu brin- gen. Was folgt daraus, daß Sare umgekommen ist? 'Wir sind es uns selber s c h u l d i g, Rabbatz zu machen'. S i c h t r e u bleiben - ein toller politischer Zweck! Wie der Übergang von "Wut" auf "Rache" zeigt, macht' so etwas bloß Sinn, wenn man sich dabei zugleich total im R e c h t dünkt. Gegen die Staatstypen, die ein einziges Unrecht verkörperen, mit der eigenen P e r s o n, also ganz selbstgereiht, die staatlichen Kategorien von Schuld und rechtmäßiger Rache imitieren zu wollen - aus die- ser eingebildeten m o r a l i s c h e n Höherwertigkeit, verg- lichen mit den "Schweinen" von der anderen Seite, geht folgerich- tig als nächster Schritt die Propaganda der Tat hervor, d.h. man läßt der Moralkonkurrenz die Gewaltkonkurrenz folgen und bricht die Straßenschlacht mit den staatlichen Vollzugsorganen vom Zaun. "Die wollen uns festschreiben auf demokratischen Protest gegen 'Übergriffe' des Staates. Wir haben keinen Notwehrbegriff, wir reagieren nicht auf Übergriffe des Staates. Wir begreifen das im- perialistische System selbst als den Übergriff." (ebd.) Der damit angekündigte und gerechtfertigte 'Kampf gegen das Sy- stem' ist allerdings eine Veranstaltung, die sich vollkommen blind stellt dagegen, daß die Gewaltmittel der realen Demokratie schlichtweg nicht zu vergleichen sind mit dem Pflasterstein, den der "Autonome" aufzubieten hat. So daß diesem am Ende der Poli- zeiknüppel, der ihn trifft, noch zum Beweis für den moralischen, also ideellen Sieg über seine beamteten Widersacher gerät! Klar, daß d i e s e Sorte Protest sich nicht lange durchhalten läßt. Klar aber auch, daß Protest, der sich aus "Trauer und Wut" speist, im Vollzug der Straßenschlacht schon sein ganzes Ziel er- reicht hat. Er hat sich ja so gründlich von seiner politischen Heimat, der bundesdeutschen Demokratie, enttäuschen lassen, daß sich sein allerhöchster moralischer Anstand nur noch mit der pe- riodisch praktizierten Gleichung "sinnvolles Leben = Widerstand" zufriedenstellen läßt. Diese Zufriedenheit ist freilich billig genug zu haben - man braucht ja bloß seinen politischen Wider- stand als eine Art Räuber-und-Gendarm-Spiel zu veranstalten, des- sen Erfolg dann darin besteht, daß man "einen Bullen auch mal laufen sieht". Den todsicheren u m g e k e h r t e n Ausgang des Scharmützels samt den Blessuren, die man davonträgt, kann man dann als Auftrag zur Fortsetzung des Kampfes nehmen - gegen die BRD = "Schweinestaat". Ja, wenn die Sache so ist, dann ist die Versorgung mit schwarzer Kluft das einzig Senkrechte. Die Gele- genheiten zum Aufmischen lassen sich schon schaffen. Die amtlichen Gegenspieler der "Autonomen" und sonstigen "Militanten" sind auf deren Touren eingestellt. Entgegen dem My- thos vom "spontanen" Protest sind deren Aktionen für die Polizei- leitung vollständig b e r e c h e n b a r, also auch einzubauen in die polizeiliche Taktik zum effektvollen Niedermachen der "Krawall-Szene", das sich die Obrigkeit bundesweit vorgenommen hat. Sie konnte sich ja leicht ausrechnen, daß Sares Tod eine günstige Gelegenheit war, das "zur Gewalt bereite Potential" in der BRD und Westberlin herauszusortieren und fertigzumachen. Siehe Vorfälle von Sonntag bis Samstag: Demonstrationsverbot, seine Durchbrechung und polizeiliche Treibjagd auf Oppositionelle: Wallmann und Poli- zeiführung kündigen in aller Offenheit "umfangreiche polizeiliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung des Demonstrations- verbotes" an und können sich darauf verlassen, daß ihre Adressa- ten dennoch an Ort und Stelle sind und trotzig zur Selbstauslie- ferung antreten. Die polizeiliche Gewaltmaschine behält alles in der Hand (selbst das Signal zum Beginn der "Ausschreitungen": Sie braucht nur einen leeren Polizeiwagen einzeln aufzustellen, schon wird der als "Provokation" und Zeichen zum Beginn von "Randale" aufgefaßt). Kein Wunder bei den Mitteln, die sie aufbietet: vom "nachtflugtauglichen Hubschrauber", der "erstmals in Frankfurt" noch die finstersten Winkel taghell ausleuchtet, bis zu jeder Menge von Hundertschaften, die alles sehr zweckgerecht! - ihrer- seits moralisch aufgehetzt und unter passende Einsatzbedingungen