Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN TAZ - Der Spiegel der Szene
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So alternativ ist die "taz"
ALLES VERWECHSELN UND GUT AUF LINIE
Neben und als Ergänzung zu "Frankfurter Rundschau", "Süddeutscher
Zeitung" und "Spiegel" gibt es für besonders kritische Geister
die "taz", mit der diese ihre bewegte Vergangenheit in die Bio-
kost-Gegenwart hinüberretten - als Grün-Wähler und "taz"-Leser.
Bei deren Lektüre braucht niemand auf alte, liebgewordene Opposi-
tionsgefühle zu verzichten; die werden von der "alternativen" Ta-
geszeitung gut bedient - nur wie!
"Plutonium-Sumpf"
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Es gab einmal den öffentlich demonstrierten Verdacht, die Bundes-
regierung würde sich mit dem Bau von AKWs über die Gesundheit und
das Leben ihrer Bürger frech hinwegsetzen. Das Ansehen der fried-
lichen kleinen Gemeinschaft BRD, die mit Atombomben nichts am Hut
habe, wurde angezweifelt - siehe Wackersdorf. Heute reichen Poli-
tiker freigebig und offiziell die Fakten für die matten Verdäch-
tigungen von damals nach - und die "taz" ist so skandalbegei-
stert, daß sie nur noch positiv an den verlautbarten Sorgen der
politischen Macher zu Hanau weiterdenkt.
Bei kritischen Geistern, die sich noch nie Illusionen gemacht ha-
ben wollen, weil sie "in diesem System" alles für möglich, aber
nichts für notwendig halten, gerät die Entlarvungsfreude noch
grundsätzlicher als beim "Spiegel". Nach Hanau hat die Politiker,
die sich Fabriken zur Erzeugung und Veredelung eines staatlich
geschätzten Rohstoffs hingestellt haben, und die Atomindustrie,
die aus diesem staatlichen Interesse ein blendendes Geschäft
macht, der "Atomfilz" ereilt. Von den Subjekten und ungemütlichen
Zwecken dieser Staatsveranstaltung bleibt nur die Lächerlichkeit
von betrogenen Betrügern, die jetzt in ihrer Scheiße waten. Vor
lauter Schadenfreude werden die Mitteilungen was der Atomstaat
BRD vermag und wozu er sich Hanau und anderes hält, für die be-
langloseste Sache der Welt gehalten. Wenn Politiker Kontrollbe-
dürfnisse anmelden, also auf sachgemäßen Ausbau und Fortsetzung
der Atomindustrie bestehen, ist das für die "taz" identisch mit
einer Niederlage der "Atommafia":
"Nicht wenige bezweifeln, ob sich die Atomwirtschaft von dem
neuen schweren Vertrauensverlust wird erholen können." (29.1.)
Eigentlich dürften Politiker, vom "taz"-Weltgeist bezwungen, kei-
nen Gefallen an der von ihnen installierten Atomindustrie mehr
haben können, wo die sie doch so hinters Licht geführt haben
soll. Dafür sollen sie allerdings im Unterschied zur "taz"-Ge-
meinde - zu borniert und dogmatisch sein. Ihre Leser agitiert die
"taz", sich abzuregen und jeden einstmaligen Betroffenheitsver-
dacht als Unterhaltungswert für die Pflege einer schlechten Mei-
nung zu nehmen, die man sich dadurch verschafft, daß man jede po-
litisch verlautbarte Interpretation für bare Münze nimmt und die
Macher daran blamiert. Alternativ daran ist die haltlose Über-
treibung.
Nichts von einer Ahnung, der Bau von AKWs und Nachfolgeindustrien
wäre nicht sonderlich verträglich mit dem Lebensprogramm der
Leute, sondern nur noch die moralische Entrüstung über Verstöße
gegen ordentliche Politik und sauberes Geschäft: "Nukem - die
verluderte Mutter im Hanauer Atomdorf"; "Schmuddelkinder der bun-
desdeutschen Industrie"; "Wie ein Drogenkartell" - also ein Tusch
auf die anständigen Geschäftspraktiken von Daimler, Hoechst und
Klöckner und das Verlangen, daß unser Plutonium einer staatlichen
Kontrolle und Regelung bedarf.
