Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu


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       Die Grünen zum Bremer Landeshaushalt:
       

KLEINLICH UND KONSTRUKTIV

"Stockkonservativ, keine Rede von Umsteuerung. Die Einsparungen sind kleinlich und gehässig, wenn man an Kindergärten, Kliniken und Suchthilfe denkt. Die Grünen wollen indessen nicht nur mec- kern, sondern es besser machen." (WK, 29.11.) Und wie! Gar nicht kleinlich und gehässig etwa ihre "Offensive gegen Armut und soziale Ausgrenzung". Stolze 14,- DM mehr im Mo- nat möchten sie den Sozialhilfeempfängern gönnen! Natürlich nicht für drei Packungen Zigaretten, gegen Armut nutzt es schon gleich nicht, aber vielleicht ein bißchen gegen die "soziale Ausgren- zung". Da denken die Grünen gleich nur an das eine: Neulich fragte der Grüne Helmke, "warum die Behörde einem Sozialhilfeemp- fänger einen Zuschuß zur Teilnahme an einer Weiterbildungsveran- staltung einer Partei verweigert habe". Und mußte sich ausgerech- net von Dauereinseifer Scherf belehren lassen, das liefe ja glatt auf "staatliche Finanzierung politischer Parteien" hinaus. Aber für die Grünen ist die Politik eben die Heimat der Leute. Deswe- gen ist Fücks die Forderung eingefallen, Sozialfälle mit einer kostenlosen Karte der Straßenbahnen auszustatten. Wenn schon Ar- mut, dann mit Freifahrtschein! Damit die Leute an ihre Heimat glauben können, haben die Edeldemokraten noch ein paar staatliche Kosmetikmaßnahmen für das menschliche Gesicht des Regierens vor- geschlagen. Die Frauen etwa soll ein "Frauenplacet" betören. Und damit die Bremische Demokratie in vorteilhaftem Kontrast sich darstelle, soll es eine Geste des Antifaschismus geben, "eine Aufstockung des Härtefonds für Opfer des Nationalsozialismus". Die 'Alternative' zum Haushalt ist soweit: ein paar zusätzliche Märker in den Werbeetat der Politik, damit man/frau sie liebhaben kann. Beim Besuch der Shakespeare-Company z.B. auch: Unser Senat hat "Kultur"! Mehr soll auch gar nicht gehen. Die gute alte sozialdemokratische Sachzwanglüge samt Oppositionstaktik gegen die Schwarzen in Bonn ist das Argument der Grünen. "Ein grundsätzlich anderer Haushalt sei in Bremen nur nach einer Änderung der Geldverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden möglich - also, derzeit utopisch, wie Fücks sagte." (taz) Da malen die regierenden Sozis dem Fücks gar nicht schwarz genug. "Der Haushalt 1987 stellt nach Ansicht uon Ralf Fücks 'auf töner- nen Füßen'. Der Senat plane nämlich Einnahmen aus Bonn in Höhe von 365 Millionen Mark ein, wovon wahrscheinlich aber nur 200 Millionen nach Bremen überwiesen wurden." (WK 3.12.) Grüne Opposition rührt also die Trommel für die Lüge der herr- schenden Politik, sie könne dem Volk die Wohltaten nicht antun, die sie ihm nie geben w o l l t e. Dabei wissen die Grünen, was beim armen Senat so alles geht: Millionen für Wirtschaftsförde- rung, für die Bremer Rüstungsschmieden, für die Polizei... Aber auch das soll den Glauben an die Möglichkeit einer potenten Re- gierung nicht erschüttern. Die CDU ist schuld an der SPD-Politik! "Konterte Ralf Fücks von der Öko-Fraktion: 'Die CDU ist nach dem Bürgermeisterwechsel zur heimlichen Regierungsfraktion geworden und unterstützt die Wirtschaftspolitik des Senats mehr, als es die SPD tut.'" (WK) Fragt sich nur, wozu es überhaupt noch die Grünen braucht, wenn alles Gute der Politik schon bei den Sozis aufgehoben sein soll? Klarer Fall: Die Grünen müssen die Ideale der SPD hochhalten, weil die grad mit der dazugehörigen Politik der SPD beschäftigt ist! zurück