Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION LINKE - Vom langen Marsch...
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Deutsche Linke und Israel
ERST KOMMT DER KRIEG, DANN DIE MORAL
Irgendwelche moralischen Skrupel bezüglich ihres blutigen Feldzu-
ges durch den halben Libanon hat die israelische Regierung nicht
gekannt. Mit der dreisten Überschrift "Frieden für Galiläa" hat
sie sich den sittlichen Freibrief für jede Palästinenserschläch-
terei erteilt. So gewiß war und ist die nationale Führung sich
ihrer unerschütterlichen Selbstgerechtigkeit, daß ihr Oberhaupt
auf dem Höhepunkt seines Krieges den Vergleich mit ähnlichen Hel-
dentaten der Hitler-Wehrmacht wie auch der westalliierten Bomben-
flotten im 2. Weltkrieg nicht gescheut, geschweige denn zurückge-
wiesen, sondern sehr offensiv selber angestellt hat, um Kritik an
den Bombennächten zurückzuweisen, die er Beirut hat bereiten las-
sen: Coventry und Dresden wären den dafür verantwortlichen Herr-
schaften von der Öffentlichkeit ihrer Nation schließlich auch
nicht zum Vorwurf gemacht worden!
Daß schließlich nach der blutig erpreßten Deportation aller be-
waffneten Palästinenser aus Beirut die christlichen Kettenhunde
Israels in den schutzlos gewordenen Flüchtlingslagern der Stadt
nach Herzenslust wüten durften, war für die Jerusalemer Urheber
des Massakers ein Zwischenschritt zur planmäßigen "Säuberung" des
Libanon von sämtlichen palästinensischen "Terroristennestern",
die Begin seinen Militärs aufgegeben hatte so stieß schon die als
"Drohung" gehandelte Malinung der westlichen Schutzmächte des
Judenstaats, er sollte wenigstens den Knigge der diplomatischen
Heuchelei beherzigen, Bedauern äußern und "eine strenge Untersu-
chung und Bestrafung der Verantwortlichen" einleiten, auf völli-
ges Unverständnis und empörte Zurückweisung.
Genauso wenig wurden die Macher und Meinungsmacher der NATO-Staa-
ten, die Israel politisch aushalten, militärisch ausrüsten, fi-
nanziell ausstatten und hemmungslos gegen jeden Sowjetverbündeten
in der Region zu Felde ziehen lassen, von einem Mangel an Selbst-
gerechtigkeit heimgesucht. Nach der härtesten Bombardierung West-
Beiruts - mit Bomben made in USA - leitete der amerikanische Prä-
sident seinen Kommentar, der hierzulande als Dokument der Empö-
rung und als letzte Warnung an Israel gehandelt wurde, mit der
Aufforderung an die PLO ein, die blutige "Lektion" doch endlich
zu begreifen und ihre Quartiere schleunigst zu verlassen. Die
heuchlerischen Ermahnungen westeuropäischer Regenten, dem Blut-
vergießen müsse durch "politische Lösungen" ein Ende gemacht wer-
den, strotzten nur so von Zufriedenheit über die neue "Bewegung",
die Israels Gewaltaktion in die "festgefahrene Lage" gebracht
hätte, und über die Chancen, die ihre "Friedenspolitik" darin
findet. Und die bundesdeutsche Öffentlichkeit bedauerte die
"unnötigen" und "unschuldigen Opfer" und sorgte sich gleich an-
schließend um die "Gefahr" einer moralischen Aufwertung der PLO
und eines Verlusts an Kredit auf Israels Moralkonto - womit klar-
gestellt war, daß ein problembewußter Mensch Israel seinen Krieg
nicht verargen darf.
All die Skrupel, die die V e r a n s t a l t e r des nahöstli-
chen Vernichtungskrieges gegen die politisch organisierten Palä-
stinenser und ihre i m p e r i a l i s t i s c h e n
P a t r o n e u n d I n t e r p r e t e n weit von sich gewie-
sen haben, haben die paar linken Kritiker des Kriegsgeschehens
sich um so ausgiebiger gemacht. Die maßgeblichen Zwecke und In-
teressen zu benennen, die sich da durch einen Völkermord empfoh-
len haben; ihnen den Schein von Honorigkeit zu bestreiten; dage-
gen zu protestieren: das erschien der westdeutschen Linken zu
viel verlangt. Stattdessen verliebte sie sich in ihr eigenes Ge-
wissen und breitet dessen Albernheiten in der Öffentlichkeit aus.
