Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION BEWEGUNG - Von Robin Wood und Hausbesetzern


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HALLO, STUDENTINNEN!

"100% o-Profs now!", "Feminisierung der Wissenschaften!" habt Ihr im Streik auf Eure Flugblätter und Uni-Wände gepinselt. Jetzt wa- ren sie da, vier "Expertinnen in Sachen Frauenforschung", auf Einladung des Akademischen Senats, von Rektor Timm als erster Schritt zur Erfüllung Eurer Forderungen begrüßt. Sie referierten zum Thema "Was könnte feministische Forschung in den Naturwissenschaften heißen?" Macht Euch mal auf Seminarinhalte folgender Art in den nächsten Semestern gefaßt: "In der Zellkunde wird mit der Vorstellung von der passiven Ei- zelle und den aktiven, konkurrierenden Samenzellen gearbeitet. Eine unglaublich sexistische Vorstellung. Die frauenspezifische Fragestellung lautet: Warum umhüllt die Eizelle den Samen? Welche Faktoren bewirken, daß die Eizelle einen bestimmten Samen aus- wählt? Das ist eine völlig neue Forschung!" Neue Forschung - so soll das ab jetzt wohl heißen, wenn selbst die Beschreibung der Zellbefruchtung in den Biologie-Büchern ver- wandelt wird in ein Feld, auf dem Respekt vor dem weiblichen Ge- schlecht einzuklagen ist. Mal abgesehen davon, daß diese Feministin die Gleichsetzung des Attributs "aktiv" mit einer Auszeichnung und "passiv" mit einer Abwertung mit Sicherheit nicht aus der Biologie hat. Der hier wie selbstverständlich eingebrachte Standpunkt, dem weiblichen Ge- schlecht gebühre Achtung und Respekt, w e i l Weib, ist für sich schon dämlich genug. Aber daß diese Biologin die "Ehrerbietung" vor der weiblichen Eizelle für einen Gradmesser hält, an dem sich die Stellung zum weiblichen Geschlecht ent- scheidet, setzt dem Ehrgetue die Krone auf. Die Gleichung Frau = Eizelle soll man sich an dieser Uni in Zukunft auch von feministischen Professesoren anhören?! "In der Soziobiologie werden Tiergesellschaften untersucht. Bis- her hieß es, Affengesellschaften seien wesentlich durch die Rang- konflikte zwischen den männlichen Affen geprägt. Ein typisch patriarchales Modell. Feministische Forscherinnen haben rausge- kriegt: Der Rang des männlichen Affen ist bestimmt durch den Rang seiner Mutter und durch die Anerkennung durch die anderen weibli- chen Affen. Des weiteren sind nicht die männlichen, sondern die weiblichen Tiere Traditionsträger und verantwortlich für Inno- vationen. Feministinnen entdecken also völlig neue Verhal- tensnormen." Nachäffen können feministische Forscherinnen ihren etablierten Kollegen allemal. Daß die der Frau abverlangte Bornierung auf Kinder und Küche das Natürlichste von der Welt sei, weil das bei den Tieren auch so sei, dieser Kalauer aus der Trickkiste der Ideologie-Produzenten ist den "Expertinnen" offensichtlich nicht entgangen. Das heißt aber noch lange nicht, daß "Frauenforschung" Schluß machen will mit dieser Tour, jeweils herrschenden Anforde- rungen an das Tun und Lassen der Leute mit dem Hinweis auf (er- fundenes) Tierverhalten den Anschein des Unwidersprechlichen zu verpassen. Nicht k r i t i s i e r e n, sondern e i n s p a n- n e n will die "feministische Forschung" diese Abteilung Ideolo- gie-Produktion in der Biologie für ihr Anliegen. Nicht der Patriarch, sondern das Muttertier soll der wirkliche Grund der Hackordnung sein. In Zukunft darf man dann wohl an der Bremer Uni an den Affen "studieren", daß die Natur den Kanzlersessel eigentlich für einen Frauenarsch entworfen hat. zurück