Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu


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       Die Mauer ist weg - die GRÜNEN fordern:
       

DM-IMPERIALISMUS MIT GUTEM GEWISSEN - DEUTSCHE EINHEIT ALS LINKES PROJEKT

1. Menschen, einander wildfremd aber deutsch, kennen keine Systemge- gensätze, Parteien und Klassen mehr, sondern umarmen sich auf dem Kudamm. Die Westler unter ihnen sind besoffen vor Freude, daß in ihre allerliebste Heimat der vollen Schaufenster und leeren Geld- börsen die Zonis zum Staunen kommen, die man in ihrer Zone trotz Reiseregelung nie besuchen wollte. Deutschnationaler Taumel? Nein, Allzumenschliches, versichern GRÜNE und "freuen sich mit den Bürgern und Bürgerinnen der DDR" über das "Loch in der Mauer" (taz 14.11.) Ganz glaubwürdig, grundehrlich. Denn "deutschnationalen Taumel" (AK) mögen GRÜNE nicht, versichern die linken GRÜNEN. Also weg mit jedem Verdacht, verlangt die GRÜNE Gesamtpartei. 2. GRÜNE sind doch nicht Kohl oder die Deutsche Bank, die sich gar nicht klammheimlich auf die Übernahme von Land und Leuten der DDR fürs westdeutsche Geschäft freuen. GRÜNE beglaubigen dieses Pro- gramm ganz unschuldig dadurch, daß sie ihm ihren Namen geben: Sie sind die politischen Agenten der Verwechslung dieses Übernahme- mit einem Volksbeglückungsprogramm. Wer das Menschlichkeitsgetue in BILD verdächtig findet, kann es bei den GRÜNEN genießen. 3. Von wegen Menschlichkeit! Auch die bundesdeutschen GRÜNEN wollen, daß die Reisefreudigkeit der Zonis für etwas mehr, nämlich für eine Systemfrage geradezustehen hat: "Es gibt auch für die DDR keine andere wünschenswerte Alternative als eine soziale und de- mokratische Marktwirtschaft, die aber von Anfang an die Chance einer ökologischen Modernisierung in ihre neu entstehenden wirt- schaftlichen Grundstrukturen einbaut." (Knapp, taz 11.11.) Das "aber" ist der grüne Witz. Damit geben die Typen zu Protokoll, daß Marktwirtschaft und Umweltdreck zusammengehören - u n d ma- chen diese Wahrheit dadurch ungeschehen, daß sie das Gegenteil einfach beteuern: Marktwirtschaft s e h e n die GRÜNEN einfach als "Chance" fürs Gegenteil. So und nur so geht dann der Export der Marktwirtschaft von Daimler und Siemens in die DDR voll in Ordnung. 4. In diesem Sinne kümmern sie sich jetzt um die DDR. Auch für grüne Einmischung ist "endlich" die Mauer weg. Nein, sie wollen nicht wie Waigel zurück zu den unheimlichen Grenzen von 1937, sondern vorwärts zum heimeligen "europäischen Rechtsstaat" (Lippelt) des Vermummungsverbots - wie Genscher. Nein, sie wollen nicht in die SED hineinregieren wie Rühe, sondern das Neue Forum bei deren Sturz betreuen - wie Momper. Das Ziel des BRD-Revanchismus ein- fach auszuplaudern, finden GRÜNE anrüchig; den Weg dahin finden sie dagegen großartig, wenn er sich echt sozialdemokratisch als Unterstützung einer Bewegung von unten präsentiert. Und wenn dann "eine demokratisch legitimierte Regierung der DDR eine Zusam- menarbeit mit der BRD bis zur Wiedervereinigung anstrebt" (taz 15.11.)? Dann heißt die grüne Linie: Schluß mit "sauertöpfischen Reaktionen von links." (taz 13.11.) Denn dann will - unanfechtbar - "das Volk" heim ins Reich. 5. Wie in der BRD erklären sich die GRÜNEN auch in der DDR zuständig für die "Bewegungen". Aber sauer, von den Regierungsdemokraten von CDUSPDFDP deutschlandpolitisch "ausgegrenzt" zu werden, sind die GRÜNEN auch. Wo sie doch realpolitisch wissen, wie sehr es "unsere" Sache ist, die DDR zu übernehmen, nein umzugestalten. Schließlich fordern sie "ein großangelegtes Programm zur ökonomi- schen und ökologischen Zusammenarbeit mit der DDR und Osteuropa. 10 Milliarden stünden dafür zur Verfügung, wenn die zweite Stufe der Steuerreform gestrichen würde". (taz, 13.11.) Wenn die GRÜNEN dem Export des Kapitalismus in den Osten das Etikett "garantiert ökologisch" anhängen, wird ja wohl der letzte Müsli-Bauer einse- hen, daß er dafür tief in die Tasche greifen muß. 6. So sind GRÜNE, wenn sie "das Projekt der deutschen Einheit als ein linkes Politprojekt wieder-aneignen" (Stratmann). Sie tun al- les dafür, den letzten "Linken" für das Projekt der deutschen Einheit anzueignen. zurück