Das linke Gewissen demonstriert sich
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Volle acht Wochen hat es gedauert - längst hatten die Israelis
die Palästinenserghettos in Beirut, in die sie die im Libanon un-
tergekommenen Flüchtlinge und ihre Bewaffneten zurückgedrängt
hatten, sturmreif gebombt und geschossen; die Alternative hieß
nur noch, ob die Kämpfer der verschiedenen palästinensischen Or-
ganisationen tot oder lebendig aus ihren Lagern abtransportiert
werden sollten; westliche Staatsmänner nutzten das Ergebnis des
israelischen Feldzuges bereits ausgiebig für ihre Nahost-Diploma-
tie, indem sie sich durch live abgefilmte Distanzierungen von Is-
raels Krieg als die selbstlosesten Vermittler der Welt empfahlen!
-, dann hielt schließlich auch die Gemeinde der linken = besseren
Deutschen die Zeit für reif, sich mit einem Protest zu Wort zu
melden. Weshalb man erstens so spät, zweitens aber dennoch und
immerhin darauf kam, eine Demonstration zu veranstalten, wurde in
den beiden konkurrierenden Aufrufen zur gleichen gemeinsamen Ver-
anstaltung ehrlich notiert:
"Wir sind der Auffassung, daß die demokratische Öffentlichkeit
der Bundesrepublik und ganz besonders die Friedensbewegung zu den
Vorgängen im Libanon und zu der Katastrophe in Beirut nicht
schweigen kann, will sie nicht unglaubwürdig werden."
Die "demokratische Öffentlichkeit der BRD" hat in Wahrheit keinen
Tag geschwiegen und nicht erst auf den Aufruf der Frankfurter De-
monstrationsinitiative gewartet. Den Zeitungsmachern und Fernseh-
fritzen war gleich klar, wie dieser Krieg dem Publikum zu vermit-
teln war - am Falklandkrieg Großbritanniens hatten sie es ja we-
nige Wochen vorher erst durchexerziert -: durch unbegrenzte Sym-
pathie mit dem israelischen Kriegszweck, bewiesen durch die un-
eingeschränkte Übernahme sämtlicher diesbezüglicher Sprachrege-
lungen von Regierung und Oberkommando in Jerusalem - "Frieden für
Galiläa", "Sicherheit", "Bekämpfung des Terrorismus",
"Stabilisierung des Libanon", "militärischer Druck für eine Frie-
denslösung" usw. -; dem "kritischen" Teil wurde das tiefsinnige
Problem nachgereicht, ob für den Kriegs z w e c k der K r i e g
denn wohl das passende Mittel war, und nach dem neuen militäri-
schen Erfolg der Israelis erzählt, genau damit gerieten jeweils
die zuvor erreichten Chancen für "politische Fortschritte" womög-
lich wieder in Gefahr - womit Parteinahme für Israel und morali-
sche Distanzierung am schönsten übereinkamen.
Was andererseits "die Friedensbewegung" betrifft, so haben deren
Aktivisten tatsächlich ausgiebig unter Beweis gestellt, daß sie
ihr Gefasel vom drohenden "Selbstmord der Menschheit" zumindest
in einer Hinsicht offenbar wirklich ernstnimmt: U n t e r der
vorgestellten Endzeitkatastrophe tut sie's nicht: die realen
Schlächtereien, bei denen weder von "S e l b s t mord" noch von
Weltuntergang die Rede sein kann (unter dem Motto wird auch der
3. Weltkrieg ganz gewiß nicht begonnen und geführt!), regen diese
moralischen Menschen nur sehr wenig auf. So wenig, daß nach acht
Wochen des Schweigens und den ersten von Israel selbst eingeräum-
ten 10.000 Toten den Wortführern dieser guten Leutchen ihr eige-
nes Desinteresse zum Problem wurde - leider wieder nur zu einem
moralischen. Wie der zitierte Demo-Aufruf beweist, sahen selbst
die Aktivisten der "Bewegung" keinen Anlaß, von der moralischen
Dummheit einer Kriegskritik Abstand zu nehmen, die von den
kriegsträchtigen Zwecken der Weltpolitik nichts wissen will, son-
dern die von Fachleuten ausgetüftelte Wirksamkeit des militäri-
schen Geräts als noch zu wenig gewürdigtes Argument gegen seinen
zweckmäßigen Einsatz in Erinnerung rufen will - letzte Fans der
westlichen Abschreckungsideologie! Genau umgekehrt: V o r
i h r e m e i g e n e n I d e a l b i l d eines friedensbe-
flissenen guten Menschen meinten sie sich schämen zu müssen, der
moralischen Wucht ihres Atomkriegsprotestes meinten sie Schaden
zuzufügen, wenn sie nicht auch dem Libanonkrieg Israels einige
Aufmerksamkeit schenkten. Als müßten sie sich das R e c h t
a u f K r i t i k, und sei es eine noch so einfältig-konstruk-
tive, an der "Verteidigungsplanung" der eigenen Obrigkeit erst
dadurch verdienen, daß sie durch gleichartige Proteste gegen
j e d e b e l i e b i g e militärische "Katastrophe" unmißver-
ständlich klarstellen: Mit ihrer Kritik soll um Himmels willen
nicht der "eigene" Krieg speziell, schon gleich nicht das beson-
dere bundesdeutsche Interesse an einer gewaltsam durchgesetzten
Weltordnung ins Auge gefaßt sein, sondern wirklich b l o ß das
moralisch Bedenkliche an j e d e m Kriegsgeschehen. Nicht eine
wie auch immer beschaffene Aufwiegelung gegen die imperialisti-
sche Einigkeit der NATO-Staaten mit Israels expansiver Kriegspo-
litik war da beabsichtigt, sondern genau andersherum der untertä-
nige Beweis, daß man selbst mit seinem Protest gegen westliche
Atomwaffen auf gar keinen Fall g e g e n d i e
w e s t l i c h e P o l i t i k Partei ergriffen haben will,
sondern einzig und allein für einen um Politik und Imperialismus
unbekümmerten I d e a l i s m u s d e s F r i e d e n s.
