Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION LINKE - Vom langen Marsch...
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20 000 schlechte Deutsche
DEMONSTRATION DER MARXISTISCHEN GRUPPE (MG) GEGEN DEN
NATO-IMPERIALISMUS UND DIE DEUTSCH-AMERIKANISCHE
KRIEGSALLIANZ AM 10.6. IN BONN
An die 20.000 Menschen folgten dem Aufruf der MARXISTISCHEN
GRUPPE (MG) und demonstrierten am 10. Juni GEGEN DEN NATO-IMPE-
RIALISMUS UND DIE DEUTSCH-AMERIKANISCHE KRIEGSALLIANZ. Während
die Führer der "Freien Welt" im Kanzlerpalais ihren Kriegsrat
hielten und die Friedensbewegung sich im Rahmen eines Festes auf
den Rheinauen als die Vertreter eines moralisch besseren Deutsch-
land vergnügten, wandte sich der Protest der Demonstranten in der
Bonner Innenstadt betont einseitig und ohne Wenn und Aber gegen
den geplanten Krieg, seine Betreiber und Befehlshaber und ver-
zichtete darauf, "für die menschenfreundlichen Ideale imperiali-
stischer Politik einzutreten" oder sich gar zum Anwalt einer
"scheinbaren weltpolitischen Unschuld der BRD" zu machen.
Auf der Schlußkundgebung stellte sich ein Genosse für den Bund
westdeutscher Kommunisten hinter die Ziele der Demonstration und
stimmte den "Argumenten gegen den Nationalismus" der MG zu. Man-
ches von dem, was seitens des BWK zur NATO, zur Bundeswehr und
zur Politik des Imperialismus vorgebracht wird, teilen wir nicht.
Darüber wird mit den BWK-Genossen weiter gestritten werden. Gut
und nicht schlecht ist jedoch, daß erstmals eine der noch aktiven
Gruppen der Linken in der BRD mit richtigen Argumenten zu einer
Demonstration der MG aufgerufen und sich an ihr beteiligt hat.
Der Beitrag der MG auf der Schlußkundgebung befaßte sich mit den
gängigen "Lügen und Gemeinheiten" westlicher Friedenspolitik,
ging auf die mitten im schönsten NATO-Frieden laufenden Kriege im
Libanon und auf Falkland ein und schloß wie folgt:
"Wir wollen nicht Aufstehen, für den Frieden", wir sind für einen
Aufstand gegen den Krieg! Der Frieden, das ist die Welt der NATO,
wo an allen Ecken und Enden geschossen wird, um das Geschäft und
seine Freiheit zu erhalten, wo gerüstet wird, um das letzte Hin-
dernis der NATO-Weltherrschaft, den Ostblock, entweder totzurü-
sten oder - wenn es sein muß - totzubomben. Wo die Politik den
Frieden benutzt, um den Krieg vorzubereiten, muß man ihr den in-
neren Frieden aufkündigen, damit sie keine Mittel und keine Leute
mehr für den Krieg hat...
Was ist ein g u t e r Deutscher? Einer, der immer mehr für imm-
mer weniger Geld arbeitet, seine Steuern bezahlt, sich die Abzüge
abziehen läßt, alle vier-Jahre zum Wählen geht, davon überzeugt
ist, daß sich Frieden nur in Freiheit lohnt, wenn sich auch die
Freiheit für ihn überhaupt nicht lohnt! Ein g u t e r Deutscher
macht nicht nur alles mit, was von oben verlangt wird, er ist
auch noch dafür und stolz darauf, daß die Bundeswehr wieder die
größte Wehrmacht in Europa ist. Und wenn es dann wieder einmal so
weit ist, steht er stramm und schreit Hurra! Lauter g u t e
Deutsche brauchen sie, Helmut Schmidt und seine NATO-Partner,
drum sind sie so vergnügt auf ihrem NATO-Gipfel. Hier demonstrie-
ren lauter s c h l e c h t e Deutsche, mit denen man nichts an-
fangen kann, sehen gar keinen Krieg!"
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