Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN TV - Was das Volk aufregt


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       Münchner Hochschulzeitung Nr. 9, 11.02..1981
       
       Wochenschau
       

MATTSCHEIBE

Letzten Donnerstag, 23 h, ARD: Eine wegweisende Sendung über Öf- fentlichkeit im Modell Deutschland und so unverschämt aufgezogen, daß der Unterhaltungswert schon fast wieder brüllkomisch geriet: über Motive und Ursachen der Hausbesetzungen "diskutierten" der Westberliner Polizeichef Hübner, der schon in Physiognomie und Habitus verrät, daß er in einer sozialdemokratischen Tradition steht, die mit dem Namen des unvergessenen Gustav Noske verbunden ist; der Hamburger Innensenator mit dem böhmischen Namen, ein Schreibtischtäter par exellence, der Juso-Vorsitzende Pschük oder so ähnlich, Ex-Polizist und Distanzier vom Dienst plus eine äl- tere Psycho-Pol-Soziologin samt Moderator Scharlau Winfried. Wie zu erwarten verlief die "Debatte" entlang der heißen Kontroverse, ob man umstandslos alle zusammenhauen oder nach dem Motto 'Den Guten ein Tröpfchen, die Bösen ins Töpfchen' mehr "differenzieren" sollte. Wenn diese Art, "heiße Eisen" anzupac- ken, Schule macht, stehen uns demnächst Diskussionssendungen ins Haus, die etwa so aussehen: Maier, Lobkowicz und der RCDS-Vorsitzende erörtern Motive studentischen Protestes; "Warum den Kriegsdienst verweigern?", ein Streitgespräch zwischen Hans Apel und General Jürgen Brandt, und warum nicht gleich eine open- end-Diskussion zwischen Mathias Walden, Kardinal Ratzinger und Christa Kinshofer über die gesellschaftlichen Hintergründe des vorehelichen Geschlechtsverkehrs mit dem aus Bonn live zugeschal- teten Postminister Gscheidle? zurück