Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu


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       Der Veranstaltungskommentar
       

DAS ANTI-DISKRIMINIERUNGS-GESETZ DER GRÜNEN

Am Donnerstag, 19.6., stellten die Grünen ihre Forderung nach ei- nem Anti-Diskriminierungs-Gesetz für Frauen vor. Sein Ziel: Den Frauen soll durch Gesetz eine fünfzigprozentige Beteiligung in allen gesellschaftlichen Bereichen garantiert werden, vom Ar- beitsplatz bis zum Parlament. Die parallel dazu verlangte "Umgestaltung der Arbeitsbedingungen" ("mehr Kindergärten, mehr Erziehungs- und Fortbildungsurlaub") soll diese Teilhabe ermögli- chen. Über den materiellen Inhalt solcher Forderungen legt sich niemand mehr Rechenschaft ab. Es gehört sich einfach, für die gleiche Be- teiligung der Frau zu sein - egal, woran sie beteiligt wird. Da ein Arbeitsplatz die Wohltat ist, die einer Frau gerade noch ge- fehlt hat, werden auch die Grünen nicht behaupten wollen. An den angeführten Gründen für "Diskriminierung" - Nichtanstellung wegen der Möglichkeit von Schwangerschaft und Arbeitsausfall - kann ja jeder bemerken, daß es bei Arbeitsplätzen um die Benutzung für das Wohl des Betriebs geht und nicht um Selbstverwirklichung oder ähnliches. Weshalb es ein Fortschritt sein soll, wenn Frauen in größerem Ausmaß acht Stunden am Tag Leiterplatten löten dürfen, bleibt das Geheimnis der Grünen. Diese Tätigkeit bekommt nämlich auch keinen anderen Inhalt, wenn die Kinder im Betriebskindergar- ten versorgt werden! Und wenn die Grünen meinen, mit der Forde- rung nach gleicher Beteiligung würden die Frauen Zugang zu besse- ren Jobs erhalten, so fragt es sich nur: Brauchen wir wirklich mehr echt weibliche Betriebswirte? Oder anders: Brauchen Frauen (und andere) mehr Geld und Freizeit - oder brauchen sie mehr g e r e c h t v e r d i e n t e s Geld, oder brauchen sie über- haupt nur mehr g e s e l l s c h a f t l i c h e A n e r k e n- n u n g? Noch schlimmer wird es, wenn die Grünen begründen, warum die "Ungleichbehandlung" der Frau so ungerecht ist. Dann führen sie nämlich an, warum frauen eigentlich doch prima v e r n u t z - b a r sind: "Frauen sind in Wirklichkeit gar nicht weniger belastbar, sie sind auch zu Nachtarbeit verwendbar, sie sind zuverlässig, fleißig und machen bessere Prüfungen..." Ein Wunder, daß es da noch Unternehmer gibt, die darauf verzichten, solche prächtigen Arbeitstiere gehörig auszunützen! Aber eigentlich denken die Grünen ja auch nicht daran, daß fünfzig Prozent der Stahlkocher oder Bereitschaftspolizisten Frauen sein sollen. Auf den Inhalt der Tätigkeit angesprochen, wird kein Grüner in Begeisterung ausbrechen. Nur ist ihm der Inhalt der Berufe und gesellschaftlich nützlichen Tätigkeiten auch ziemlich egal. Denn gesagt werden muß es schon einmal, daß ein gesellschaftlicher Mißstand vorliegt, wenn Frauen nicht in allen Bereichen gleich vertreten sind... Wem das einleuchtet? Dem grünen Wähler vermut- lich. zurück