Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION LINKE - Vom langen Marsch...
zurück
Joachim Bischoff, Michael Menard:
Marktwirtschaft und Sozialismus. Der Dritte Weg. Berlin 1990
WIE JOACHIM BISCHOFF DIE BRD ALS EINEN RELATIV
GELUNGENEN WEG ZUM SOZIALISMUS ENTDECKT
Das Buch beginnt mit einer rhetorischen Frage, die dem Gedanken-
gang eine klare Linie vorgibt:
"Ist mit der Planwirtschaftjede sozialistische Kapitalismuskritik
gescheitert?"
Nein, natürlich nicht j e d e, aber das meiste davon schon;
denn:
"In einem sind sich nahezu alle Beobachter des historischen Ge-
zeitenwechsels einig: entschieden wurde der Systemwettbewerb zwi-
schen Kapitalismus und Staatssozialismus durch die effektive und
effiziente Marktwirtschaft." (16)
Der Kapitalismus hat sich als stärker erwiesen; er holt aus sei-
nem Menschenmaterial einfach mehr für Staat und Akkumulation her-
aus; der Reale Sozialismus wird sogar von seinen Konstrukteuren
verworfen und abgeschafft, und im kapitalistischen Westen ist Da-
gegensein weniger gefragt denn je - da heißt es u m d e n k e n.
Bischoff hat herausgefunden, daß es eine "neue Sozialismus-Kon-
zeption" braucht, die dem Kapitalismus nicht mehr seine beachtli-
chen Erfolge bestreitet und "Gesellschaftsveränderung (nicht
mehr) nur im 'Frontalangriff' auf die kapitalistische Produktiv-
kraftentwicklung ..., sondern mit ihr" (138) angehen will.
"Der theoretische und politische Gewinn der vollständigen Nieder-
lage der staatssozialistischen Gesellschaftskonzeption kann darin
bestehen, daß die Vorstellung von der umfassenden vorausschauen-
den Gesamtplanung durch die Konzeption einer durchaus marktkon-
formen Steuerung des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses
abgelöst wird, in der in einzelnen Bereichen auch Planungsele-
mente einen Stellenwert haben. Das weitere Festhalten an einer
abstrakten Negation von Marktwirtschaft belastet dagegen die po-
litische Linke mit einer schweren Hypothek: die Propagierung ei-
ner herausgehobenen Rolle von staatlicher Politik. ... Für die
Erneuerung eines umfassenden planwirtschaftlichen Experiments
wird es (keine) überzeugende Mehrheit unter der Wahlbevölkerung
geben." (156f)
Ehrlicher geht's nicht: Der Kapitalismus hat gesiegt, also hat er
auch nicht so unrecht, wie wir einst gemeint hatten; unsere The-
sen glaubt uns jetzt kein Mensch mehr, also vertreten wir besser
andere, die die Wahlbevölkerung schluckt. Die Überlegenheit des
Kapitalismus sollten Linke nicht mehr bestreiten, sondern kon-
struktiv zu verbessern und auszubauen versprechen, Kritik an der
effizienten und effektiven (was ist eigentlich der Unterschied
der Prädikate?) Marktwirtschaft ist zu unterlassen: die Synthese
wär's: "sozialistische Marktwirtschaft", oder Privatreichtum ohne
kapitalistische Nachteile!
Bischoff wendet seine Lehre vom Bewußtsein auf sich selbst an:
den Opportunismus als Denkmethode. Schon seit 20 Jahren kämpft er
darum, daß niemand der "Auflösung der kapitalistischen Mystifika-
tionen des Bewußtseins" durch Argumente und Gedanken vorgreifen
dürfe, denn "der krisenhafte Gang der Entwicklung selbst wird die
Entmystifizierung der Verhältnisse bewirken" und den Arbeitern
die Anerkennung der historischen Notwendigkeit des Sozialismus
eines Tages einfach aufzwingen. Jetzt funktioniert die Anpassung
des Bewußtseins an die Erfordernisse der Realität in umgekehrter
Richtung, und die Geschichte treibt dem linken Bischoff seine
"linken Mythen" aus. Aber was heißt das schon? Der Intellektuelle
bleibt auch da ganz Herr der Lage: Ewig hatte er die notwendige
Selbstäuflösung des kapitalistischen Verblendungszusammenhangs
vorhergesagt, jetzt sieht er den Übergang vom Kapitalismus zu ei-
ner höheren Gesellschaftsform sich vor seinen Augen abspielen,
indem er die Systeme nicht mehr so recht unterscheiden kann.
Ein Zeigefinger in Richtung Osten: Plan geht nicht!
