Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION WAA - Von Wackersdorf
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WACKERSDORF UND KEIN ENDE
Die Nation baut sich zur Atommacht aus -
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Kapitalisten kalkulieren damit -
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Bürger verstehen mal wieder bloß "Umwelt".
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So geht Demokratie.
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Ein Gerücht geht um in der Öffentlichkeit. Dank der Kalkulationen
des VEBA-Konzerns sei die Wiederaufarbeitungsanlage in
Wackersdorf endgültig der "Unvernunft" überführt, das ganze
Atomprogramm der Regierung als ein einziger "Irrsinn" entlarvt;
die "Betonköpfe" hätten notgedrungen den Einwänden der AKW-
Kritiker recht geben müssen. Die "Atompolitiker" zur Vernunft ge-
zwungen durch Geschäftsberechnungen, die sie selber in die Welt
gesetzt und gefördert haben? Die "Atommafia" ein Helfershelfer
von Bürgern, denen sie Atomstrom zum Staatstarif und Strahlung
kostenlos liefern? Das kann doch nicht der Ernst sein.
Wenn die Kostenrechnung von Energiekapitalisten schafft, woran
sich Hunderttausende mit ihren Demonstrationen und juristischen
Eingaben die Zähne ausgebissen haben, dann wird doch haargenau
die Linie fortgesetzt, die den Demonstranten am Bauzaun stell-
vertretend eingebleut wurde: Staat und Geschäftswelt entscheiden,
wie es in der Atomfrage weitergeht, die Bürger haben nichts zu
bestellen, dürfen bangend oder hoffend abwarten, was auf sie zu-
kommt und sich ihren Reim darauf machen.
Welche Vernunft ist denn eingekehrt, wenn deutsche Energiemultis,
längst international verflochten, mit billigeren Alternativen zu
Wackersdorf spekulieren? Wenn sie sich bei den Franzosen einkau-
fen, weil die mit Milliarden die Anlage errichtet haben, die
hierzulande als "2-Milliarden-Rechenfehler" oder schlicht
"WAAhnsinn" gilt - ist das der vielbeschworene Einstieg in den
Ausstieg aus dem Atomgeschäft?
Und daß unsere zukunftsfreudigen Politiker jetzt prüfen, ob sich
das nationale Geschäft mit dem "atomaren Brennstoffkreislauf" wo-
möglich auch als deutsch-französisches Gemeinschaftswerk ausbauen
und kontrollieren läßt - ist das vielleicht das Eingeständnis ei-
ner "Atom-Pleite"? Verzichten sie damit auf die militärischen
Möglichkeiten der Plutonium-Technik? Oder ist die Verfügung über
Plutonium für eine deutsche Atommacht sowieso längst kein techni-
sches Problem mehr, wenn deutsche Atomgeschäfte mit aller Welt
laufen?
Eines steht auf alle Fälle fest: Steuerzahlenden deutschen Bür-
gern bleibt auch künftig nichts erspart, wenn die Regierung
Wackersdorf oder den schnellen Brüter als Unkosten des Fort-
schritts abbucht. Die Milliarden für Wackersdorf, Kalkar, die
Raumfahrt und andere nationale "High-Tech"-Anliegen zahlen sich
sowieso ganz anders aus, als die braven Strompreisrechnungen und
Steuerzahlerbeschwerden weismachen wollen.
Die Gegner der WAA appellieren an den Bundeskanzler: "Herr Kohl,
was gut für uns ist, ist auch gut für Sie!" Wo nehmen diese Leute
eigentlich ihre Zuversicht her? Wenn die Regierung heute ihre Lü-
gen von gestern blamiert - von wegen ohne eine nationale Wieder-
aufarbeitungsanlage gingen "die Lichter" und das Geschäftsleben
aus - bekommen dadurch die Bürger mit ihren alternativen Strom-
versorgungsvorschlägen, mit ihren Ängsten und Umweltschutzgedan-
ken recht?
Von den nationalen Perspektiven der Atompolitik, den Rechnungen
der Energiewirtschaft und den Täuschungen der Öffentlichkeit soll
die Rede sein auf der öffentlichen Diskussionsveranstaltung der
MARXISTISCHEN GRUPPE (MG).
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