Kriegsprotest als Verharmlosung der eigenen Einwände gegen die
Kriegsplanung der eigenen Nation: Diese Verrücktheit ist der In-
halt des Bedürfnisses, das die linken Aktivisten der bundesdeut-
schen Friedensbewegung im Laufe der israelischen Palästinen-
serschlächterei entwickelt haben; des Bedürfnisses nämlich, durch
Protest auch an dieser Stelle seine G l a u b w ü r d i g-
k e i t a l s F r i e d e n s a p o s t e l zu retten.
Dokumente gekünstelter Empörung
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Was bei dieser selbstverliebten methodischen Stellung zu Israels
Krieg an Kommentar zu standekam, ist konsequenterweise ein Doku-
ment g e k ü n s t e l t e r E m p ö r u n g. Wenn ein Protest
schon einzig aus moralischem Pflichtbewußtsein erwächst, dann
will er auch nichts als beweisen, daß sein Anlaß, die vornehm di-
stanziert und neutral so genannten "Vorgänge" und "Katastrophen"
im Libanon, jeden guten Menschen zum Protest
v e r p f l i c h t e t. Und weil "Selbstmord" und "Ende der
Menschheit" hier beim besten Willen nicht zur Debatte gestellt
werden konnten - es ging gegen einen sehr genau umschriebenen
Feind, und das Verhältnis zwischen "Selbst" und "Mord", nämlich
zwischen feindlichen Toten und eigenen Verlusten, gestaltete sich
militärisch aufs Beste! - behalf sich der linke Friedensmoralis-
mus mit der Vorstellung ganz spezieller Unmoralitäten die den Is-
raelis im Verlauf ihres Krieges unterlaufen wären.
"Dabei setzte Israel international geächtete Waffen wie Splitter-
bomben, Phosphor, Napalm und andere Waffen ein.... schreckt die
israelische Regierung selbst vor willkürlichen Selektionen nicht
zurück. ... Bis heute weiß selbst das Rote Kreuz nicht, wieviele
Palästinenser die Zionisten tatsächlich gefangenhalten,... Israel
weigert sich darüberhinaus, den Befreiungskämpfern den Status von
Kriegsgefangenen entsprechend der Genfer Konvention zu geben....
Nicht einmal medizinische Hilfesendungen können den israelischen
Belagerungsring passieren.... - Anerkennung aller Gefangenen als
Kriegsgefangene und Behandlung gemäß der Genfer Konvention!!!"
(aus dem Frankfurter Demo-Aufruf für den 21.8.)
Bescheidene Vorwürfe und Forderungen für eine Kriegsgegnerschaft;
das muß man schon sagen. International achtbare Waffen mit Ver-
bandszeug hinterher und vorschriftsmäßigem Stacheldraht um die
Gefangenenlager: Dann wäre der Krieg wohl bloß noch halb so
schlimm?! Ist die Bundesdeutsche Linke jetzt endgültig beim
Standpunkt der Mutter Teresa angelangt: Zu ändern sind die Übel
dieser Welt ohnehin nicht, also freie Bahn der Barmherzigkeit -?!
Ein solches Jammern über die M o d a l i t ä t e n einer mili-
tärischen Schlächterei taugt als Begründung für einen
p o l i t i s c h e n P r o t e s t nur zu einem: Der Kritiker
will sich seinem Gegenstand gegenüber i n s R e c h t setzen -
als ginge es der hiesigen Linken um eine K o n k u r r e n z
gegen Israel auf dem Felde der internationalen Moral, von der ja
nun wahrhaftig nicht schwer zu begreifen ist, daß sie voll und
ganz in die Welt der d i p l o m a t i s c h e n
H e u c h e l e i gehört - oder der absolut weltfremden privaten
Besserwisserei.