---------------------------------------------------
"Der Staatssozialismus wollte die Gesellschaft zum steuernden Or-
gan der Ökonomie machen. ... Sein Zusammenbruch zeigt, daß eine
soziale Steuerung der Ökonomie ohne Marktwirtschaft nicht möglich
ist." (37)
Wie das so ist beim Argumentieren mit dem Zeigefinger, genau das,
was mit dem Deuten bewiesen werden soll, muß der sympathisierende
Leser schon vorher geglaubt haben, um es einleuchtend zu finden:
Daß die f a k t i s c h e Selbstauflösung des Realen Sozialis-
mus mehr als ein Ereignis, nämlich eine N o t w e n d i g-
k e i t ist, wäre ebenso zu beweisen gewesen wie zweitens, daß
der niedergehende Staatssozialismus überhaupt ein Fall von
Planwirtschaft ist, die, wie man an ihm sehen soll, "nicht geht".
Beides erledigt der vielsagende Zeigefinger in Richtung Osten.
Gorbatschows Zerstörung von Wirtschaft, Block und Staat der
Sowjetunion gilt den beiden Autoren umstandslos als Lackmustest
auf die Lebensfähigkeit der Planwirtschaft, die drüben nie
betrieben worden ist.
Sie untersuchen überhaupt nicht die Eigenart des drüben prakti-
zierten Systems von staatlichen Anreizen und Preise und auch
nicht die Unzufriedenheit der östlichen Staatsführungen mit ihrer
Ökonomie. Mit dem vielsagenden Zeigefinger nach drüben beweisen
sie sich, gleich sehr viel mehr; nämlich etwas, was ihre bürger-
lichen Gegner von der "Bild"-Zeitung bis zu den wirtschaftswis-
senschaftlichen Fakultäten immer schon wußten: Planen geht nicht!
Einsichtig dagegen finden sie das klassische Paradoxon zum Lobe
des Marktes. Nichts ist so unzweckmäßig, wie die zweckmäßige Ein-
richtung der Produktion nach Maßgabe gewünschter Resultate; umge-
kehrt soll nichts so nützlich und effektiv sein, wie wenn keiner
weiß, was wann wo und in welcher Quantität gebraucht wird. Tja,
das Wunder des Marktes!
Die Beweisführung der Unmöglichkeit der Planwirtschaft gerät so
grundsätzlich wie nur möglich: Planen erforderte eine bewußte
Verteilung der verfügbaren Arbeitszeit auf die Bedürfnisse der
Gesellschaftsmitglieder. Beide Größen aber, die im Plan aufeinan-
der bezogen werden, so beweisen die Autoren ihren Lesern, können
gar nie nicht gewußt werden.
Die Bedürfnisse können nicht "vorab festgestellt und festgelegt"
werden, und wenn mittels "raffinierter Umfragesysteme" (47) doch,
dann würden sich diese Bedürfnisse mit jeder Befriedigung sofort
wieder ändern. Man fragt sich, wie Karstadt und Hertie das immer
wieder hinkriegen! Überflüssig auch, daran zu erinnern, daß der
Reale Sozialismus keine Schwierigkeiten hatte, festzustellen, was
Mangelware war; Schwierigkeiten hatte man, sie herzubringen. Aber
Bischoff ist nicht kleinlich mit seinen Argumenten, was auf der
einen Seite gar nicht geht, also scheitert, ist ein paar Seiten
weiter sehr wohl möglich, aber menschenfeindlich. Schon um der
Demokratie willen, darf eine planwirtschaftliche "Diktatur der
Bedürfnisse" nicht sein:
"Weil Planung stets von der Möglichkeit der Fixierung von Bedürf-
nisstrukturen und der stellvertretenden Entscheidung aber die be-
troffenen Subjekte ausging, ist diese Konzeption auch in anderen
Bereichen als der Ökonomie diskreditiert." (39)
Wahrscheinlich weiß dieser Marxkenner gar nicht, daß es in jeder
Gesellschaft die Produktion ist, die - in diesem Sinn undemokra-
tisch das Bedürfnis entwickelt, ihm Vorgaben macht und nicht um-
gekehrt. Auch im Westen mit seinem herrlichen Markt sind 5-Gang-
Getriebe und Camcorder nicht nach den Ergebnissen raffinierter
Umfragen entwickelt worden.
Nicht nur das Bedürfnis, auch die Arbeit, die zur Beschaffung der
Güter nötig ist, halten Bischoff und Menard für eine schlechter-
dings unerkennbare, also unplanbare Größe.
