Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION FRIEDENSBEWEGUNG - Von Waffen und Moral
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"SIE HABEN NICHT DRESDEN GESCHÜTZT..."
Es konnte nicht ausbleiben, daß sich unter diejenigen, die auf
der "Friedenssehnsucht junger Menschen ihr Süppchen kochen wol-
len", auch Leute einreihen, die ganz offen faschistisch argumen-
tieren. Da lesen wir doch mitten unter Aufsätzen, die sich mit
dem NATO-Doppelbeschluß auseinandersetzen, einen, der so anfängt:
"Wenn ich das Geld hätte, mir ein Eigenheim zu bauen, so würde
ich einen Architekten engagieren. Aber keinen, der schon einmal
Bankrott gemacht hat. Aber zur 'Verteidigung der Bundesrepublik'
haben die Herren in Bonn, von Adenauer bis Helmut Schmidt, eine
Armee aufgestellt, die schon zweimal bankrott gemacht hat: Eine
Armee, die seit 1870 - also seit 110 Jahren - jeden Krieg verlo-
ren hat. Eine Armee, die niemals imstande war, auch nur einen
Quadratkilometer deutschen Bodens zu verteidigen."
Die Bundeswehr läßt sich also auch von rechts kritisieren als un-
fähig zur Vaterlandsverteidigung und dem Faschismus die Rechnung
aufmachen, er sei an seinem eigenen Anspruch gescheitert. Wie im
deutsch-nationalen Lager üblich, folgt dieser eine Nachfolgeargu-
mentation auf dem Fuße, die eine allumfassende Geschichtsfäl-
schung am Werke sieht, um den nationalen Verrat zu vertuschen.
"Um diese Tatsache aus den Köpfen unserer Menschen zu verdrängen,
wird eine ganze Armee von Public-Relations-Leuten beschäftigt,
die als 'Militärspezialisten' hinter ihren Schreibtischen"
(Etappenhengste?!) "sitzen... Zusammen mit dieser konserva-
tiv/sozialdemokratischen/liberalen 'pluralistischen' Werbe-Agen-
tur sind bei der ARD ('Alles rechts drehen') und bei der Lö-
wenthal-Glotze des Ritterkreuztragers Herrn von Haase - ZDF
('Zentrale Deutsche Fehlinformation') noch ein paar hundert die-
ser 'Fachleute' beschäftigt."
Ähnlich den Erfindern der "Auschwitz-Lüge"
"erzählen (sie) uns voll Stolz, welche Schlachten sie siegreich
geschlagen hätten. So wie ein Fußballverein, der verbreitet, daß
er im Entscheidungsspiel bei Halbzeit zwei zu eins geführt habe -
aber schamhaft verschweigt, daß das Spiel mit fünf zu zwei verlo-
ren ging."
Daß Moskau schließlich doch nicht deutsch wurde, im Gegenteil
Teile des deutschen Bodens unter dem russisch/polnischen Stiefel
ächzen, ist natürlich dem unheilvollen Einfluß des Finanzkapitals
zuzuschreiben, dem selbst deutsche Generale hörig waren:
"Sie haben niemals Deutschland verteidigt, wohl aber die Profite
der Deutschen Bank. Sie haben Dresden nicht geschützt, wohl aber
die Einnahmen der Dresdner Bank."
Daß Dresden heute unter dem Unrechtsregime der SBZ zu leiden hat,
dafür kann der deutsche Landser unmöglich verantwortlich gemacht
werden, war er doch Opfer eines Dolchstoßes von oben:
"Ihre Public-Relations-Welle verbreitet beharrlich, daß der deut-
sche Soldat der beste der Welt gewesen sei und übersieht dabei,
daß die logische Schlußfolgerung lauten muß: dann hatte der beste
Soldat die schlechtesten Generale, wie anders hätte diese Armee
den Krieg verloren?"
