Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION BEWEGUNG - Von Robin Wood und Hausbesetzern
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Die Sache mit dem Patriarchat
"DIE MÄNNER SIND ALLE VERBRECHER"...
Leichtlohngruppen für Frauen, Krach in der Ehe, Krieg oder Feuda-
lismus - ein klarer Fall von Patriarchat, so meinen Feministin-
nen. Weil es sich bei den a u s f ü h r e n d e n
P e r s o n e n mancher Ärgernisse (oder was dafür gehalten
wird) um Männer handeln soll, seien Männer auch d e r G r u n d
dafür: "Männerherrschaft". Daran stimmt nichts. Noch nicht einmal
soviel, daß immer nur Männer an den Schalthebeln der Macht säßen.
Aus einer bloßen D i f f e r e n z der Geschlechter wird so ein
G e g e n s a t z gemacht. Dabei könnten sich die Urheber dieser
Weltsicht einmal fragen, w a r u m die Männer die Unterdrückung
der Frau wollen sollten. Unterdrückung mag ja ein M i t t e l
für gewisse Zwecke sein, aber doch nicht selbst der Z w e c k.
Feministinnen aber unterstellen Männern eben diese Absurdität und
beantworten die Frage nach dem 'warum' sehr prinzipiell: Männer
knechten Frauen, weil sie M ä n n e r sind - ein Rassismus, der
die Frage nach dem Sinn und Zweck solchen Treibens in die
N a t u r des männlichen Geschlechts verlegt.
Die Biologie haben Feministinnen dabei sicher genauso wenig zu
Rate gezogen, wie den schlichten Blick in die Wirklichkeit: Daß
an die 20 Millionen Patriarchen von Montag früh bis Freitag abend
vor ihren Arbeitgebern und Chefinnen katzbuckeln, ist nicht ge-
rade passend mit dem Begriff "Männerherrschaft" umrissen. Der
Name Patriarchat bezeichnet eben keine T h e o r i e über ge-
wisse Dinge aus der Welt, in der wir leben; er kennzeichnet eine
Welt a n s c h a u u n g, die sich ihre Gegenstände nach dem
Fielmann-Prinzip selber schafft: Wie die Brille, so das Bild. Wo
immer eine Feministin Männlichkeit wittert, behauptet sie auch
schon einen Schaden fürs andere Geschlecht.
Mit der Sprache
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steht sie auf Kriegsfuß . Dem unpersönlichen Pronomen "man" ent-
nimmt sie leicht das klammheimlich angehängte und verschämt ver-
schwiegene zweite 'n', das auf die Männerherrschaft ebenso ver-
weist, wie d e r Uterus, in dem sich ein maskuliner Artikel ei-
nes weiblichen Organs bemächtigt.
Die Wissenschaft
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erscheint natürlich sofort als ein großtechnisch organisierter
Kral des Patriarchats, wenn man das D e n k e n als grausames
Männlichkeitsritual auffaßt. Das geht, auch wenn der von
Frauenwissenschaftlerinnen favorisierte Bauch, von dem noch die
Alten wußten, daß er nicht gern studiert, selbst bei den größten
Gurus der K ö r p e r sprache noch kein Thesenpapier produziert
hat.
Selbst scheinbar abseits gelegene Dinge wie etwa
Das Automobil
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erscheinen durch die feministische Brille in völlig neuem Licht.
Recht betrachtet handelt es sich bei diesem Gerät nämlich um
einen Phallus, mit dem man auch fahren kann. Ein Symbol der
Männerherrschaft, das den unbestreitbaren Vorteil besitzt, das
man es überall, immer und sofort enttarnen kann, wenn man mit der
entsprechenden Brille ausgerüstet ist.
Die Mode
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muß deswegen auch nicht abseits stehen. Jenes unverwüstliche At-
tribut patriarchalischer Haute Couture, auch Schlips genannt, ist
längst allen Ernstes eingemeindet in die unerschöpfliche Indizi-
enflut der feministischen Theorie. Die Form des Tuches gemahnt,
man ahnt es, schon wieder an den kleinen Mann. Die Spitze aber
zeigt entgegen anders- lautenden Gerüchten nicht auf den Hoden,
sondern Boden, wie Otto zurecht bemerkt hat. Aber das gilt wohl
als billige Ausflucht, wie man sie von einem Patriarchen nicht
anders erwartet.
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