"Wie aber soll die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit durch
'vorherbestimmende Kontrolle' statt durch Nachfrage und Zufuhr
ermittelt werden? In beiden Fällen muß die Arbeit ermittelt wer-
den, die pro Zeiteinheit genau die Menge und Qualität Produkt er-
zeugt, wonach ein gesellschaftliches Bedürfnis besteht. Sehen wir
uns die Marx'sche Analyse dieses Zusammenhangs genauer an, zeigt
sich allerdings schnell, daß eine Vorabfestlegung so bestimmter
gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit nicht möglich ist. Diese
Vorabfestlegung unterstellte eine geschlossene Kette von der
Feststellung des Bedarfs nach einem Produkt über das Wissen um
die gesellschaftlich als gültig anerkannte Arbeitsproduktivität
bis zu einer korrekten Erfassung der insgesamt verfügbaren Ar-
beitszeit." (47)
Daß sich Arbeit nicht planen läßt, haben vor Bischoff schon mas-
senhaft Gelehrte herausgefunden. Gewöhnlich hat ihnen das be-
scheidene Argument gereicht, man wüßte ja nie, ob die Resultate
der Produktion auch gefallen. Oder seine schöpferische Verdolmet-
schung, die mit einem Diktat der Bedürfnisse droht. Die Zeiten,
in denen VWL-Professoren in der ersten Vorlesungsstunde auf diese
Weise die Systemfrage entschieden - "Wollt ihr den Preis oder den
Kommissar?" - sind jetzt vorbei. Die Entscheidung für den Markt
wird dank Bischoff auf streng marxistischer Grundlage gefällt:
Planung geht nicht, weil sie nie und nimmer das herbeiführen
kann, was Preis und Markt bewirken, und zwar nach der beglaubig-
ten Analyse des Karl Marx. Das geht so:
- Bei Marx ist zu lesen, daß in einer "historisch bestimmten"
Produktionsweise und Gesellschaft(sformation) - diesen Jargon
wird Bischoff wohl verstehen - namens Kapitalismus die Arbeit
eine eigenartige Rolle spielt und auch dementsprechend aussieht.
Sie ist als Quelle von Wert und nur als solche von Interesse,
deshalb abstrakt und privat; und sie ist, weil wertbildend einge-
setzt, wie eben ihr Produkt, der Wert, das Maß des gesellschaft-
lichen Reichtums. Das ist, laut Marx, blöd für die, welche die
Arbeit machen müssen. Dies interessiert Bischoff weiter nicht,
und viele andere Leute können dem auch nichts abgewinnen.
- Bei Marx ist zu lesen, daß die Größe des Werts eine Frage ent-
scheidet, die außer ein paar Kapitalisten niemand stellt, nämlich
die nach der "gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit". Daran,
was ein Produkt wert ist, wird ersichtlich, ob sich die Arbeit
gelohnt hat. Dies interessiert Bischoff sehr, und er meint, daß
auch andere Leute davon eine Kenntnis kriegen sollten. Deswegen,
weil sie sich dann endgültig und mit Marx dazu die Unausweich-
lichkeit des Marktes klarmachen können. Wenn Marx die Natur des
Kapitalismus unwidersprechlich dahingehend bestimmt, daß diese
Gesellschaft eine Behörde zur Ermittlung der gesellschaftlich
notwendigen Arbeitszeit ist, liegt die Problemstellung auf der
Hand: Können die anderen das, was der Markt leistet, eigentlich
auch? Vor allem: Ist dasselbe, wenn der Markt seine nachträgliche
Auskunft nicht mehr geben kann, wenigstens als "Vorabfestlegung"
zu haben?
- Bei Marx ist zu lesen, daß die nachträgliche Festlegung der ge-
sellschaftlich notwendigen Arbeitszeit den für Arbeit zuständigen
Menschen nicht gut bekommt. Die einen, weil mit notwendiger Ar-
beitszeit beschäftigt, haben es mit Streß, Kreuzleiden und Geld-
beutel, mit ihren und der Umwelt Kosten zu tun, die anderen dar-
über hinaus noch damit, daß ihre Arbeitszeit überflüssig ist.
Beiden Fraktionen sagt Bischoff mit Marx' Analyse, daß sie
"allerdings schnell" an der Ermittlung der gesellschaftlich not-
wendigen Arbeitszeit teilhaben. Was ihnen bei einer
"vorherbestimmenden Kontrolle" glatt verwehrt wäre, weil ihnen
dafür sowieso das Wissen abgeht.
- Bei Marx ist zu lesen, daß man mit der Bewährung in den Zwängen
des Marktes genug zu tun hat, so daß man über gesellschaftlich
notwendige Arbeitszeit und so Zeug gar nichts zu wissen braucht.
Die regelt nämlich der Markt; und seine Preise sind laut Bischoff
ein prächtiger Ersatz für Wissen, das man sowieso nicht haben
kann.
- Bei Marx ist zu lesen, daß der Ausrichtung von Arbeit und Leben
an der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit, wie sie am Wert
und seinen Sachzwängen bemerklich wird, eine Einteilung der Ar-
beit vorzuziehen ist, die sich mehr an Gemütlichkeitsgesichts-
punkten orientiert. An Gesichtspunkten, die auf das
"gesellschaftlich Notwendige" pfeifen, weil man plötzlich mehr
Nutzen für notwendig hält. Deshalb besteht Bischoff darauf, daß
dergleichen doch nie zu einer Einhaltung der gesellschaftlich
notwendigen Arbeitszeit führen würde, die erstens keiner kennt
und auf die es zweitens doch allemal ankommt. Was Bischoff wie-
derum weiß.
