Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION LINKE - Vom langen Marsch...
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"DEMOKRATIE SOZIAL, ÖKOLOGISCH, STRIKT RECHTSSTAATLICH"
Zu den "Knackpunkten", die erfüllt sein sollen, damit eine Demo-
kratie in den Augen der DDR-Linken diesen Ehrennamen überhaupt
verdient, gehören an erster Stelle die Eigenschaften "sozial,
ökologisch, strikt rechtsstaatlich". Das sollten sich die Vertre-
ter dieser Linie lieber noch einmal genau überlegen:
1. Eine "soziale Orientierung" der Staatsverfassung unterstellt
wie selbstverständlich, daß dank des Wirkens der in der "sozialen
Markwirtschaft" herrschenden Interessen laufend Sozialfälle
h e r g e s t e l l t werden. Und dann soll man es für ein
ehrenwertes Ziel erachten, daß die immerzu anfallenden "sozial
Schwachen" dann 'wenigstens' als offiziell anerkannte Betreuungs-
fälle gelten?
2. Eine "ökologische Orientierung" der Gesellschaft rechnet of-
fenkundig damit, daß die in einem solchen Laden gültig gemachten
Ziele der Produktion andauernd die natürlichen Lebensbedingungen
der Leute r u i n i e r e n. Und dann soll man sich dafür stark
machen, daß die Wirkungen marktwirtschaftlichen Produzierens
'immerhin' in erlaubte und nicht mehr erlaubte "Grenzwerte" sor-
tiert werden?
3. Für die - gerade im Vergleich zur alten DDR -
"unverzichtbaren" Vorzüge einer "rechtsstaatlichen und gewalten-
teiligen" Demokratie fällt DDR-Linken gerne folgendes Musterbei-
spiel ein: "In der BRD darf man gegen Berufsverbote für Linke den
Rechtsweg bis hin zum Verfassungsgericht gehen." Das ist ja mal
ein klasse Vorteil: erst sorgt der demokratische Rechtsstaat da-
für, daß Linke, die ihm mißfallen, kaltgestellt werden, weil sie
kein Einkommen kriegen, und dann dürfen die Opfer glatt noch an-
fragen, ob der Staat sich dabei auch wirklich genau an seine ei-
genen Vorschriften gehalten hat! Und dieses schöne Kompliment
kriegt die demokratische Staatsgewalt ausgerechnet von DDR-Linken
zu hören, denen die neue gesamtdeutsche Demokratie auf allen Ebe-
nen den Kampf angesagt hat ...
Fazit: Das sind vielleicht einnehmende demokratische Errungen-
schaften - erst das Z u s t a n d e k o m m e n des demokrati-
schen Kapitalismus unterschreiben, dann seine angeblichen
"Mißstände" beklagen, um sich dann ganz verantwortlich dafür ein-
zusetzen, daß sie - nein nicht unterbleiben, sondern - im Ge-
setzeswerk als Verwaltungsfälle vorgesehen sind.
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