Unrecht schafft Perspektive
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Und weil die weatdeutschen Linken so weltfremd auch wieder nicht
sind, daß sie nicht irgendwie doch die Grundrechenart des Impe-
rialismus mitgekriegt hätten, nach der ein moralisches Recht nur
so viel taugt, wie es der schöne Schein der stärkeren Gewalt und
ihrer Erfolge ist, leiten sie sich aus dem U n r e c h t, in
das sie Israel ob seiner kriegsrechtswidrigen Kriegsführung ver-
setzt haben, auch gleich die Zukunft ab:
"Auch mit dem jetzigen Versuch der Zerschlagung der PLO wird es
den Zionisten nicht gelingen, den berechtigten Kampf des palästi-
nensischen Volkes um sein Heimatland und Selbstbestimmung zu zer-
schlagen.",
tönt es aus dem Aufruf zu einer Demonstration an genau dem Tag,
an dem der Abtransport der palästinensischen Kämpfer aus West-
Beirut begann; und einen Monat nachdem sie über die ganze arabi-
sche Welt zerstreut sind und Libanesen das Abschlachten der
schutzlos Zurückgebliebenen übernommen haben, sieht ein erneuter
Demonstrationsaufruf für den 25.9. die Lage so:
"Mit diesem geordneten Rückzug" - seit jeher die militärische
Formel, um eine Niederlage als halben Sieg auszugeben! - "wurde
eine Fortsetzung des Blutbads unter der Zivilbevölkerung und eine
völlige Zerstörung der Stadt durch die Israelis abgewendet." -
eine grausame Ironie: diese "Drecksarbeit" haben die jüdischen
Kampftruppen ihren christlich-libanesischen Helfershelfern über-
tragen! "Dies ist nicht nur ein Sieg der Menschlichkeit, ein mo-
ralischer Sieg der palästinensischen Befreiungsorganisation" -
die Selbstgerechtigkeit des Opfers ist noch allemal die billigste
Dreingabe zur Niederlage! -, "sondern durchkreuzt auch die is-
raelischen Kriegsziele. Es ist der PLO gelungen, den Fortbestand
wichtiger militärischer Strukturen zu sichern." - als wäre es
ganz belanglos, daß den "Strukturen", sogar den "militärischen",
das nötige Personal von den Israelis weggeschossen oder per De-
portation genommen wird. Mehr noch, recht betrachtet soll die
Niederlage der PLO in Wahrheit ein Sieg gewesen sein: 'Ihre poli-
tischen Positionen sind heute weltweit so stark wie nie zuvor.'"
Das ist schon ein seltsames Bedürfnis: der Sache, mit der man
sympathisiert, unausweichlichen Erfolg zu prognostizieren ausge-
rechnet, wo man eine ihr zugefügte Niederlage zum Anlaß nimmt,
für sie öffentlich einzutreten! Will man sich dadurch selber Mut
machen? Wohl kaum: Ein praktisches Anliegen der westdeutschen
Linken, für das sie aus einem eingebildeten Erfolg der PLO eine
ebenso eingebildete Hoffnung schöpfen könnte, gar ein zielbewuß-
ter Antiimperialismus, ist weder in den Aufrufen noch in den
drumherum verfaßten Artikeln noch irgendwo auszumachen. Die Er-
wähnung einer vorgeblichen "palästinensischen Revolution" -
"Stillschweigende Duldung erfährt dieser Vernichtungsfeldzug
durch verschiedene arabische Regimes, die damit hoffen, verhin-
dern zu können, daß der Funke der palästinensischen Revolution
auf ihre Länder überspringt." -
liegt von vornherein jenseits jeder, sei es auch falschen, Vor-
stellung irgendeines sachlichen Zusammenhangs zwischen Antiimpe-
rialismus und Revolution oder gar zwischen den Abwehrgefechten
der Palästinenser und den Aufgaben einer linken Opposition hier-
zulande; wie aus Nostalgie wird die radikale Vokabel nur mehr
aufgenommen, um die Sache in die Gefilde des arabischen Feudalis-
mus zu verweisen. Der eigenen Obrigkeit kommt diese "Opposition"
nicht mit einer Klarstellung und Kritik ihrer imperialistischen
Interessen im Nahen Osten und ihrer zynischen Bequemlichkeit, was
die Durchsetzung dieser Interessen durch Israel betrifft, sondern
mit dem vernichtenden Vorwurf, sie richtete sich ja gar nicht
nach großherzigen Sprüchen:
"Auch die Bundesregierung, die manchmal von Selbstbestimmungs-
recht des palästinensischen Volkes redet, ist durch ihre militä-
rische, politische und wirtschaftliche Unterstützung Israels mit
dafür verantwortlich, daß Israel diese Aggression weiterführen
kann." - Sie wird wohl wissen, warum! Das interessiert eine west-
deutsche Linke aber nicht, sondern folgendes Verbrechen: "So wei-
gert sie sich selbst heute noch (!), die PLO als einzig legitime
Vertretung des palästinensischen Volkes anzuerkennen."