- Warum es wo und wann darauf ankommt, steht zwar bei Marx. Bei
Bischoff steht, daß Marx gezeigt hat, welches Problem der Kapita-
lismus auf jeden Fall löst: Er findet die gesellschaftlich not-
wendige Arbeitszeit heraus, bestimmt nichts vorab, was niemand
nicht weiß, und er scheut jegliche Vorabfestlegung. Eine Produk-
tionsweise, wie sie im Buche steht!
Dagegen können sich die Autoren mit gutem Gewissen Planung der
Arbeit überhaupt nicht vorstellen - und wenn, dann nur in der
Weise, daß sie nicht geht. Nämlich als die notwendigerweise un-
lösbare Aufgabe, die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit im
Sinne des kapitalistischen Wertgesetzes, die überhaupt nie anders
objektiv wird als eben im Warenwert, getrennt davon für sich in
Stunden und Minuten zu ermitteln. Daß diese Aufgabe unlösbar ist,
liegt freilich nicht an Wissenslücken und Erfassungsproblemen.
Der Gegenstand selbst, die "gesellschaftlich als gültig aner-
kannte Arbeitsproduktivität", deren Ermittlung nach Bischoff und
Menard für jede planmäßige Arbeitsteilung unabdingbar sei soll,
wird durch die Konkurrenz der Produzenten auf dem Markt herge-
stellt - eine Konkurrenz, die die Steigerung der Arbeitsprodukti-
vität als ihr Mittel einsetzt. Natürlich weiß am Ende jeder Auto-
hersteller, wieviele Fertigungsminuten in jedem seiner Autos
stecken; aber selbst das ist ja noch gar nicht die gesellschaft-
lich notwendige Arbeitszeit in dem hier gesuchten Sinn; denn die
liegt als Warenwert vor, der erst einmal auf dem Markt realisiert
sein will. Deswegen brauchen kapitalistische Produzenten hier
überhaupt nichts zu ermitteln - für ihr Geschäft reicht es voll-
kommen, daß sie mit der Arbeit als Produktionsfaktor und dem Lohn
als Kostenfaktor kalkulieren. Und der Markt sagt ihnen dann
schon, ob sie damit richtig liegen. Umgekehrt muß eine planmäßige
gesellschaftliche Arbeitsteilung zwar vieles berechnen, z.B. das
technische Verhältnis zwischen Produktionsmitteln, gewünschtem
Ertrag und Arbeitsaufwand. Aber daraus ergibt sich dann schon die
"gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit". Das Problem einer "als
gültig anerkannten Arbeitsproduktivität" hat da überhaupt nichts
zu suchen, weil es eben aus einer ganz anderen Welt, der Welt der
kapitalistischen Konkurrenz mit der und um die Arbeitsproduktivi-
tät stammt. Bischoff und Menard machen Planwirtschaft als die un-
mögliche Aufgabe vorstellig, den Kapitalismus planmäßig zu voll-
ziehen. Sie führen den "Beweis", daß das nicht geht, mit dem
denkbar dümmsten Argument, nämlich daß so viele Kenntnisse auf
einem Haufen nicht herzukriegen wären. So behalten am Ende
"Nachfrage und Zufuhr" das letzte Wort.
Mit diesem Krampf vollziehen die Autoren in Gedanken haargenau
die Probleme nach, mit denen sich der Reale Sozialismus theore-
tisch wie praktisch herumgeschlagen hat, und ziehen denselben
Schluß: geht nicht. Die Planer und Leiter drüben haben sich näm-
lich die Aufgabe gestellt, dem Wertgesetz Vorschriften für die
Einrichtung der gesellschaftlichen Arbeit abzulauschen. Sie haben
den Fehler praktiziert, die Arbeitsproduktivität nicht zum Gegen-
stand gesellschaftlicher Planung zu machen, sondern als ein
Zwangsgesetz zu postulieren, dem die Einrichtung der Produktion
gerecht zu werden hätte und das durch Hebel quasi automatisch
herbeigeführt würde. Die Ermittlungsschwierigkeiten, die Bischoff
und Menard als unlösbares theoretisches Problem "aufdecken", hat-
ten die Planer und Leiter praktisch und etwas anders: Sie mußten
ihrer Arbeiterklasse die "insgesamt verfügbare Arbeitszeit" durch
Vorschrift und Kontrolle abringen, und die tatsächliche Ar-
beitsproduktivität in ihren Betrieben war ihnen dauernd zu ge-
ring, um sie "gesellschaftlich als gültig" anzuerkennen. Bei ih-
nen existierte das als selbstinszenierter gesellschaftlicher In-
teressensgegensatz, was Bischoff und Menard sich als unlösbare
Rechenaufgabe zurechtlegen. Und so, wie die Theoretiker der sieg-
reichen Marktwirtschaft kein Rezept finden wollen, den Kapitalis-
mus mit seiner gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit rechne-
risch zu verbessern, so haben auch die Praktiker des Realen So-
zialismus nie die rechten Instrumente gefunden, um die Zwangsge-
setze produktiver Arbeit im Kapitalismus besser als dieser durch-
zusetzen.