Was diesen Bankrott-Generalen fehlte, soll die echte nationale
Gesinnung gewesen sein. Sie waren damals (wie heute)
"Fachidioten..., die über das, was sie auf der Kriegsschule ge-
lernt haben, nicht hinausblickten."
Das veranlaßt sie und ihre politischen Auftraggeber heute zu ei-
nem erneuten und noch verhängnisvolleren Verrat, indem sie das
Vaterland den USA ausliefern:
"Ich habe keine Kriegsschule besucht... Aber ich weiß als poli-
tisch denkender Mensch, was die USA sind und warum sie bis jetzt
ihre Kriege geführt haben."
Und jetzt kommt als Einsicht politischen Denkens das uralte Credo
des stammtischfaschistischen Antiamerikanismus:
"Sie (die USA) haben immer dafür gesorgt, daß bei ihnen zu Hause
nicht eine einzige Fensterscheibe kaputtgehen sollte. Sie haben
nie daran gedacht, für andere zu kämpfen oder gar für andere die
Kastanien aus, dem Feuer zu holen. Sie ließen im Ersten Weltkrieg
ihre Verbündeten England und Frankreich sich mit der deutschen
Armee gegenseitig ausbluten, bevor die Amerikaner 1917 ins
Kriegsende eingreifen und als triumphaler Sieger daraus hervorge-
hen konnten. Sie haben im Zweiten Weltkrieg gewartet, bis
Frankreich niedergeworfen, England unter der U-Boot-Blockade iso-
liert, die Sowjetunion - wie sie glaubten - ausgeblutet war: Dann
kamen sie, um für die USA die Siegesbeute nach Hause zu holen."
Statt mit der deutschen Armee gemeinsam gen Osten zu marschieren,
wie sich das der deutsche Nationalist noch heute gerne ausmalt!
Und dieser geborenen Verräter- und Parasitennation -
"Immer im Ausland, auf dem Boden der 'Verbündeten' und auf Kosten
der 'Verbündeten' den Krieg zu führen" -
bieten die Erzbergers und Rathenaus von heute
"die ganze Bundesrepublik mit Männern, Frauen und Kindern, Zivi-
listen wie Soldaten als Raketenabschußrampe und als Kugelfang für
gegnerische Raketen an."
Der Nationalismus d i e s e r Position gegen die NATO-Politik
steht nicht an, zum Widerstand gegen den Ausverkauf Deutschlands
aufzurufen. Seiner Klassenlage entsprechend setzt er natürlich
auf gesunde Elemente im Heer selbst und stößt dabei ausgerechnet
auf den von Hitler abgesetzten Generaloberst Beck der aus Zwei-
feln an Hitlers Feldherrenqualitäten 1938 als Chef des General-
stabs zurücktrat, 1944 nach dem 20. Juli Reichspräsident werden
sollte, ein Angebot an die Westalliierten, gemeinsam gegen die
Rote Armee zu kämpfen, fertig ausgearbeitet hatte ehe er die Zy-
ankali-Kapsel schluckte:
"Generaloberst Beck wußte: dieses Land und dieses Volk kann nicht
durch Aufrüstung zum Krieg Sicherheit erlangen, sondern nur durch
stabilen Frieden."
Diese kleine Lüge über den Befehlshaber der großdeutschen Aufrü-
stung am Schluß des Aufsatzes gibt einen Hinweis darauf, daß sein
Autor kein zeitgenössischer Faschist ist, sondern der Herr Emil
Carlebach vom Präsidium der Deutschen Kommunistischen Partei
(DKP), der in den "Marxistischen Blättern" Nr. 4/1981 gegen
"Militaristen und 'Fachidioten' als 'Verteidiger'?" polemisiert
und sich dabei auf
"einige im Roten Frontkämpferbund oder beim Antifaschistischen
Kampfbund notdürftig gelernte Grundregeln des militärischen
Kampfes"
beruft.
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