Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN PRESSE - Von der westlichen Presse


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       Wochenschau
       

KEINE SCHLAGZEILEN

machten letzte Woche wieder einmal die folgenden gewöhnlichen Ge- meinheiten aus der freien Welt des Imperialismus: Begin will an Siedlungen festhalten. - Die Räumung mit vorherge- hender Niederwalzung des israelischen Wehrdorfs Jamit auf dem Si- nai ist jetzt ganz offiziell für Israel der Grund, keinen Fuß- breit eroberten Bodens mehr preiszugeben. Dies hat auch eine nicht abgesprochene, aber sehr wohl konzertierte Abschreckungs- aktion eines jüdischen Siedlers und der zionistischen Armee auf der Westbank deutlich gemacht, der letzte Woche drei palästinen- sische Schüler zum Opfer fielen. Lapidar vermeldet die "Süddeutsche Zeitung" vom 3. Mai, die Kinder seien "bei Protest- veranstaltungen erschossen worden". Verschärfung des Demonstrati- onsrechts in Israel? Mitnichten: "Der israelische Außenminister Schamir hat an die Palästinenser appelliert, die ihnen von Israel angebotene Hand zu ergreifen und sich von ihren extremistischen Führern loszusagen'." (AFP vom 5. Mai) Neue Offensive des Iran im Golfkrieg. - Die Eroberung eines längst zerstörten und entvölkerten Dorfes namens Susangird im iranisch-irakischen Grenzgebiet war letzte Woche "nach Darstel- lung des jeweiligen Oberkommandos von Bagdad und Teheran auf bei- den Seiten annähernd 15.000 Tote" wert (ddp vom 2. Mai). Im Un- terschied zum "Falkland-Konflikt", wo die Toten wenigstens noch "bedauernd" registriert werden, weil sie auf Seiten zweier Mit- glieder der westlichen Welt fallen, zählt die Leichenproduktion bei Staaten dieser Kategorie zum einzig zählbaren Schlachtenkri- terium. Nicht einmal als Indiz für "Sinnlosigkeit" des seit über einem Jahr andauernden Krieges werden sie registriert: Daß die da hinten ohnehin keinen "sinvollen" Krieg führen können, ist eine der Selbstverständlichkeiten einer Presse, die voller Verständnis ist für britische Weltmachtprobleme und argentinischen Junta-Ehr- geiz. zurück