Dieses Versagen wirft Bischoff dem Realen Sozialismus vor und er-
klärt seine Bewunderung für die Unwidersprechlichkeit des
"stummen Zwangs der Verhältnisse", welcher sich im Kapitalismus
den Konkurrenten über den Markt mitteilt. Der Zwang zur Leistung
für andere, das ist der ganze Gehalt der Phrase von "Effektivität
und Effizienz des Marktes".
Bessere, schlechtere und ganz unbrauchbare
------------------------------------------
Steuerungsmechanismen der Wirtschaft
------------------------------------
Der Vergleich von Plan und Markt will, wie oben, keinen Unter-
schied zwischen dem Zweck einer geplanten und einer freien, pri-
vatwirtschaftlichen Ökonomie mehr kennen; die Autoren verglei-
chen, wie bürgerliche Professoren schon ewig, Plan und Markt als
alternative Methoden der Steuerung einer Ökonomie. Damit ist das
absurde VWL-Bild von der Wirtschaft unterschrieben, nach dem das
Herstellen von Gütern ein sinnloser Selbstlauf wäre und ziellose
Effekte hätte, wenn nicht eine Steuerung auf den selbständig ge-
dachten Wirtschaftsprozeß einwirken und ihn auf Nützliches orien-
tieren würde. Aber das ist gerade der Witz: Mit dem Messen an
diesem Bild ist der Systemvergleich entschieden: Der Plan steuert
die selbständige Ökonomie schlecht, denn er raubt ihr die Selb-
ständigkeit; der Markt entspricht der Selbständigkeit der Wirt-
schaftssubjekte, steuert sie, ohne ihre Initiative zu ersticken.
Sogar der kapitalistische Gewinn gilt dem klug gewordenen Bi-
schoff nicht als Zweck der Produktion, sondern als in seiner Wir-
kung beachtliches Steuerungsinstrument:
"Die Steuerung des Reproduktionsprozesses durch den Gewinn garan-
tiert zweifellos den effizienten Einsatz der Produktionsfaktoren.
... Die Linke hat die Dynamik des Kapitalismus lange unter-
schätzt, weil sie die beständige Veränderung vornehmlich als Mit-
tel der Plusmacherei betrachtet und kritisiert hatte." (40)
Daß die Steigerung der Produktivität der Arbeit das Mittel der
Plusmacherei ist, will Bischoff gar nicht bestreiten. Aber die
Betrachtungsweise blockiert die Linke nur: Kritisieren verhindert
Bewunderung! Zwei Seiten weiter wird dann ganz ehrlich aufgezählt
was es mit dem effizienten Einsatz der Produktionsfaktoren auf
sich hat: Die Effizienz braucht den Gewinn, braucht den ver-
schwenderischen Umgang mit Zeit und Kraft der Arbeiter, das ist
der sparsame und effiziente Einsatz der Produktionsfaktoren.
Die sozialen Opfer werden erwähnt, geben aber nie mehr einen Ein-
wand gegen die nun einmal feststehende Bewunderung für den Kapi-
talismus ab. Der Gewinn ist ein prima Steuerungsinstrument für
die Produktion, aber leider etwas ignorant gegen gewisse Kosten
solcher Fortschritte. Die neue Aufgabe der Linken heißt, die Vor-
teile des Gewinns erhalten und seine Nachteile vermeiden:
"Die Gegensätze in der kapitalistischen Gewinnorientierung führen
aber im Aufeinanderwirken von Nachfrage und Zufuhr zu Verwerfun-
gen, die sich nur unter großen sozialen und materiellen Kosten
selbst regulieren. Eine rationellere Organisation der Reproduk-
tion, die diese Kosten vermeidet, bedarf der 'vorherbestimmenden
Kontrolle', welche die Regulierungskräfte der Gewinnsteuerung in
glattere Bahnen lenkt." (51)
Erst ist der Markt die ideale Steuerung, dann muß er gesteuert
werden, damit er rationeller wird. Bischoff geht auf die Suche
nach marktkonformen Lenkungsinstrumenten; - aber was sucht er? Es
gibt sie doch schon. Immer wieder muß der den tauben Ohren der
verbohrten Linken (wer ist da überhaupt gemeint?) predigen:
"... daß in den kapitalistischen Metropolen schon längst nicht
mehr allein die Profitratenbewegung die gesellschaftliche Repro-
duktion bestimmt, sondern staatliche Ordnungspolitik, Subventio-
nen, Steuervergünstigungen, sozialstaatliche Transfers und ein
festgelegter Kanon für die Beziehungen von Lohnarbeit und Kapital
den spezifischen Steuerungszusammenhang dieser Gesellschaftsfor-
mation modifizieren." (156)
Es braucht schon einiges an parteilicher "Einsicht", so gut wie
jeden D i e n s t a n der "Profitratenbewegung" als A l-
t e r n a t i v e z u ihr hinzustellen.
