Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION LINKE - Vom langen Marsch...


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       Gemeinsamer Aufruf  von BWK  und MG zur Demonstration am 17. Juni
       1983 in Bonn
       

GEGEN DEN BRD-IMPERIALISMUS! GEGEN DIE GEWALTSAME DEUTSCHE WIEDERVEREINIGUNG IM NATO-WELTKRIEG

1 Mit ihrem unmißverständlichen F r i e d e n s k u r s - zur Si- cherung des Friedens braucht der freie Westen inzwischen neue Atomraketen in Europa und neue Laserwaffen im Weltall, eine Null- Lösung für die sowjetische Rüstung, den totalen Rückzug der So- wjetmacht, am besten auch aus ihrem eigenen Land, und eine Staa- tenwelt, die auf jeden freiheitlichen Befehl hört! - verlangt die NATO ihrem erklärten Hauptfeind nichts geringeres ab als die freiwillige, friedliche Kapitulation. Nach dem Motto: N u r e i n e o h n m ä c h t i g e S o w j e t u n i o n i s t f r i e d l i c h! wird der Gegner aufgefordert, sich so behan- deln zu lassen, als hätte er den nächsten Weltkrieg schon verlo- ren. Eine so maßlose F r i e d e n s g a r a n t i e: das ist die NATO-Politik, die folgerichtig a u f K r i e g z u f ü h r t. Mit ihrem Verlangen nach nationaler "Wiedervereinigung" - zu dem diese Republik sich gleich durch ihr freiheitliches Grundgesetz verpflichtet hat - beansprucht die BRD nichts geringeres als die Annexion der DDR und von Teilen der VR Polen und der Sowjetunion ("Deutschland in den Grenzen von 1937"). 13 Jahre sozialliberaler Entspannungspolitik haben aus der BRD eine Weltmacht gemacht, die diese Infragestellung östlicher Souveräne im Rahmen der NATO mit ganz neuer Wucht und Bedrohlichkeit zur Geltung bringt. Ein na- tionaler Anspruch, der - wie jeder weiß! - o h n e K r i e g n i c h t d u r c h z u s e t z e n i s t. In den west-östlichen Rüstungsverhandlungen gewinnt der deutsch- amerikanisch-europäische Kriegskurs seine Gestalt. Denn diese Verhandlungen werden von den Diplomaten und Staatsführern der westlichen Welt nur zu einem Zweck inszeniert: Die Schuldfrage wird vorab entschieden; die sowjetische Seite - sie kann machen, was sie will - als Aggressor und Friedensstörer festgelegt; der Krieg zur unausweichlich "letzten Lösung" der Friedenssicherung; der "Verteidigungsfall" ideologisch vorbereitet. D e s w e g e n haben Friedensbeteuerungen und "Abrüstungsgespräche" heute Hoch- konjunktur - w i e n o c h s t e t s i n V o r k r i e g s- z e i t e n! 2 D i e s e "Sicherung von Frieden und Freiheit weltweit", diese Politik weltweiter "Verantwortung", l o h n t s i c h - für den I m p e r i a l i s m u s d e r k a p i t a l i s t i s c h e n D e m o k r a t i e n d e s W e s t e n s. Es gibt keine Weltgegend mehr, in der nicht an- dauernd "unsere Interessen" auf dem Spiel stehen, weil D-Mark und westdeutsches Kapital an sämtlichen Geschäften zwischen Rio und Shanghai beteiligt sind. Auf Weltwirtschafts- und anderen Gipfeln entscheidet die Bundesregierung maßgeblich darüber mit, wieviel Not in befreundeten wie in "unzuverlässigen" Ländern auf allen Kontinenten fällig wird. Vorn Libanon bis Nicaragua, von Hinter- indien bis Südafrika: bei jeder Schlächterei geht es irgendwie auch Sicherheit - deutsche Diplomaten und deutsche Waffen sind daher überall mit dabei. Und das soll man nicht I m p e r i a l i s m u s nennen dürfen - bloß weil die westdeutschen (Mit-)Urheber und Oberaufseher von Not und Gewalt in aller Welt dafür auch noch in Wahlen die Zu- stimmung ihrer Untertanen einholen?! 3 Wer als benutzter und betroffener Bürger meint, nationale Größe lohnt sich f ü r i h n, der wird durch die n a t i o n a l e P o l i t i k d e r "s c h w e r e n Z e i t e n" praktisch sehr handfest widerlegt. Für das weltweite Wohlergehen von Kapi- tal und Staatsmacht hat das Volk einzustehen: mit verschärftem Arbeitsdienst in den Fabriken - und einem wachsenden Arbeitslo- senheer außerhalb; mit Lohnsenkungen und staatlichen Opferpro- grammen; mit Wehrdienst und der heißen Aussicht auf Bunker, aus denen es nicht mehr lebend herauskommt. Um so mehr darf und soll es sich dafür begeistern an dem nationalen Lohn, auf den seine P o l i t i k e r so scharf sind: an "E i n i g k e i t u n d R e c h t u n d F r e i h e i t" D e u t s c h l a n d s. Sprich: an bundesdeutscher Herrschaft bis an die Oder und Neiße hinaus; an ungestörter Ausnutzung der ganzen Welt durch freiheit- liche Geschäftemacher; an einer Weltfriedensordnung, in der nur noch die Gewalthaber des freien Westens das Sagen haben. Und so sieht der Lohn für nationalistische Opferbereitschaft aus: glanz- volle Aufmärsche und markige Reden der Vertriebenenverbände; Frechheiten- und unverhohlene Drohungen gegen die DDR; Fackelzüge und Feierstunden; "Bürgerinitiativen 17. Juni"; der nationalisti- sche Stolz, daß NATO und Bundeswehr mit Panzern und Raketen das "Erbe" eines Aufruhrs im Osten antreten und durch einen Krieg mit Millionen östlichen und westlichen Leichen deren "Freiheit" si- chern bzw. herstellen wollen. 4 Jeder kennt die weltpolitischen Ansprüche der BRD; jeder weiß, daß ihre Durchsetzung Krieg bedeutet - und keiner will wahrhaben, was er da weiß. Deswegen rufen BWK und MG zum 17. Juni, dem Groß- kampftag des deutschen Nationalismus und seiner Friedensheuche- lei, auf zu einer Gegendemonstration in Bonn. Alle, - denen zwei Weltkriege reichen und die gemerkt haben, was der imperialisti- sche Frieden sie kostet, sind aufgefordert, ihren Protest anzu- melden. Gegen den BRD-Imperialismus! Gegen die gewaltsame deutsche Wiedervereinigung im NATO-Welt- krieg! Demonstration am 17. Juni in Bonn: Aufstellung: 12.30 Uhr, Schlachthof Abmarsch: 13.30 Uhr Schlußkundgebung: 15.30 Uhr, Münsterplatz zurück