Da wird ganz nebenher als stillschweigende Voraussetzung aner-
kannt, daß das exklusive Vertretungsrecht, das die PLO für sich
beansprucht, nur so viel zählt, wie die imperialistischen Staa-
ten, darunter die BRD, ihm aus ihren Kalkulationen heraus Aner-
kennung zollen - und gleichzeitig wird die Regierungskalkulation,
daß eine solche Anerkennung die westdeutschen Interessen derzeit
nicht fördern würde, als Unehrlichkeit gegeißelt, die noch dazu
a n a c h r o n i s t i s c h sei. Darauf will die neue west-
deutsche Linke heutzutage also hinaus, wenn sie, ohne noch daran
zu glauben, alte revisionistische Sprüche über die Unvermeidlich-
keit und Siegessicherheit des revolutionären Fortschrittskampfes
aufwärmt: sie will der eigenen Regierung die R e a l i t ä t s-
t ü c h t i g k e i t d e s b i ß c h e n M o r a l i s m u s
vorrechnen, zu der sie deren A u ß e n p o l i t i k e r e r-
m u n t e r n möchte!
A n k l a n g f i n d e n mit ihrer hslosen Kriegskritik: daran
ist diesen Linken so sehr gelegen, daß sie selbst gleich die na-
tionalistische Gretchenfrage jeder Israelschelte hierzulande
stellt, noch ehe sie von den anderen Saubermännern der Republik,
den philosemitischen Rechten, darauf festgenagelt werden:
"Darf man als Deutscher überhaupt Israel kritisieren?"
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Eigentlich darf man nämlich nicht - so lautet der Beschluß der
bundesdeutschen Nationalideologie, mit dem die Linke sich beflis-
sen "auseinandersetzt". Weil der Vorgängerstaat der BRD einen
Völkermord an den J u d e n begangen hat, deswegen soll ein
braver U n t e r t a n der BRD den S t a a t I s r a e l mit
jeder Kritik verschonen - diese "Logik" leuchtet natürlich voll
einer Linken ein, die Kritik nicht als Bloßstellung der tatsäch-
lichen politischen Zwecke versteht und betreibt, sondern als eine
P f l i c h t und als ein aus dem Pflichtbewußtsein erwachsendes
R e c h t, auf alle Fälle also als Angelegenheit des
e i g e n e n g u t e n G e w i s s e n s. Wenn man schon,
statt zu sagen und zu begründen, was man von Israels Palästinen-
serschlächterei hält, eine fiktive moralische Konkurrenz gegen
die israelische Regierung anzettelt, im Namen der eigenen morali-
schen Gutheit gegen die Selbstgerechtigkeit der von Begin und
Sharon geführten und vertretenen Nation antritt, dann können die
Zweifel an der unanfechtbaren Redlichkeit solchen Beginnens ja
gar nicht ausbleiben. So wurde, kaum hatte die Linke pflicht-
schuldigst ihren Protest abgeliefert, von Dany Diner und Micha
Brumlik in einer Zeitung mit dem interessanten Titel
"Arbeiterkampf" die kämpferische Frage breitgetreten,
"inwieweit sich nicht auch unter Teilen der deutschen Linken be-
wußt oder unbewußt antisemitische Argumentationsmuster finden;
Argumentationsmuster, die vor allem darauf zielen, die Kinder
ehemaliger Täter gewissensmäßig zu entlasten."
Ja, das gibt schöne Debatten, wenn ein Moralist dem anderen mit
dem finsteren Verdacht kommt, er wollte sich ja bloß, im Zwei-
felsfalle unbewußt, von Untaten freisprechen, die er zwar nicht
begangen hat, seine Eltern ihm aber als spezielle deutsche Erb-
sünde mit in die Wiege gelegt haben. Und woher kommt der
"jüdischen Gruppe" innerhalb der BRD-Linken, für die Brumlik da
psychoanalysiert, besagter Verdacht?
"Das beste Beispiel, das mir dazu einfällt, ist das bekannte Pla-
kat, auf dem Begin gleich groß neben Adolf Hitler abgebildet ist.
Ein anderes Beispiel sind einfach Sprüche wie: 'Ihr seid ja auch
nicht besser' oder 'Endlösung der Palästinenserfrage' usw."