Der billige Idealismus zum opportunistischen Realismus
------------------------------------------------------
Die Autoren stellen sich nun die Frage, ob sich die herrlichen,
die Initiative fördernden Methoden der "indikativen" Lenkung auch
noch weitergehender und noch sozialer einsetzen lassen, als es in
den gar nicht so üblen "kapitalistischen Metropolen" schon ge-
schieht. Den nationalökonomischen Zweck der staatlichen Subven-
tionen und der Verrechtlichung des Klassenverhältnisses wollen
sie nicht bemerken; sie stehen einfach für die wünschenswerte so-
ziale Ergänzungs-Steuerung der Gewinnsteuerung. Den kapitalisti-
schen Zweck merken sie dann doch - als B e g r e n z t h e i t
d e r K o r r e k t u r m ö g l i c h k e i t e n:
"Im Kapitalismus haben sich die naturwüchsigen Kräfte der Gewinn-
steuerung bislang immer als stärker erwiesen als Versuche gesell-
schaftlicher Steuerung." (51)
Aber muß das so sein? Muß die gesellschaftliche Steuerung die
"abhängige Variable" der Akkumulation sein: Was sich zur Beant-
wortung dieser rhetorischen Frage anschließt, ist kunterbunt und
folgt allein der Logik des realistischen Wünschens: Man müßte
halt den Konjunkturzyklus loswerden, das Zurückschlagen des
"Reproduktionszusammenhangs" gegen irgendwelche profitfremde Be-
lastungen. Antizyklische Ausgabenpolitik des Staates geht aber
leider nur, solange Steuern und Kredit reichen - immerhin weist
sie den Weg:
"Voraussetzung für diese Glättung und Verstetigung des Wachstums-
prozesses wäre, daß die Nachfrage nach Arbeit nicht mehr die ab-
hängige Variable der Kapitalakkumulation ist." (War diese Abhän-
gigkeit nicht 15 Seiten vorher der gelobte "effiziente Einsatz
der Produktionsfaktoren"?)
Die Trennung der Nachfrage nach Arbeit von der Kapitalakkumula-
tion könnte gehen, wenn der Arbeiter dieselbe Person wäre wie der
Kapitalist - obwohl dann ja keiner mehr wäre, was er ist. Das ist
aber kein Scherz, man müßte ernst damit machen: Es wäre "die Auf-
hebung der Kapitaleigenschaft der Produktionsinittel", was für
Bischoff dasselbe ist wie eine "Beschränkung des kapitalistischen
Privateigentums bei Anerkennung des Individualeigentums". Das In-
dividualeigentum soll nun aber weder Kleineigentum an Produkti-
onsmitteln, noch einfach erweiterte Mitbestimmung im Großbetrieb
sein: "Es geht bei der Eigentümerfunktion der Beschäftigten nicht
um die Wiederherstellung des Privateigentums." Eigentum ja, Pri-
vateigentum nein: Was denn: Keine Ahnung. Bischoff denkt streng
an der Funktion seines Gedankens entlang: Dieses Eigentum soll
die "individuelle Leistungsbereitschaft und Kreativität freiset-
zen", aber keinesfalls "Ellenbogenmentalität" (57-61). Das Kud-
delmuddel von Eigentumsidealen: privat, aber niemanden ausschlie-
ßend; für den einzelnen lohnend und anreizend, aber ohne Konkur-
renz; natürlich private Großindustrie, aber ohne private Großei-
gentümer etc. - verrät nur, wie schwer es sogar dem Vertreter der
Idee der sozialistischen Marktwirtschaft fällt, den Kapitalismus
und die z u i h m g e h ö r i g e Verkehrsform zu trennen;
die Zirkulationsformen auszumalen und den Inhalt, der da zirku-
liert, wegzudenken.
Objektiv ist an diesem Sammelsurium von Funktionsidealen des Ei-
gentums nur eines: die Orientierung am Wunschkatalog der neuen
Linkspartei PDS. Ihre Verbeugung vor dem deutschen Kapitalismus,
der den deutschen Sozialismus hinweggefegt hat, wird von Bi-
schoff, wie früher schon andere politische Linien, mit dem Schein
einer theoretischen Begründung versehen. Bischoff und seine Mann-
schaft schreiben zusammen, was die PDS an hoffnungsvollen Dumm-
heiten zum Parteiprogramm ausbaut, und tut dann so, als seien sie
die Intellektuellen, deren Analysen die Politik der Partei be-
stimmen.