Die "taz" findet es interessant, daß "die Skandalbrüder der
Transnuklear der geballte Zorn der Atomgemeinde trifft". Dabei
ist es wirklich egal, ob das für "Risse im Mafia-Bündnis" oder
für die Vorstellung, es ginge doch auch anders, stehen soll. Die
engagierte "taz"Mannschaft erfindet begeistert Spaltungstendenzen
im Lager der Herrschenden und schmeichelt der Bewegung mit der
Lüge, dies sei ein Werk kritischer Öffentlichkeit: Die Selbstan-
zeige von NUKEM halten sie glatt für das Eingeständnis einer Nie-
derlage der Atomindustrie und das Bekanntwerden unsauberer Ge-
schäftspraktiken für ein probates Mittel, dieser Industrie die
Hände zu binden.
So lassen sich "verunsicherte" und "ertappte" Schmuddelkinder
richtig lieb gewinnen - das schafft Bombenstimmung in der "taz"-
Redaktion:
"Deutliche Anzeichen der Verunsicherung." - "Atomgemeinde leckt
ihre Wunden." - "Die Atomgemeinde betet sich gesund."
Bloß klamm-heimliche Freude ist der "taz" andererseits zu wenig
politisch verantwortlich:
"Der Kampf zwischen Atomstaat und Rechtsstaat ist voll ausgebro-
chen. Es geht nicht mehr um Skandale, um Anklagen, um Korruptio-
nen, es geht darum, daß die unübersehbare Verfilzung von Staat
und Atomwirtschaft die ganze Bundesrepublik in unabsehbare Risi-
ken stürzt... Jetzt wird entschieden, was in diesem Land der
Atomstaat" (offensichtlich ein ziemlich außerirdisches Wesen!)
"im Staat machen darf... Was braucht es eigentlich mehr, damit
Parlamentarier begreifen, daß es sich hier um eine Staatskrise
handelt?" (14.1. - anläßlich des Verdachts, Gadafi könnte mit
gutem deutschen Plutonium beliefert worden sein.)
Dieser alternative Bericht zur Lage der Nation will erklärterma-
ßen nicht irgend jemandem die Augen öffnen, sondern die wirklich
Zuständigen an ihre Verantwortung erinnern. Damit ist nichts an-
deres mehr gefordert, als daß die Politiker ihren Worten - mit
denen Töpfer, Wallmann und Weimar jetzt bestens dastehen auch Ta-
ten folgen lassen. Das Was und Wozu des eingeklagten staatlichen
Handelns ist dann viel langweiliger als die aufregende Feststel-
lung, jetzt selbst nicht mehr zwischen der schlechten Meinung
über verlogene Politiker und der kritischen Hoffnung auf eben de-
ren ehrliche Bemühungen unterscheiden zu können.
Die Bewegungsvielfalt, die die "taz" spannend findet, ist in Bonn
angesiedelt. Was Hanau zwischen und in den Parteien angerichtet
haben soll, ist ihr jede Entlarvung wert. Sortiert wird dieser
hergestellte Einheitsbrei nach der unverdächtigen Meßlatte Macht.
Da kommen die Grünen mit ihrer ewigen Fundi-Nörgelei an der SPD
schlecht weg, während CDU-Abgeordnete, die jetzt ihr Saulus-Er-
lebnis: "Ausstieg, so schnell es geht" gehabt haben wollen,
gleich in die Redaktionsräume geholt werden. Dem "taz"-Intervie-
wer leuchtet jedenfalls die Aussage eines Mitglieds des parlamen-
tarischen "Schwarzen Blocks" ein:
"Wer, wenn nicht die CDU, will den Ausstieg aus der Atomenergie
schaffen. Nur die CDU kann dies der Industrie beibringen."
(11.2.)
Natürlich ist auch ein "taz"-Redakteur nicht blöder als die
"Spiegel"-Kollegen und entdeckt so hinter den überraschenden
"Einsichten" eines C-Politikers auch die Parteitaktik. Anderer-
seits dienen solche Beispiele als Kronzeugen dafür, daß sich auch
in der CDU Ansätze einer Anti-Atom-Bewegung herausbilden, die
sich den vorausdenkenden Ansichten der "taz" nicht mehr entziehen
können.