Sicher, Begins eigene Sprüche - über die Notwendigkeit z.B., den
Libanon "von Terroristen zu säubern", oder über Coventry, ausge-
rechnet!, und Dresden, deren Bombardierung den verantwortlichen
Regierungen von ihren Völkern auch nicht übel angekreidet worden
sei, weshalb das eigene ihn auch mit West-Beirut in Ruhe lassen
solle - sind für die Bloßstellung der israelischen Schlächtermo-
ral (die sich neben den Feindbildern eines korrekt erzogenen Bun-
deswehrsoldaten durchaus sehen lassen kann!) ein geeigneteres Ma-
terial. Und das Verfahren, einen Greuel durch Gleichsetzung mit
einem anderen, allgemein und offiziell verabscheuten Greuel zu
"kritisieren", enthält immer das mißliche Vertrauen auf eine be-
griffslose Verurteilung und bietet mit jeder faktischen Differenz
der verglichenen Heldentaten gleich einen Ansatzpunkt zur Ver-
harmlosung und Entschuldigung. Bloß: Was soll an diesem Vergleich
eigentlich "antisemitisch" sein? L ä ß t sich das denn wirklich
nicht auseinanderhalten: den S t a a t s m a n n Begin als
Kriegsherrn hinzustellen - oder einen "semitischen" Volkscharak-
ter zu fingieren, der dem J u d e n Begin seine militanten Ent-
schlüsse diktiert hätte? Und: Hat denn nicht die israelische
Staatsgewalt selber ihre Kriegserklärung gegen Leute in die Tat
umgesetzt, die sie selber zuvor zu Opfern gemacht, als Gegner de-
finiert, zur Gegenwehr gezwungen und darüber erst zu einem "Volk"
zusammengetrieben hat; eine Kriegserklärung, die auch dann auf
einen Völkermord hinausläuft, wenn von dem für hinderlich erklär-
ten Volk die Mehrheit überlebt? Muß denn ausgerechnet an dieser
Stelle der Kritiker skrupulöser sein als die Praxis, die er an-
prangern will? E r m u ß! so lautet der Beschluß der westdeut-
schen Linken, die sich so oder so den Verdacht auf finstere na-
tionalistische Motive ihrer Kritik zu Herzen genommen hat. Zwar
nicht immer und überall: Die Anführer des "realen Sozialismus"
bei jeder Gelegenheit unter den Augenschein des Hitler-Stalin-
Pakts zu subsumieren, hat noch keinem westdeutschen Linken außer-
halb der DKP Gewissensschmerzen verursacht; und ob ein deutscher
Undogmat sich mit seinem Abscheu vor der östlichen Unfreiheit
nicht vielleicht bloß von der "Schuld" seiner Eltern an 20 Mil-
lionen toten Russen freisprechen will oder mit seinem Antikommu-
nismus sein Gewissen von der Auslöschung der reichsdeutschen Kom-
munisten entlasten: Ein solcher Verdacht ist weder dem
"Arbeiterkampf" noch der "taz"-Gemeinde je gekommen. In bezug auf
Israel respektiert man aber die merkwürdige Logik:
"In Relation gesetzt zu Begriffen wie Vernichtung oder Völker-
mord, mit denen die Operationen der israelischen Armee im Libanon
von der westdeutschen Linken benannt werden, nehmen diese in der
Tat mörderischen Operationen sich eher niedlich und harmlos aus.
... Selbst wenn dieser Krieg 10.000 Zivilisten das Leben gekostet
hat: Um solche Bagatellfälle in der deutschen Geschichte zu fin-
den, muß man weit zurückgreifen in die Vergangenheit..." (W. Po-
lest in der "Tageszeitung").
In dem Vorwurf "Völkermord", wenn die anderen Linken ihn denn
schon bloß im Sinne eines selbstgerechten Moralismus verwenden,
als linker Gegenkritiker gleich gar keinen Hinweis auf das poli-
tische Prinzip einer Massenschlächterei mehr auszumachen, sondern
ein quantitatives Kriterium, nach dem dann auch das Ausmaß er-
laubter Kritik sich zu richten hätte; aus dem Überblick über mör-
derische Großtaten, wie sie in der Staatenwelt üblich sind, kein
Urteil über die bedingungslose Rücksichtslosigkeit nationaler
Staatsgewalt herzukriegen, die den Anfall von Leichen nach Zweck-
mäßigkeit einrichtet, sondern einen Vergleich zu drechseln, der
Israels Palästinenser-"Operation" als "Kavaliersdelikt" erschei-
nen läßt: das ist doch 'mal ein weltmännischer Standpunkt! Wer
sich in solchen interessanten Vergleichen zu Haus fühlt, der ist