Der Rest
--------
Das Buch ist damit in der Sache zu Ende, nach Seitenzahlen über-
haupt nicht. Teil 2 ist seinem theoretischen Gehalt nach schlech-
terdings nicht zu würdigen - er hat keinen. Leninzitate über die
"Neue Ökonomische Politik" und Bucharins Plädoyer zur Fortsetzung
derselben, als Stalin sie beendigte, sollen nicht mehr beweisen
als, daß es in Rußland auch anders hätte weitergehen können. Wer
wollte oder könnte so etwas bestreiten?
"Da es gilt, jenes tiefsitzende Vorurteil gegenüber einer sozial-
gesteuerten Marktkoordination aufzubrechen, lohnt es sich einen
Blick auf die historische Auseinandersetzung zu werfen, die stets
mit dem Namen von Bucharin verbunden sein wird. Es geht dabei
nicht um die Erwartung, daß in den zögerlichen Hinweisen von
Bucharin der Schlüssel für das Verständnis der historischen Um-
bruchsituation oder gar für eine moderne Sozialismuskonzeption zu
finden sei. Verdeutlicht werden kann allein, daß es sowohl theo-
retisch wie praktisch immer eine Alternative zur staatssoziali-
stischen Kommandowirtschaft gab." (65)
Unter dem Titel "Kapitalmystifikation und Eigentumsfrage" be-
schäftigt sich Bischoff im dritten und längsten Teil des Buches
ganz mit Bischoff. Der Marxpapst empfindet das höchst überflüs-
sige Bedürfnis, seine neuesten Einsichten über das wahrhaft über-
legene Wirtschaften auch noch aus Marx herauslesen zu müssen.
Warum nur? Auch Bischoff weiß doch, daß Marx dem internationalen
Proletariat nicht gerade die Marktwirtschaft ans Herz gelegt
hatte, und seine 60-seitige komplizierte Bemühung um Marx' Zu-
stimmung zu ihr beweist es erst recht. Kann Bischoff den Alten
nicht einfach im Regal lassen und vergessen, wenn dieser nun end-
gültig von den ungeahnten Potenzen der Privatwirtschaft widerlegt
und überholt ist? Nein, kann er nicht. Er liebt ihn wie eh und
je: als unwiderlegliche Autorität, von der ein Zitat jedes Argu-
ment ersetzt. Bischoff kann halt auch nicht aus seiner Haut.
Marx muß unbedingt zum Anhänger der "sozialistischen Marktwirt-
schaft" werden! Damit er es wird, schreitet sein allein autori-
sierter Exeget zu einem wahrhaft ungeahnten Beweis: er deckt auf,
was der Marxlektüre bisher total entgangen ist: der Waren- und
Geldfetisch, den Bischoff immer zitatenreich als entscheidende
Marxsche Entdeckung pries, ist gegenüber dem Kapitalfetisch ein
minderer Fetisch. Wer hätte das gedacht?
"Vom Gang der Marxschen Argumentation her ergibt sich mithin ein-
deutig eine Priorität der Kapitalmystifikation gegenüber dem Wa-
ren- und Geldfetisch." (137) "Ohne die Bedeutung des Waren- und
Geldfetischs ignorieren zu wollen, entscheidender für eine
selbstbewußte Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse bzw. für
ihre Verhinderung ist die Frage des Kapitalfetischs." (127)
Hier paart sich der alte Grundfehler Bischoffs mit seiner neuen,
von der politischen Absicht diktierten Optik: Schon immer hat er
Marx' Kritik von Ware, Geld, Markt, Fabrik und Akkumulation, sei
es langweilig gefunden, sei es gar nicht bemerkt. Er interes-
sierte sich stattdessen für den Umstand, daß die der bürgerlichen
Ökonomie Unterworfenen sie gar nicht so unvernünftig fanden wie-
die Marxisten. Bischoffs Interesse galt nicht der Kritik dieses
falschen Bewußtseins, sondern ausschließlich der falschen Frage,
warum der "Alltagsverstand" den Kapitalismus vernünftig finden
muß, obwohl er doch unvernünftig ist. Ware, Geld, Produktionspro-
zeß und Relativer Mehrwert, alles interessiert Bischoff unter dem
Gesichtspunkt der erfolgreichen Verheimlichung ihrer Schlechtig-
keit und der Verhinderung ihrer Entlarvung. Anstatt diese Eigen-
arten der bürgerlichen Gesellschaft praktisch zu kritisieren, be-
müht sich der theoretische Soziologe Bischoff um den Beweis, daß
die normalen Leute sie notwendigerweise nicht durchschauen und
kritisieren können: Diese ökonomischen Formen vernebeln unglaub-
lich erfolgreich das Bewußtsein. Die Marxschen Metaphern für ge-
sellschaftliche Verhältnisse, die die Menschen beherrschen statt
von ihnen beherrscht zu werden, werden dadurch zu etwas ganz an-
derem gemacht: zu Wesenheiten der (vorläufigen) Undurchdringlich-
keit der Verhältnisse nämlich, auf deren Selbstentschleierung es
zu warten gilt.