Um so rückständiger das Verharren des Verfassungsgerichts auf
längst überholten Positionen. Wer nämlich mit so verständnisvol-
ler schlechter Meinung über Politiker und Staatsmenschen her-
zieht, dem fällt nur noch der schwache Charakter von Menschen
ein:
"Hosenscheißer. Die Angst der Richter vor'm Atom.
Hätten die Karlsruher Richter ihre Aufgabe erfüllt und die Zwi-
schenlagerung folgerichtig für unrechtmäßig erklärt, wäre das
Entsorgungs'konzept' wie das berüchtigte Kartenhaus zusammengeha-
gelt. Sie hätten den Zusammenbruch der Atomindustrie verkündet.
Wer will es diesen acht roten Musketieren verübeln, daß sie dafür
dann lieber doch 'nicht zuständig' sind?" (12.2.)
Die "taz" jedenfalls nicht sonderlich. Sie verwechselt lieber die
staatliche Rechtssprechung mit einem Abschalten des Staates, die
geschäftsmäßige Aufbereitung eines anfallenden nützlichen Roh-
stoffs mit einem Entsorgungs"problem" und eine fehlende Erlaubnis
mit der Verhinderung der Atomindustrie. Dann leuchtet natürlich
ein, daß es so radikale Richter in Karlsruhe nicht gibt.
"AufRuhr"-Solidarität
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Ein Herz für "soziale Bewegungen" - das war schon immer alterna-
tiv; freilich schon immer vom abgehobenen Standpunkt einer Ge-
samtmenschheit aus gedacht, so daß so etwas Stinknormales wie
eine vom Lohn lebende Arbeiterklasse, die daraus entstehenden
Nöte und die dafür fälligen Kämpfe borniert und veraltet erschie-
nen. Wenn eine ganze Nation ein Rührstück aufführt - 'Arme, aber
arbeitsame Stahlarbeiter wissen sich keinen Trost, wir spenden
welchen' -, ist auch die "taz" auf der Matte und überhöht das
Schauspiel, bei dem die Opfer für die eigentliche Not des Kapi-
tals, des deutschen Stahls, der Landesregierung Staffage stehen
dürfen, zu einer Solidaritätsfeier, wie sie ihrer Lesergemeinde
gefällt.
Sie ist so sehr auf Seiten der Betroffenen, daß sie keinen Gedan-
ken auf die für Arbeiter unverträgliche Normalität kapitalisti-
scher Kalkulation mit deren Arbeitskraft verschwendet. Vor allem
weiß sie von keiner Forderung, die Arbeiter stellen könnten, au-
ßer den ihnen von der Gegenseite angetragenen Betreuungstiteln,
so daß die Solidarität, die in der "taz" zu Ehren kommt, ihren
Gegenstand je nach den neuesten Befriedungs- und Abregungstouren
von Staatsmännern und vom DGB verpaßt bekommt: von "Rettung der
Arbeitsplätze", "Erhalt des Stahlstandorts" über "Die Ruhr darf
nicht sterben" bis zu "Ersatzarbeitsplätzen" und "Beschäftigungs-
gesellschaften".
Ihr spezieller Solidaritätsbeitrag ist die billige Entlarvungs-
tour, daß außerhalb der "taz"-Redaktion (auch) nur Heuchler am
Werk sind, die die Betroffenen vor Ort - und das sind vor allem
die Betriebsräte von Rheinhausen - für ihre Zwecke einspannen.
Das spricht nicht gegen deren Ansichten, sondern für ihr Geschick
und für den Durchblick der "taz". Der Schimanski will natürlich
nur für seinen neuen Film Reklame machen, Steinkühlers
"verbales Bekenntnis für den Erhalt des Standortes nimmt niemand
ernst", und "die fast komplett anwesende Düsseldorfer Regierungs-
mannschaft, die an einem Gleitflug, an einer weichen Landung für
die Rheinhausener Stahlkocher pusselt, schwieg sich über mögliche
sozialdemokratische Initiativen gänzlich aus".