der dummen und brutalen moralischen Unterscheidung zwischen
"normalen" und anderen, besonders verwerflichen Kriegen - in de-
ren Namen Westdeutschlands Linke sich überhaupt Kritik an Israel
getraut haben! - natürlich lässig in umgekehrter Beweisabsicht
mächtig:
"Dieser Krieg ist schrecklich - aber er ist nicht schrecklicher
als andere Kriege, die von einer Armee geführt werden gegen einen
Gegner der im klassischen Sinne einen 'irregulären' Krieg führt"
Der hat dann auch durchschaut, daß die linke Empörung über Is-
rael, weil sie in der "Größenordnung" gar nicht stimmt, auch gar
nicht auf Israel zielt, sondern auf die nationalistische Idiotie,
die mit den Tagen der Entnazifizierung "Vergangenheitsbewäl-
tigung" heißt:
"Wenn sich auf der anderen Seite so viele Leute, die sich Linke
nennen, so echauffieren," statt sich mit der Erinnerung an Ausch-
witz zu beruhigen, "dann habe ich den Eindruck, es geht gar nicht
um die Palästinenser, sondern sie kämpfen selber auch einen
Krieg: einen Krieg der Geister und Gespenster. ... ich habe die
Vermutung, daß sie auf der Seite ihrer Eltern stehen. Ohne es zu
wissen, indem sie die Schrecken des NS-Regimes und der Massenver-
nichtung der Juden dahingehend umzudeuten wünschen, daß es sich
um einen ganz normalen Krieg gehandelt habe." - Der wohl irgend-
wie harmloser oder jedenfalls moralischer ist als der Nazi-Krieg
gegen den selbsterklärten inneren Feind? Der vielleicht bessere
Gründe auf seiner Seite hat als Hitlers russischer
"Befreiungskrieg Großdeutschlands"? "Sie wünschen sozusagen, daß
die nationalsozialistischen Vernichtungskriege ganz normale
Kriege waren," - bei denen wohl nicht fremdländisches (und eige-
nes!) Menschenmaterial großindustriell und technisch perfekt ver-
nichtet wird, bis die feindliche Staatsmacht kapituliert?! - "und
dabei möchten sie, daß der israelische Vernichtungsfeldzug gegen
die PLO eigentlich ein Ausrottungskrieg im Sinne der Nationalso-
zialisten wäre." - Wo die israelische Armee doch den Kunstgriff
erfunden hat, die PLO zu vernichten, o h n e ihre Basis kräftig
auszurotten, oder wie?! Wie dem auch sei: "Das ist der Punkt."
(D. Diner im "Arbeiterkampf")
So geht Verharmlosung des israelischen Kriegs durch das Verbot
einer Verharmlosung des nationalsozialistischen Weltkriegs; und
die so zur Ordnung gerufene Linke weist die ihr unterstellte oder
zugemutete Vergleicherei weder zurück, noch führt sie den Ver-
gleich korrekt durch, sondern sie ist moralisch tief beeindruckt!
"Problemlösungen von unten"
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So tief ist sie beeindruckt, daß sie, was das Geschehen im Nahen
Osten selbst betrifft, von antiimperialistischer Parteilichkeit
gleich gar nichts mehr wissen will. Wenn sie sich überhaupt zu
einer demonstrativen Kritik entschließt, dann achtet sie "vor al-
lem" darauf,
"einen Ton zu finden, der es auch der jüdischen und israelischen
Linken möglich macht, den Aufruf zu unterzeichnen."
(Tageszeitung)
hat man denn nun eine K r i t i k anzumelden, der sich jeder
Mensch mit Verstand, unabhängig von seiner Nationalität, an-
schließen kann, oder möchte man Behutsamkeit walten lassen, um
einen leibhaftigen Israeli vorzeigen zu können, dem auch schon
mal ein Einwand gegen seine Regierung gekommen ist? Offenbar
letzteres; und das ist nicht nur die Konsequenz eines gouvernan-
tenhaften Höflichkeitskodex, an den die Linke sich ausgerechnet
in ihrem Protest gegen eine ansehnliche Menschenschlächterei zu
halten beschlossen hat. Mit ihrer Achtsamkeit auf den rechten,
nämlich auch innerisraelisch-national zulässigen Tonfall hat man
sich auch prinzipiell für eine politische Sichtweise entschlos-
sen, die der offiziellen des israelischen wie des gesamtwestli-
chen Imperialismus "alternativ" sehr nahe kommt: Die gesamte Re-
gion stelle ein P r o b l e m dar, das durch eine Neuregelung
der H e r r s c h a f t s v e r t e i l u n g zu "lösen" sei.