Bischoffs neueste Idee einer sozialistischen Marktwirtschaft hat
ihn nun dazu gebracht, eine Hierarchie im Reich seiner Fetische
einzuführen. Marx kritisierte Ware und Geld ebenso wie die Fabrik
und ihre Organisation der Arbeit, nicht das eine härter. das an-
dere milder. Bischoff steigert das Wort "entscheidend" und findet
den Kapitalfetisch "entscheidender für die Verhinderung einer
selbstbewußten Gestaltung der Gesellschaft" als den Fetisch des
Marktes. Der Markt ist also zwar ein schlimmer, aber nicht der
Schlimmste! Vorerst!
Des weiteren belehrt Bischoff den Leser darüber, daß man den Ka-
pitalismus nicht auf den Markt und die 3 Bände des "Kapital"
nicht auf die ersten drei Kapitel reduzieren dürfe - wer wollte
das überhaupt? Das alles nur, um umgekehrt den Markt vom Kapita-
lismus wegzustreichen: Die Zirkulation des abstrakten Reichtums -
die wechselseitige Erpressung der Warenbesitzer, ihr Versuch,
sich durch ihre Waren möglichst viel Geld aus der Tasche zu zie-
hen, um Geld zu gewinnen - ist nicht dasselbe wie Produktion und
Akkumulation dieses Reichtums, also - so lautet Bischoffs Argu-
ment - ist eigentlich kapitalistisch nur die Produktion und der
Markt ist kritikabel nur im Kapitalismus.
Wenn erst das kapitalistische Eigentum an Produktionsmitteln nur
noch eine Eigentumsform unter anderen (öffentliches, genossen-
schaftliches, mitbestimmtes) (gibt's das nicht alles schon?) sein
wird, wird der Warenfetisch ein ganz handzahmer lieber Fetisch
mit lauter vorteilhaften Eigenschaften.
"...der Markt als alleinige Vermittlungsinstanz gesellschaftli-
cher Arbeit wird 'entlastet'. ... in seiner Zentralität relati-
viert. ... Ein anderer Umgang mit der Ware-Geld-Beziehung wird
denkbar. ... Die Mächtigkeit der Mystifikation und des Warenfeti-
schismus hängen nicht mehr an der bloßen Existenz von Ware und
Geld, sondern sind durch neuartige Vermittlungsformen gesell-
schaftlicher Arbeit in den Hintergrund gedrängt. So gesehen sind
Eigentumsstrukturen in denen eine höhere Gesellschaftlichkeit der
Arbeit zum Tragen kommen zunächst einmal mit der Fortexistenz der
Ware-Geld-Beziehung verträglich." (139f)
Der Beweis ist ebenso verlogen wie kläglich: Eine "vorausbestim-
mende" geplante Organisation der gesellschaftlichen Arbeit ohne
die "Vermittlung" über Konkurrenz, Tausch und Preis sollte doch,
so erfuhr man es aus Teil 1 des Buches in einer modernen und
effizienten Arbeitsteilung nicht möglich sein. Jetzt sollen
"neuartige Vermittlungsformen " den Markt verharmlosen und wenn
schon nicht nötig, so doch "verträglich " machen mit höheren
Formen der Gesellschaftlichkeit der Arbeit. Marx gibt's halt doch
nicht so recht her.
Dafür lobt Bischoff dann die "zivilisatorischen Tendenzen des Ka-
pitals" immer begeisterter, zumal er entdeckt haben will, daß das
böse Kapital seinen guten Tendenzen immer weniger auskommt: Es
entwickelt die Produktivkraft und Wissenschaftlichkeit der Pro-
duktion auf ungeahnte Höhen und braucht das gebildete und enga-
gierte Individuum zum Ausbeuten, das sich dadurch immer weniger
vormachen läßt der Reichtum der Kapitalisten komme von ihrer Ar-
beit. Die Anerkennung der Gesellschaftlichkeit der Reichtumspro-
duktion steht unmittelbar bevor:
"Damit ist die historische Dynamik kapitalistischer Aneignungs-
verhältnisse auf den Punkt gebracht: Sie erweisen sich als histo-
rischer Durchgangspunkt zu Formen gesellschaftlicher Reich-
tumsproduktion, in denen der Gesellschaftlichkeit der Produktiv-
kräfte anders Rechnung getragen wird, als durch die Trennung von
Arbeit und Eigentum..."(136)
Na also! Dieser Mann ist guter Dinge.
zurück