Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu
zurück
Der Veranstaltungskommentar
DIE GRÜNEN STELLEN IHRE SICHERHEITSPOLITIK VOR
Eine ordentliche Oppositionspartei hat Alternativen zu allem.
Wenn sie Wahlkampf macht wie die Grünen am Dienstag letzter Woche
im Radlersaal - präsentiert sie andere Lösungen für all die
"Probleme", die der Nation am Herzen liegen.
Anstatt also zu fragen, was die BRD und die NATO mit ihrer be-
waffneten Macht durchsetzen und noch durchsetzen wollen, fragen
die Grünen, wie das anders gehen könnte, speziell unter Beendi-
gung des Rüstungs-"Wahnsinns". Anders gehen soll natürlich nicht
der reale Imperialismus, sondern seine Ideale, die "Sicherheit"
und das "Gleichgewicht". Im Reich der Ideale ist man frei von al-
len wirklichen Gründen und kann sich Rüstung so erklären:
"Bisher wurde immer weiter aufgerüstet mit der Begründung, daß
die andere Seite zu stark sei. Dies kann nur durchbrochen werden,
wenn eine Seite Vorleistungen erbringt."
Dann kann die andere nachleisten statt nachrüsten, und der teuf-
lische Kreislauf ist endlich durchbrochen! Bestechend! Aber nur,
wenn man an die Ideologie von der dauernden Nach-Rüstung glaubt.
In der Wirklichkeit, bevor die Waffensysteme gerechtfertigt und
gegeneinander aufgewogen werden, haben sie ihren militärischen
Zweck, ihr Ziel und ihren militärischen Nutzen. Die NATO-Raketen
werden gebraucht, um der Sowjetunion auf allen Ebenen mit überle-
gener Gewaltanwendung drohen zu können. Und das will man können,
weil die Sowjetunion nicht in die "eine Welt" des Imperialismus
paßt.
Wer gegen dieses w e l t p o l i t i s c h e Vorhaben des We-
stens nichts einwenden will, kann sich auch sicherheitspolitische
Alternativen sparen.
zurück