Offensichtlich sind die Ruhrarbeiter - blöder als der pfiffige
"taz"-Schreiber - bei solchen Betreuern dennoch gut aufgehoben.
Gefahr für die Solidarität droht von anderer Seite, von Tritt-
brettfahrern, die bei der guten Sache, über die die "taz" so ab-
geklärt hämisch berichtet, nichts zu suchen haben:
"Revolutionstouristen nerven Stahlkocher... Zwar versicherten
viele Betriebsräte, Politiker der Grünen und der DKP ihre Unter-
stützung, aber der Auftakt für diese Aktion ging gehörig daneben.
Ein Verdienst von ein paar Dutzend 'Revolutionstouristen', die in
Rheinhausen zunehmend zum Problem werden... Deren Akteure, die im
Stile von religiösen Eiferern gleich dutzendfach in Rheinhausen
zum Mikrophon drängen, um alles, was unterhalb der sozialisti-
schen Revolution an politischem Kampf diskutiert wird, zu verdam-
men, sind dabei, die bisher in Rheinhausen gepflegte Liberalität
zu beenden." (25.1.)
Im Namen der Betroffenen dafür einzutreten, daß nur diejenigen,
die dazu die Macht haben, mit ihnen so umspringen können, wie sie
wollen, und deswegen gegen jede Kritik zu hetzen, wie es ein
Strauß nicht besser könnte, das erfüllt für die "taz" den Tatbe-
stand kritischer und linker Berichterstattung. "Religiöses Eife-
rertum" kann sie dagegen bei einem Pfaffen, wenn er aus der Not
der Arbeitslosen eine einzige Quelle der Tugend macht, nicht ent-
decken:
"Da ist es geradezu eine Erholung, wenn ein echter Pastor das
Wort ergreift."
Es gilt eben, die Arbeiter vor verantwortungsloser Agitation zu
schützen.
Verantwortliche Agitation geht nämlich ganz anders - indem man
den Stahlarbeitern vorwirft, sie hätten eigentlich keinen einzi-
gen Grund zur Beschwerde: Nicht aus Not, sondern weil es ihnen zu
gut geht, nehmen sie sich etwas heraus; das können sie, weil der
Staat und das Kapital überholten Materialismus und Anspruchsden-
ken auf Seiten der Entlassenen befördern und bedienen. Ganz jen-
seits dessen, was selbst noch in der bürgerlichen Presse über
Rheinhausen vermeldet wird, macht das "taz"-Auge im Ruhrgebiet
nur noch den Gegensatz: veraltet-grau gegen grün-modern, aus und
bleibt keinen reaktionären Spruch schuldig:
"Ein phosphorgrünes Plakat, Rheinhausen muß leben! Erhalt aller
Stahlstandorte! IG-Metall, über dem Schriftzug die Zeichnung ei-
ner Industrielandschaft, Türme, Kräne, Kessel, Schlote, und die-
ses Idyll bringt mal wieder den Impuls: Das Reaktionäre, ewig
Gestrige, geistig und moralisch voll im 19. Jahrhundert Verhaf-
tete kulminiert heute in den Gewerkschaften... Findet sich in der
ganzen Verteilungskampfarmee DGB denn keiner, der hinter seinem
Funktionärsarschgesicht in 35 Wochenstunden auch nur einen Gedan-
ken entwickelt, der hinausgeht über das 150 Jahre alte Gezerre
und Gezeter um die Herstellung von Edelstahlzahnstochern mit
Sollbruchstelle zwecks Arbeitsplatzsicherung...
Einfalt regiert im Aufruhrgebiet - von Kohl über Breit bis hin zu
vollgefressenen Video-Besitzern, die die Autobahn blockieren und
jammern, als lebten sie in der Sahel-Zone oder in Kalkutta dabei
soll ihnen eigentlich nur die dumpfe Maloche in einem Stahlwerk
erspart bleiben und dies bei einem Lohnausgleich, nach dem sich 3
Milliarden Menschen Finger und Füße lecken. Nebenjobs und
Schwarzarbeit inclusive!" (12.2.)
