Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION GRUENE - Alternative - wovon und wozu


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DIE GRÜNEN - NOCH IMMER NICHT NORMAL GENUG

Die Grünen wären ungefähr so korrupt wie die Baulöwen - hat die Bild-Zeitung ermittelt. "Schlammschlachten", "Flügelkämpfe" und "Filz" beherrschen das Parteileben; das wäre "widerlich". Warum eigentlich so viel Verachtung - für eine Partei, die doch offen- bar bloß ein bißchen mehr so handelt, wie die a n d e r e n P a r t e i e n s c h o n l ä n g s t zu Werke gehen?! Filz, Korruption und Intrigenschaft: Das gehört doch zu den ganz norm- malen Einrichtungen jeder lebendigen Parteiendemokratie! Wenn die Grünen sich in der Hinsicht noch irgendwie unterscheiden, dann so, daß ihre Machenschaften von vergleichsweise winzigem Kaliber sind: Was sind ein paar fehlende Belege gegen nachweisbare Steu- erhinterziehungsmanöver? Was sind die parteiinternen Gehässig- keiten gegen die Personalpolitik eines CDU-Kohl oder eines SPD- Vogel? Eigentlich müßte die Bild-Zeitung und die sonstige demokratische Öffentlichkeit sich darüber freuen, daß die Grünen - nach allem, was sonst bei demokratischen Parteien üblich ist - allmählich normal werden. Noch so ein Haufen von Leuten, die sich danach drängen, über andere "die Verantwortung" zu übernehmen und ge- setzliche Vorschriften zu machen: Das ist doch eine schöne Berei- cherung der Wahlfreiheit, die unsere Demokratie angeblich so le- benswert macht! Warum sieht das ausgerechnet bei den Grünen nie- mand so? An der Parteiideologie kann die verbreitete Abneigung gegen die Grünen eigentlich auch nicht liegen. Denn dümmer oder verrückter als das offizielle christliche Weltbild ist das ökologische auch nicht. Klüger und richtiger übrigens auch nicht - falls das je- manden stören sollte. Und was die Grünen als "neue Themen" in die Politik eingeführt haben, das ist, wie man hört inzwischen längst überall aufgegriffen worden. Sogar die Frauenfrage haben alle etablierten Parteien sich zu Herzen genommen. Wo liegt also der Makel der Grünen? Vielleicht nur in einem winzig kleinen Unterschied. Es gibt immer noch Leute in der Partei, die ihre Vorstellungen von einer besse- ren Politik für E i n w ä n d e gegen die wirkliche Politik halten - und noch nicht recht begriffen haben, daß fromme Phrasen der S c h ö n f ä r b e r e i zu dienen haben und sonst gar nichts. In der wirklichen Politik ist "Weniger Waffen!" eine Parole, die das Rüsten begleitet; "Saubere Umwelt!" ein Kampfruf, mit dem Müllverbrennungsschiffen die Kloake namens Nordsee ge- schickt werden; "Sichere Renten" die Überschrift, unter der die Renten bis an den Rand der Existenzsicherung gesenkt werden. Die- sen einzig richtigen Gebrauch politischer Ideale beherrschen die Grünen inzwischen zwar auch schon ganz gut. Aber der Verdacht hängt ihnen noch an, sie wären doch noch ein bißchen g e g e n das, was unsere Republik so harmlos, so reinlich und so gemütlich macht. Und das paßt wirklich nicht zu Politikern, die kein hö- heres Ziel kennen, als für Waffen, Dreck und Alterselend die Ver- antwortung zu erobern. zurück