Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN TV - Was das Volk aufregt


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       Marxistische Schulzeitung Bremen, 05.11.1981
       
       Wochenschau
       

GEWALT IM FERNSEHEN

wird nach allgemeiner Auffassung nicht in der Tagesschau geboten, sondern im Filmangebot. Die Bösewichter im Fernsehen sind keines- wegs Helmut Schmidt und Ronald Reagan mit ihrem Vorhaben, den Ostblock im Bedarfsfall auszuradieren, sondern vergleichsweise harmlose Figuren wie J. R. Ewing. Näher an der Realität waren da schon die immer wieder genüßlich eingespielten Bilder vom "brutalen Foul" des KSC-Spielers Günther an seinem Profi-Kollegen Hasse Borg von Eintracht Braunschweig. Endlich einmal war sich die Nation in der Ablehnung von Gewalt einig, und selbst promi- nente Kicker, selber "keine Kinder von Traurigkeit", dokumentier- ten öffentlich Abscheu, weil eines ihrer Berufsgeheimnisse in Zeitlupe vorgeführt wurde. Der für den Sport reichlich heuchleri- sche Vorschlag Breitners, Übeltäter wie Günther solange zu sper- ren, bis ihre Opfer wieder spielen können, hätte, auf die Politik angewandt, etwas Bestechendes an sich. Man stelle sich nur vor: Bundesregierung samt Opposition gesperrt auf Lebenszeiten! Das würde zwar den Abstieg der BRD aus der Staatenliga bedeuten, dem Spiel aber bislang ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. zurück