Und ehe die Linke auf die Idee kommt, die weltherrschaftlichen
Interessen anzugreifen, die dort dafür sorgen, daß Menschen in
ihrer Eigenschaft als Menschenmaterial staatlicher Gewalten an-
dere abschlachten, möchte sie lieber mit dem Ideal der
"Völkerverständigung" eine "Problemlösung von unten" in Angriff
nehmen:
"Wenn die deutschen Linken etwas konkret tun können, dann ist es
dies: kontinuierlich - und nicht nur aus so fürchterlichem Anlaß
wie der Belagerung von Beirut - zu Begegnungen und Diskussionen
zwischen Palästinensern und Israelis beizutragen, die in einer
gegenseitigen Anerkennung einen Schritt auf dem Wege nicht nur zu
kurzfristiger Ko-Existenz, sondern zu langfristigem Zusammenleben
seben." (N. Kadritzke in der "Tageszeitung")
Solche Jugendaustauschprogramme sollte die Linke wirklich besser
den professionellen diplomatischen Heuchlern überlassen, die da-
mit ihre Jugend zu einem patriotischen Selbstbewußtsein anleiten
und zu sonst gar nichts. Oder glaubt ein Linker inzwischen wirk-
lich schon, daß Kriege geführt werden, weil die Untertanen der
diversen Staatsgewalten die jeweiligen Ausländer zu wenig liebha-
ben?! - daß Ko-Existenz "von unten wächst", wie die Ideologen
staatlich gesetzter U n t e r s c h e i d u n g e n zwischen In
- und Ausländern es so gerne verkünden, weil sich so das Men-
schenmaterial herrlich bequem für alles
v e r a n t w o r t l i c h machen läßt, was die nationale Ob-
rigkeit mit ihm a n s t e l l t - ?! Ist man als bundesdeutscher
Linker inzwischen schon so weit, daß man das Festhalten einer
n a t i o n a l e n "Identität", diesen Inbegriff völkischer Un-
tertanengesinnung - hie Israeli, da Palästinenser! -, überhaupt
nicht mehr kritisiert, sondern als Grundlage für hoffnungsfrohe
"Versöhnungsprogramme" b e g r ü ß t?! (Und solche Programme
sollen dann besser geeignet sein "realistische Lösungen" "für die
Lebenden" zu bewerkstelligen als "die Revolution" - unter der die
Linke hierzulande sich sowieso nichts anderes mehr vorstellt als
etwas, was ohnehin nicht geht!)
Bekenntnisse zum Deutschtum
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Es ist tatsächlich so: Daß die "nationale Identität", die Einrei-
hung des Menschen in "sein Volk" und dessen Geschichte so, als
wäre kollektive Untertänigkeit seine erste Bestimmung und wich-
tigste Pflicht, eine imperialistische Zumutung ist, dieses Wissen
hat sich unter Westdeutschlands Linken, wie es scheint, vollstän-
dig verflüchtigt. Gar zu gern lassen sie sich a l s
D e u t s c h e ansprechen, und zwar ausgerechnet im Hinblick
auf einen Geschichtsabschnitt, der, wenn schon sonst nichts, ei-
nem Patrioten - und nicht einmal nur einem deutschen! - den Pa-
triotismus, das liebevolle Bekenntnis zu dem kollektiven Mon-
strum, das noch jede politische Herrschaft aus ihren Untertanen
schmiedet, abgewöhnen könnte. Gar zu interessant scheint es zu
sein, eine geheime, mit der Muttermilch eingesogene völkische So-
lidarität mit "der Elterngeneration" als seelischen Abgrund in
sich zu vermuten - so daß schon gleich bei der "Elterngeneration"
zwischen Machern und Untertanen, zwischen Patrioten und Mitma-
chern gar nicht mehr unterschieden, geschweige denn ein Fehler
bemerkt zu werden braucht, vor dem man selbst sich hüten sollte.
Eine Linke, die sich früher einmal in eine zurechtidealisierte
"Geschichte der Arbeiterbewegung" einreihen, später wenigstens
noch die vorgestellte Tradition einer ziemlich "fundamentalen Op-
position" fortführen wollte, läßt sich jetzt von ihren Wortfüh-
rern, wie von unzufriedenen deutsch-nationalen Geschichtslehrern
oder dem neuen Bundeskanzler Kohl, eine moralisch gefährliche
"Geschichtsvergessenheit" vorhalten - und die angeblich verges-
sene, redlich anzueignende Geschichte ist die nicht endenwollende
Scheiße, in die die Nation ihre Mitglieder hineinreitet:
"Wenn die deutsche (!!) Vergangenheit in der deutschen (!!) Seele
nicht aufgearbeitet wird, dann wird jeder Konflikt, der dort
stattfindet, wieder die Vergangenheit verlebendigen." (D. Diner
im "Arbeiterkampf")
So landen linke Moralisten, nicht ohne Folgerichtigkeit, bei den
auserlesenen Freuden einer "geschichtsbewußten" patriotischen Ge-
wissenserforschung; und statt den Imperialismus der eigenen Na-
tion und ihrer Verbündeten anzugreifen, pflegen sie ihr von ein-
gebildeter Schuld belastetes deutsches Seelchen, als wäre ausge-
rechnet das der Nabel der bundesdeutschen Staatenwelt. Fast
möchte man fragen, was ein Mensch, ein linker zumal, von solchen
luxuriösen Räsonnements denn eigentlich hat - wäre die Antwort
nicht so fatal klar und eindeutig: das gute Gewissen des Beicht-
kinds, das sich die leichte Mühsal auferlegt hat, an seinem pa-
triotischen schlechten Gewissen öffentlich herumzuleiden und
herumzuproblematisieren. Moralische Methodiker sämtlicher
Dummheiten der Vaterlandsliebe: So sehen heute, ganz auf der Höhe
der Zeit, die "guten Menschen von links", die allerbesten
"besseren Deutschen" aus.
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