gestellt sind, die keine "Trauer", aber "Wut" erzeugen; und die kriegen die Demonstranten dann zu spüren. Diese zahlen für die Genugtuung, daß sie einen Existenzbeweis an- zutreten in der Lage sind ("Demonstrationsverbot durchbrochen!" = wir halten (noch) durch!), den von oben festgesetzten Preis: po- lizeilicher Belagerungszustand für die Innenstadt, Jagdszenen er- lesenster Sorte, Einkreisung und stundenlanges Festhalten von De- monstrantengruppen - die Protestler werden von den beamteten Ge- walttätern in Uniform und Zivil mit zielsicherer Brutalität in a u s w e g l o s e S i t u a t i o n e n gebracht, wo jeder Demonstrant, auch der friedfertigste, vom dazu befugten Staats- terror vorsorglich wie ein Terrorist behandelt wird. So wird mit kalkulierten polizeilichen Knüppelorgien, mit der Erfassung jedes einzelnen Demonstranten (etliche "Unbeteiligte", die gerade Pech hatten, unterstreichen bloß noch, worauf es der Obrigkeit an- kommt!) und flankierender öffentlicher Stimmungsmache das poli- zeiliche Ziel des A u s s o r t i e r e n s und Fertigmachens der "Chaoten" gleich so gestaltet, daß eine einzige A b s c h r e c k u n g v o m D e m o n s t r i e r e n ü b e r h a u p t dabei herauskommt - wenn das nicht eine klare Antwort von oben auf die jedem Abweichler gestellte Gretchenfrage 'Wie hältst du's mit der Gewalt?' ist! Gewaltfrage - die GRÜNEN fragen mit! ------------------------------------ Grüne haben einerseits "Verständnis für jede Art von Protest" und sind andererseits strikt "dem Prinzip der Gewaltfreiheit verbun- den". Schließlich konkurrieren sie mit der SPD um Wähler und möchten zu gerne ins Wiesbadener Kabinett eintreten. Also taktie- ren sie herum und halten z.B. just den für die hessische Polizei zuständigen Innenminister Winterstein streng aus der Schußlinie, weil sie sich mit dem sonst so gut verstehen. Andererseits wollen sie sich vom SPD-Polizeiminister auch wieder abgrenzen und rügen scharf die "Unverhältnismäßigkeit der Mittel". Ihr 92-Fragen-Ka- talog macht aus dem Tod eines Demonstranten ein Rätsel, das sich für Parlaments- und Ausschußdebatten blendend eignet. So tragen sie das Alternative zur "Versachlichung des Streits" bei. Der politische Ertrag: ---------------------- Öffentliche Hetze für den totalen Inneren Frieden ------------------------------------------------- Die wirklich maßgeblichen Leute im Staat folgern aus den Ereig- nissen das, was sie immer schon gewollt haben: 1. Unsere Demokratie verdient einen totalen I n n e r e n F r i e d e n. 2. Es ist l e g i t i m, wenn die Polizei Prügel austeilt, weil die Opfer in jedem Fall selber schuld sind. 3. Eine Verschärfung des Demonstrationsstrafrechts muß endgültig jeden polizeilichen Einsatz l e g a l machen. 4. Damit die Polizei garantiert niemanden ausläßt, der ihre Be- handlung verdient, muß der Gesetzgeber die Zusammenarbeit mit dem V e r f a s s u n g s s c h u t z sicherstellen. 5. Demonstrieren muß also zu einem so großen R i s i k o für die Demonstranten werden, daß das Verbieten überflüssig wird, weil sich ohnehin keiner mehr traut. *** Volkes Stimme ------------- Die "Abendpost" in Frankfurt registrierte am 8. Oktober "Fragen" von Bürgern an den Oberbürgermeister bei einem "Telefon-Treff". Natürlich haben die "Einwohner der Main-Metropole" nicht gefragt, sondern eindeutige Antworten erteilt. Lauter herzerfrischende Be- kenntnisse zur (Polizei-)Gewalt: "'Frankfurt wird von diesen Chaoten, die sich längst als Verbre- cher entpuppt haben, kaputtgemacht - und der Polizei sind auch noch die Hände gebunden.' ... 'Wann und wie werden die Chaoten denn zur Rechenschaft gezogen?' ... 'Die Ausschreitungen gehen weiter. Man muß sich doch jetzt mal fragen: Wie kann man eigent- lich die jungen Polizisten vor diesen Gewalttätern bei Demonstra- tionen schützen?' ... 'Die Politiker sollten die Polizei mit viel mehr Sympathie begleiten. Finden Sie nicht auch?'... 'Ist mein Leben in Frankfurt noch gesichert? Seit die gewalttätigen Demon- strationen begonnen haben, traue ich mich gar nicht mehr auf die Straße. Ich habe Karten für das Karajan-Konzert, aber ich weiß nicht, ob ich hinfahren soll.'" zurück