Quelle: Archiv MG - BRD OPPOSITION BEWEGUNG - Von Robin Wood und Hausbesetzern


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       Feministischer Rassismus:
       

DIE FRAU - DER BESSERE MENSCH

Die Frauenbewegung war stets darum bemüht, "diskriminierende" Ur- teile über Frauen aufzuspüren und zurückzuweisen. Verbreitete Vorstellungen, wie etwa die, daß die wahre Bestimmung einer Frau darin liege, in der selbstlosen Erfüllung von Mutterpflichten aufzugehen oder die, daß Frauen der Logik nicht so mächtige, weil gefühlsbetonte Wesen seien, haben vielen Frauen nicht gepaßt. Auffallend allerdings, daß solche Urteile selten genug als das kritisiert wurden, was sie sind: In ihrer Dummheit ziemlich of- fenkundige Versuche, tatsächlich geltend gemachte A n s p r ü c h e an Frauen mit einer angeblichen "natürlichen" Bestimmtheit der Frau nachträglich zu verbrämen. Weitaus häufiger wurden solche Rassismen als Beleidigung des Geschlechts empört zurückgewiesen und mit der Entgegnung "Frauen können mehr!" quit- tiert. Mittlerweile ist es unter feministisch gesonnenen Frauen nicht unüblich geworden, die ehemals als diskriminierend empfundenen Äußerungen etwas anders, nämlich genau umgekehrt zu nehmen. Nach dem Motto: "Unsere angeblichen Schwächen sind in Wirklichkeit un- sere Stärken!" wollen nicht wenige Frauen sich den Gedanken einer natürlichen Bestimmtheit einleuchten lassen, wenn nur das, was bis dato als Ausweis der Minderwertigkeit des eigenen Geschlechts gelten sollte, jetzt als dessen Vorzug genommen wird. Also loben sich diese Frauen nun dafür, daß sie in Sachen Emotionalität und "Lebensspenden" den Männern gegenüber einen Vorrang besitzen und scheuen sich nicht, am so neu bewerteten weiblichen Wesen die Welt genesen lassen zu wollen. Diese Retourkutsche ist einerseits billig zu haben. Andererseits aber auch sehr hart, indem in der feministischen Umwertung das Prinzip der rassistischen Sortierung geteilt und fortentwickelt wird, das schon den alten Sprüchen über das "schwache Geschlecht" innewohnte. Und dafür werden im übrigen alle schon gemachten Fehler unbesehen übernommen: in puncto Denken und Fühlen, ------------------ wo sich Mann und Frau ja scheiden sollen, bleibt es nunmal ein Fehlschluß, aus der Unterschiedenheit zweier Formen, in denen sich ein menschlicher Geist betätigt, eine Rangfolge oder gar einen Gegensatz zu machen. Wo immer ein Gedanke gegen ein Gefühl auftritt, liegt das allemal am Inhalt beider. Und letzter ist als gefühlter doch auch nicht per se schon begrüßenswert. Oder soll man einen zutiefst empfundenen Haß auf Ausländer etwa gegen seine theoretische Kritik in Schutz nehmen, nur weil es sich dabei un- zweifelhaft um ein "echtes Gefühl" handelt? Der Vorwurf der "kalten Rationalität", der in letzter Instanz dann an die männli- che Natur ergeht, will für so ziemlich alle Übel, die hierzulande zu bemerken sind, vom AKW bis zum Krieg, die absolute Harmlosig- keit verantwortlich machen, daß sich im Denken noch jeder Mensch als Subjekt zum Gegenstand seines Nachdenkens verhält. Aber nur, weil hierzulande die Wissenschaft bspw. im Dienst gewalttätiger Interessen steht, ist Gewalt noch lange keine zutreffende Bestim- mung des Denkens. Gewalt bestimmt eben ein Verhältnis von Inter- essen und hat als Attribut in der Sphäre der Verstandesbetätigung so wenig verloren wie Temperaturangaben. In puncto Lebensspenden ------------- bleibt es, auch bei feministischer Umwertung, eine gedankliche Fehlleistung, aus der biologischen Differenz der Geschlechter einen Rückschluß auf den jeweiligen Willensinhalt machen zu wol- len. Daß Frauen die "geborenen Lebensspender" und also auch in einem besonderen Maß zur V e r a n t w o r t u n g für das Leben wil- lens und fähig sind, ist schon beim Kinderkriegen nicht wahr. Schließlich muß man das, wozu man von Natur aus i n d e r L a g e ist, nicht deswegen schon w o l l e n. Und wenn es ge- wollt wird? Ein Kind als Ehekitt und Lebenssinn z.B., das ist schon ein sehr bescheuerter Grund, bei dem es einem um das Kind eher leid tun kann. Ganz verrückt wird es allerdings, wenn sich manche Frauen mit ihrer Gebärfähigkeit gleich als Dienerinnen am Wert 'Leben' betätigen wollen. Das geht zwar einerseits gar nicht, weil sie auch nur Kinder kriegen können. Andererseits ver- rät es aber eine Stellung dazu, die ein wie auch immer geartetes Interesse der Frau gar nicht mehr zuläßt. Es ist eben so: Wo dem Leben als Wert das Wort geredet wird, ist jede Nachfrage an seine Qualität, das was man davon hat eben, verboten. zurück