Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION IWF-KAMPAGNE - Für humanen Imperialismus
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Fidel Castro:
"DEBT CRISIS" - MANAGEMENT - REVOLUTIONÄR
Die im kritischen Lager beliebte Theorie vom Zusammenbruch des
Imperialismus, wenn er zu sehr auf Schuldeneintreibung beharrt
und sich seine Ausbeutungsopfer ruiniert, eine Theorie, die die
imperialistischen Staaten mit einem ganz feinsinnigen "Denkt doch
mal an euch selber" zur globalen Vernunft anleiten will, hat der
cubanische Staatschef auf die Spitze getrieben:
"Ein Rettungsplan für den Kapitalismus, bevor sich der Zusammen-
bruch nähert, spätestens 1988... Der count down der 'debt crisis'
kann 1988 zu Ende gehen. Falls es den Verschuldeten gelingen
sollte, die fälligen Zinsen zu honorieren, werden sie ihre Im-
portrechnungen nicht bezahlen können. Also wird der Bruch 1987
zum Vorschein kommen und der Palast über dem Kopf des Königs zu-
sammenbrechen... Der Vorteil der Schuldenstreichung läge für die
Gläubiger in einer Neuordnung der Ökonomie der Verschuldeten.
Dies würde für die Industrieländer die Wiederherstellung der
Wirtschaften bedeuten, die sie mit Rohstoffen versorgen, sowie
einen größeren Handel mit den sich entwickelnden Ländern (die
wieder zu wachsen beginnen würden) und eine Ausweitung der Ge-
schäfte der Multinationalen mit den aktuellen Schuldnern. Latein-
amerika könnte doppelt so viel wie jetzt auf dem amerikanischen
Markt kaufen. Dies würde helfen, die Arbeitslosigkeit in den Ver-
einigten Staaten - die größte politische Unbequemlichkeit der
Reagonomics - zu reduzieren." (Interview in der mexikanischen
Zeitung 'Excelsior'.)
Dieser Mann kennt überhaupt nur noch einen Gegensatz auf der
Welt, den zwischen Schuldner- und Gläubigerstaaten, erklärt ihn
für ü b e r f l ü s s i g, wenn nur den Kapitalismus Vernunft
aufgezwungen würde, und will ab sofort zwischen Pinochet, Garcia
und sich k e i n e n U n t e r s c h i e d mehr machen:
"Die Bildung eines Schuldnerclubs... Ich meine, daß gerade jetzt
der Moment für diesen Kampf gekommen ist. Es ist eine derart
schwierige Krise entstanden, daß die Länder der Dritten Welt ge-
zwungen sind, nachzudenken, sich zusammenzuschließen und Lösungen
zu suchen, unabhängig von der Militanz und politischen Ideolo-
gien, einfach aus elementarem Überlebenswillen."
Castro ist die "Schuldenkrise" offensichtlich sehr aufs Hirn ge-
schlagen. Eine völlig neue Definition des "anti-imperialistischen
Kampfes": Die Schuldner müssen durch Verweigerung ihre
B e n u t z b a r k e i t e r z w i n g e n - damit sind auch
sie es, die "Pygmäen", die endlich für einen funktionellen Kapi-
talismus sorgen, in dem sie m i t m a c h e n dürfen. Das dür-
fen sie zwar schon lange, aber jetzt ist der Kapitalismus in
Folge eines selbstgeschaffenen Reinreißmechanismus' auf sie
a n g e w i e s e n - und das verheißt doch endlich mal eine na-
tionale Unabhängigkeit, die sich von diesem kleinkarierten Klas-
senkampfzeugs nicht mehr ablenken läßt:
"Es gibt in diesem Moment etwas wichtigeres als die soziale Um-
wälzung selbst, und das ist die Unabhängigkeit unserer Länder."
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