Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION OEKOLOGIE - Reaktionäre Naturphilosophie
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Aktion Umwelt konkret
"11 GEBOTE FÜR EINE LEBENSWERTE ZUKUNFT
I. Ich will alles tun, um die Luft nicht zu verschmutzen.
Ich werde auf unnötige Autofahrten verzichten und wieder öfter
die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad benutzen oder zu
Fuß gehen. Als Autofahrer werde ich nicht schneller als 120 km/h
oder ein Auto mit Katalysator fahren. Zum Schutz der Ozonschicht
verwende ich keine Spraydosen mit Treibgas.
II. Ich will alles tun, um das Wasser rein zu halten.
Ich werde weniger Wasser verbrauchen. Ich kaufe nur noch umwelt-
verträgliche Wasch- und Putzmittel und dosiere sie sparsam. Gif-
tige Stoffe wie Lacke, Öle und medikamente entsorge ich als Son-
dermüll.
III. Ich will alles tun, um Landschaft und Boden zu schützen.
Ich werde keine Pestizide und keinen überschüssigen Dünger mehr
verwenden. Auch in meiner Freizeit werde ich Rücksicht auf die
Natur nehmen. Ich werfe keinen Abfall in die Landschaft.
IV. Ich will alles tun, um meinen Energieverbrauch einzuschränken
und weniger Rohstoffe zu verbrauchen.
Ich werde nur noch stromsparende Geräte anschaffen und auf jeden
unnötigen Einsatz von Elektrogeräten verzichten. Durch Wärmedäm-
mung und gesenkte Raumtemperatur verbrauche ich weniger Heizener-
gie.
V. Ich will alles tun, um Tiere zu schützen.
Ich kaufe keine Produkte mehr, für die gefährdete Tierarten ster-
ben müssen wie Pelze, Elfenbein und Krokoleder. In Tierversuchen
getestete Kosmetika und Körperpflegemittel verwende ich nicht.
Haus und Nutztiere halte ich artgerecht.
VI. Ich will alles tun, um die Vielfalt der Pflanzenwelt zu er-
halten.
Ich bepflanze meinen Garten und meinen Balkon mit möglichst
vielen verschiedenen Arten. Ich verzichte weitgehend auf Unkraut-
vernichtungsmittel. Ich pflücke keine geschützten Pflanzen.
VII. Ich will alles tun, um Anbau u. verkauf gesunder Nahrung zu
erreichen.
Ich werde Lebensmittel bevorzugen, die aus kontrolliert biologi-
schem Anbau stammen und keine künstlichen Zusätze enthalten. Ich
kaufe keine Produkte aus der Massentierhaltung. Ich kaufe Lebens-
mittel möglichst direkt beim Erzeuger.
VIII. Ich will alles tun, um Abfall zu vermeiden.
Ich werde auf unnötige Verpackungen verzichten. Ich sortiere mei-
nen Abfall. Ich kaufe Getränke in Pfandflaschen und nehme den
Einkaufskorb statt die Plastiktüte.
IX. Ich will alles tun, um Lärm zu vermeiden.
Ich verwende geräuscharme Maschinen und Geräte und nehme auf das
Ruhebedürfnis meiner Mitmenschen Rücksicht. Ich verzichte auf
Dauerberieselung durch Radio und Fernsehen.
X. Ich will alles tun, um ein umweltbewußter Verbraucher zu sein.
Ich kaufe nur Produkte, die Natur und Umwelt möglichst wenig be-
lasten. Ich zwinge die Produzenten durch mein Kaufverhalten, um-
weltverträgliche Waren anzubieten. Der Kunde ist König.
XI. Ich will alles tun, diese zehn Gebote im täglichen Leben zu
verwirklichen.
Ich werde immer wieder versuchen, Widerstände, auch meine eige-
nen, zu überwinden, meine Freunde und Bekannten zum Mitmachen zu
ermuntern und der Aktion Umwelt Konkret zum Erfolg zu verhelfen.
Ich setze mich immer für eine lebenswerte Zukunft ein: Wir haben
nur eine Welt."
