Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu


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GEGEN AKW ZU SEIN IST EINE SACHE. GRÜNE ZU WÄHLEN, IST ETWAS GANZ ANDERES!

Abschalten wäre das einzige Mittel gegen die Verstrahlung durch AKW. Und dafür sollen die Grünen taugen? 1 Man kann sie w ä h l e n. Richtig. Und deswegen soll auch schon die richtige Antwort auf einen GAU sein, eineinhalb oder vier Jahre auf die nächste Austeilung der Stimmzettel zu warten? Die Grünen sagen ja. Ohne g r ü n e Parlamentarier geht kein Ab- schalten. Wirklich? 2 Die Grünen sind mittlerweile im Parlament. Von Abschalten keine Spur. Mehr müssen sie werden. Damit sie an die Schalthebel der Macht kommen. Sonst nutzt das ganze Parlament nichts, so sagen die Grünen. Bloß: Ohne den Nachweis grüner P o l i t i k f ä h i g k e i t kein Parlamentserfolg, schlußfolgern sie. Seitdem kritisieren sie nicht nur AKW. Sie befürworten auch kräftig die Energieversorgung "unserer" Wirtschaft, die damit gesichert wird. Bei Hoechst und Krauss-Maffei. Seitdem sprechen sie sich nicht nur gegen den Um- weltdreck aus, sondern auch für die Marktwirtschaft, die ihn her- vorbringt. Das soll Wählerstimmen, also Erfolg bringen. 3 Ohne V e r a n t w o r t u n g g a n z p r a k t i s c h zu tragen, ist die ganze Politikfähigkeit unglaubwürdig, sagen Grüne. Der Einstieg in die Regierungsverantwortung auf Landese- bene ist das Mindeste, was sie ihrem Erfolg schuldig sind. Seit- dem beschließen Grüne in Hessen nicht nur den Etat für das AKW Biblis mit, sondern auch die Wasserwerfer, die Anti-AKW-Demon- stranten wegspülen. Von Abschalten keine Spur. Im Gegenteil. Der grüne Erfolg sitzt mit am Hebel fürs Anschalten. 4 Ohne grüne Mitverantwortung auf B u n d e s e b e n e geht keine erfolgreiche Landespolitik, sagen Grüne. Also noch mehr Po- litikfähigkeit, noch mehr Verantwortung tragen. Damit die Grünen endlich das "Müsli-Ghetto" (Fischer) überwinden... 5 Und wenn die Grünen ihr Traumziel erreicht hätten? Mitmischen in einer Bundesregierung samt grünen Ministern im Kabinett? Dann wäre nach grüner Logik das Abschalten ein untragbares "Risiko", das die Partei nicht eingehen darf, weil sie dadurch die Politik- fähigkeit verspielt, mit der sie bis zum Schalter vordringt! Nach dem Motto: Die beste Bedingung fürs Abschalten ist eine starke grüne Mitverantwortung beim Anschalten. Das ist grüne Erfolgslogik: --------------------------- Natürlich sofort abschalten. Aber: - Ohne grüne Parlamentarier kein Abschalten der AKW's ! - Ohne Politikfähigkeit keine grüne Mehrheit! - Ohne Regierungsbeteiligung auf Landesebene keine Politikfähig- keit! - Ohne grüne Mitverantwortung auf Bundesebene keine erfolgreiche Landespolitik! Erfolgreich wofür eigentlich? ----------------------------- Vier Schritte grüner Politik. Nicht hin zum Abschalten, sondern weg davon. Und was ist mit dem Vorhaben Abschalten? "Das Abschalten muß von unten kommen!" (Der Grüne Jo Müller, 14.5.86, Bremer Stadthalle) Wozu braucht die "Basis" dann überhaupt die Partei, wenn die sich in puncto Abschalten glatt für unzuständig erklärt? Damit die Grünen eben denen da unten dann sagen können, warum das Verlangen nach Abschalten ein 'sektiererischer' Fehler ist, wenn man darauf praktisch besteht! So hat jeder, was er braucht. Die "Bewegung" ihre Partei und die Partei deren Stimmen. Und das war der Erfolg der AKW-Gegner, auf den es ankommen sollte? P.S.: D i e Grünen, gibt es die überhaupt? Liegen sich nicht ewig Fundamentalisten und Realos in den Haaren? Sicher. Aber in welcher Frage! Die G l a u b w ü r d i g k e i t der Partei se- hen die Tramperts und Ditfurths durch die AKW-Koalition mit Bör- ner z.B. kaputtgehen. Wohlgemerkt: Nicht die M i t t ä t e r- s c h a f t beim AKW-Betrieb werfen solche Grünen ihrem Haufen vor, sondern daß manche Wähler den Grünen ein Ziel nicht mehr glauben, das sie sowieso nicht haben - aber für den Stimmenfang gern benutzen. Auch so herum kann man heucheln. Natürlich für eine gute Sache, den Parteierfolg. Genau dasselbe Ziel übrigens, dem auch die Männerfreundschaft des ersten Turnschuhministers der Republik mit Dachlatten-Börner verpflichtet ist. Deswegen betreiben die Fundis auch nicht den Partei-Ausschluß der Realos, umgekehrt genauso wenig. Die Brüder wissen, was sie aneinander haben. AKW m i t v e r a n t w o r t e n und den A u s- s t i e g propagieren, das bringt d o p p e l t e n Stimmen- gewinn. Jedenfalls, solange die Grünen sich in ihren Wählern nicht verrechnet haben. zurück