Wenn jemand unverwüstlich an alle Lügen glaubt, die von den Ver-
anstaltern des Rührstücks Rheinhausen ausgegeben worden sind,
dann die "taz", die aus ihnen einen Vorwurf an die Arbeiter und
die Gewerkschaft drechselt: Ausgerechnet die Gewerkschaft soll
bei den Proleten ein überholtes Anspruchsdenken, nämlich das
Streben nach Maloche, Zaster und Konsumterror erzeugt haben und
sie damit von ihrer eigentlichen grünen Natur abbringen. Wenn der
Arbeiter in das Werk Rheinhausen geht, so nicht, weil er vom Lohn
seiner geschäftsmäßigen Benutzung leben muß und sonst kein
anderes Mittel hat, sondern weil er ein verbohrter Liebhaber
seiner Maloche und Fanatiker einer veralteten Industrielandschaft
ist. Wenn seine Gewerkschaft Tarife so aushandelt, daß kein
Geschäftsinteresse der anderen Seite darunter leidet, dann macht
sie sich zum Handlanger und Verführer ihrer Mitglieder, die in
ihrem Materialismus den Video- und Schwarzarbeits-Hals nicht
vollkriegen können. Ausbeuten, benutzen und entlassen tut das
Kapital seine Mannschaft wirklich nur, weil es nichts anderes als
Arbeitgeben im Sinn hat. Für die Befreiung aus dieser
Solidargemeinschaft der materiellen Befangenheit hält die "taz"
den Wohlstandsarbeitern von Rheinhausen das Hungerelend aus aller
Welt und die gesammelten Arbeitslosen und Sozialfälle der BRD als
beschämenden Vergleich und als nachahmenswertes Vorbild entgegen.
"Das deutsche Volk ist verwöhnt" - diesmal nicht aus dem Mund des
Kanzlers, sondern aus der alternativen Redaktionsstube.
Kein Lichtblick aus Managua
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Nicaragua wird mit oder ohne Verhandlungen ruiniert. Daß dem Land
und seinen Bewohnern die Lebensmittel fehlen, das normale Leben
zusammengebrochen ist und das nackte Überleben angesagt ist, ist
der "taz" jeden Stimmungsbericht, aber keine Erklärung wert. Die
liegt nämlich auf der Hand angesichts der Mühsale, die schrei-
bende westdeutsche Drittwelt-Stimmungskanonen dafür aufwenden
müssen, um vor Ort ihren Bericht in den Fernschreiber zu bekommen
über die Schwierigkeiten, ein Taxi aufzutreiben, und über ihr
Leiden an der Stromabschaltung:
"Natürlich bedarf dies alles einer Erklärung: Es herrscht Krieg
im Land und Devisenmangel; es gibt einen Handelsboykott und Er-
satzteilmangel. Doch bleibt dem Schreibenden keine Zeit für lange
Explikationen. In zwei Stunden geht nämlich das Licht aus. Und
ohne Strom keine Textübertragung. Zwei Stunden muß man schon ein-
rechnen, um eine Leitung zu kriegen. Also tschüß, ich wähle mir
jetzt mal die Finger wund." (11.2.)
Warum sollte die "taz" auch unbegabtere Journalisten hervorbrin-
gen als jede andere bürgerliche Zeitung. Ihr Nicaragua-Korrespon-
dent kann sich gut mit einem Scholl-Latour vergleichen, dem das
Verbrechen des Vietnamkriegs einst am Verlust seiner Schreibma-
schine in Saigon aufgegangen ist.
Um Hoffnung für Nicaragua ist das alternative Blatt nicht verle-
gen. Die sitzt in Washington, wo die Pfeife Reagan ein ums andere
Mal vom Kongreß ausgebootet wird:
"Die Contras werden in Zukunft wohl ohne Waffenhilfe aus Washing-
ton auskommen müssen" -;
und bei so friedlichen Nationen wie der BRD, die Ortega sicher im
Griff haben:
"Nicaragua ist auf Wirtschaftshilfe aus Europa angewiesen und
würde sich hüten, die Regierungen durch Vertragsbruch zu brüskie-
ren."
Also, tschüß dann...
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