Wer "in dieser krisenhaften Situation der Weltgeschichte" ganz
konkret was tun möchte "für eine lebenswerte Zukunft", dem können
wir die "Aktion UMWELT DIREKT" nur empfehlen: Jeder kann "sofort"
mitmachen, ohne daß sich ansonsten irgend etwas zu ändern
bräuchte.
Nach Dienstschluß sozusagen, neben der Erledigung der Pflichten,
die Beruf, Familie und Staatsbürgerdasein so mit sich bringen und
den kapitalistischen Laden am Laufen halten, kann jeder privat
und ganz konkret "persönliche Verantwortlichkeit und Bereitschaft
zum Handeln" zeigen, also ganz viel tun. Das Schöne daran: Häßli-
che Töne, Polemik oder gar Kritik kommen gar nicht erst auf; nie-
mandem wird auf die Füße getreten, wenn es "David gegen Goliath"
heißt. Wer immer dieser "Goliath" ist, so böse kann er gar nicht
sein, als daß es ihn stören würde, wenn der kleine David zur Ab-
wendung der diagnostizierten Katastrophe seinen "Balkon mit mög-
lichst vielen verschiedenen Arten" bepflanzt oder "Medikamente
als Sondermüll entsorgt". In Rücksicht auf das, was der einzelne
ganz konkret tun kann, ein weiterer Vorzug der Aktion, werden
keine unrealistischen Ansprüche gestellt. So werden die Gebote 12
und 13: "Ich werde keine Atomkraftwerke mehr bauen und "Ich werde
meine Raketen arten- und umweltgerecht reduzieren" gar nicht erst
ins Programm aufgenommen.
Angesprochen ist ganz konkret der Verbraucher und Käufer in uns
allen - ein ziemlich ekelhafter Zeitgenosse, der sich mit Kroko-
ledertaschen behängt und Tiere quälen läßt, der seine Heizkörper
zum Zwecke der Energieverschwendung einsetzt und mit Spraydosen
so lange die Ozonschicht bearbeitet, bis das Unglück da ist. Zu
allem Überfluß zwingt er mit seinem Kaufverhalten die große Indu-
strie auch noch dazu, möglichst viel Schmutz und Gift in ihre
Produkte zu verpacken.
Dieser passionierte Dreckspritzer ist allerdings auch guten Vor-
sätzen zugänglich. Weil er weiß, daß der Mensch als Konsument
eine einzige Umweltbelastung ist, denkt er insbesondere beim Ein-
kaufen ans Verzichten. Das macht das Leben "lebenswert" und ihn,
der mittlerweile "Freunden und Bekannten" das Radiohören madig
macht, so angenehm. Daheim dann wird's so richtig gemütlich. Da
kann er, die guten Vorsätze an "Schlaf- und Wohnzimmertür", bei
"gesenkter Raumtemperatur" und im Kreise seiner fünf verschie-
denen Mülleimer "täglich" "eigene Widerstände überwinden".
Mit ein bißchen Übung freilich ist das gar nicht so schwer. Der
umweltbewußte Konsument "verzichtet" - auf Unnötiges und Über-
flüssiges. Er kauft, was die Aufschrift "umweltverträglich" oder
"biologisch" trägt, und seine Elektrogeräte verbrauchen keinen
Strom, sondern sparen ihn, wie ihm das Werbefernsehen beweist.
Wenn e r "das Fahrrad benutzt oder zu Fuß geht", ist das Um-
weltschutz; ebenso wie der Verzicht auf "Pestizide" mangels eige-
ner Landwirtschaft. Also: Mitmachen, damit die Aktion unterstützt
wird! Wenn Sie gerade keine Zeit haben, spenden Sie Geld
("steuerlich abzugsfähig")! Schicken Sie mir Unterlagen, ich
schicke sie weiter! Und damit das alles keiner für unrealistisch
hält und abspringt, immer schön und je nachdem an einen der bei-
den Grundsätze denken: 1. "Glauben Sie wenigstens einen Moment
fest an unseren Erfolg." und 2. "Die Aktion kann natürlich nicht
mehr sein als ein Versuch." Dafür gibt es dann bitte eine
"Teilnahmeurkunde" mit Starautogramm - für praktiziertes Umwelt-
bewußtsein.
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