Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION OEKOLOGIE - Reaktionäre Naturphilosophie


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       Bremer Hochschulzeitung Nr. 73, 02.05.1983
       
       Indianischer Medizinmann an der Uni:
       

"SUN BEAR" SOMMERAUER PACKT AUS!

"Die Mäßigkeit Mäßig zu sein ist eine Tugend, die sich fast überall und immer auszahlt: Ob im Norden, ob im Süden, der Mäßige wird nie ge- mieden. Ob im Osten, ob im Westen, dem Mäßigen ergeht's am be- sten. Der Vollständigkeit halber seien hier jedoch auch jene An- lässe aufgezählt, bei denen sich Mäßigkeit nicht, bezahlt macht: beim Schlemmen, beim Lieben und bei Lohnforderungen." ("WELT IM SPIEGEL 1969, Die unabhängige Zeitung für eine saubere Welt Pro Bono * Contra Malum") Am Mittwoch den 27.04. stimmte im Uni-Kongreßsaal alles: Weil die Lebensweisheiten vom Kaliber "Ich bin klein, mein Herz ist rein" von einem indianischen Medizinmann geboten wurden, erübrigte sich für die 500 Bremer Studenten offenbar das Naserümpfen, das man ansonsten Sonntagspredigten entgegenbringt. Zumal der Mann schon aus Rassegründen garnicht unrecht haben konnte und auch noch up to date genug war, sein Morgengebet ökologisch einzufärben. Aber für einen Eintrittspreis von DM 10,- kann man ja schließlich auch einiges verlangen: "Wenn Ihr morgens aufsteht, dann denkt daran wie schön es ist, daß Ihr in diesem Tag lebt, sagt ruhig ein kleines Dankgebet. Nehmt Euch selbst nicht so todernst, sucht Gelegenheit, auch mal über Euch zu lachen. Nehmt die Sonne, den Regen, die Erde, alles was ihr von der Natur entdecken könnt, intensiv wahr, das gibt Kraft." (Sun Bear) Daß dies als Empfehlung gegen Anspruchsdenken und Hochmut gemeint war, verdeutlichte der Meister an einem Märchen, "in dem ein kleiner Käfer mit seinem Hochmut die Sterne durcheinanderbringt" und brachte damit die Untertänigkeit des ökologischen Prinzips vom "Einklang mit der Natur" auf den Begriff: Wenn Kapitalisten die Natur hochgradig vergiftet zum Gebrauch "anbieten", wenn NATO-Politiker ganze Weltgegenden in Abschußrampen verwandeln - müssen dann nicht wir alle Einkehr halten? Wollten wir alle nicht zu hoch hinaus? Muß dann nicht Frieden in unser aller Herzen Ein- zug halten? Dadurch, daß wir alle unsere schiere Existenz für eine Gnade erachten und uns dankbar mit diesem Glück bescheiden? So schön hätte es ein deutscher Pfaffe kaum sagen können. zurück