Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION REVIS - Links von der SPD


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       Münchner Hochschulzeitung Nr. 4, 24.11.1982
       
       MSB Spartakus empfindet Erleichterung über den Regierungswechsel
       

MIT DER SPD - "IN DER OPPOSITION ZUM SOZIALISMUS"?

(Rote Blätter Extra, 9/82) "Vor lauter Autatmen (über den Wechsel zwischen Regierung und Op- position) darf man natürlich nicht alle (!) früheren Analysen über Schmidts Regierungskurs vergessen..." (RB) - Genau so fängt das große Vergessen an. Kaum ist die SPD in der Opposition, ist für den MSB auch schon eine gänzlich "Neue lage" entstanden, die einer neuen Sichtweise bedarf. Nicht, daß Sparta- kisten über Nacht vergessen hätten, wer es war, der die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen initiiert und das Sparprogramm durchgesetzt hat. - ABER: "Nach 12 Jahren sozialliberale Koalition ist dies ein bedeutender Einschnitt. Er bedeutet vor allem weiter wachsende Gefahren einer forcierten Rechtsentwicklung, einer noch bedingungsloseren Bindung der Regierungspolitik an den US Raketen Kurs, Gefahren der realen Durchsetzung einer fundamentalen Wende hin zu noch größerem Sozialabbau." (MSB, "Neue Lage" 20.9.82) Wenn die CDU den "Sozialabbau" w e i t e r treibt - worin soll da eine "fundamentale" Wende liegen? Wenn die SPD bedingungslos für die Raketen ist, wie soll das zu steigern sein? Der opportunistische Entschluß, die SPD auf jeden Fall wieder einmal als große Chance für die Linke zu propagieren, ist freilich ohne logische Bocksprünge nicht zu haben. Da muß man schon einige unmögliche Komparative bilden! "Die SPD weiß, daß sie nicht nur eine kurze Talsohle zu durch- schreiten haben wird. Sie will ihren Einfluß von unten her, von Städten und Gemeinden und aus den Betrieben heraus zurückgewinnen. Der Schmidt-Kurs ist schon erprobt. Er hat ihr (!) nicht viel gebracht. Daß Eppler recht hat, wenn er 'kein einziges großes Thema (!); daß die Partei integrieren (!) und von der CDU absetzen (!) könnte', spüren viele. Schon deshalb besteht die Möglichkeit, daß in der SPD etwas mehr Bewertungsspielraum für neue Versuche entsteht." (RB) Da hat sich der MSB wirklich einen schönen Bündnispartner auserkoren: den Willen der SPD, schnellstmöglich an die Macht zurückzukehren und dafür die Partei neu zu integrieren und zu profilieren. Der MSB ist sich offenbar mittlerweile nicht mehr zu schade, den Parteitaktikern der SPD deren eigene Kalkulation mit nützlichen Idioten links von der SPD als Weg zu neuen Erfolgen anzuempfehlen: Imagepflege, sich den Linken "öffnen" um sich so von den regierenden Christen "absetzen" zu können - wenn das keine welthistorische Gelegenheit ist! Das Schöne an diesem Hilfs-Angebot: Die SPD braucht gar nichts zu tun, um in den Genuß eines wahlstrategisch günstigen Images bei linken Kritikern zu gelangen. Sie braucht sich gar nicht zu "öffnen", weil die Restllinke ihr Herz ganz von selber der SPD geöffnet hat. zurück