Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN PRESSE - Von der westlichen Presse


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KULTURNOTIZEN

Die "Stern"-Redakteure haben also nach zwei Wochen "Kampf für die Pressefreiheit" die so ungeheuer wertvolle "linksliberale Linie" i h r e s Blattes "erhalten" dürfen. Das heißt also auch weiter- hin einmal pro Woche aus Hamburg: "Bon(n)bons" den herrschenden Charaktermasken liebevoll in den Mund geschoben, damit man merkt, daß sie auch bloß M e n s c h e n sind; Skandale und Skandäl- chen aus der Republik, damit es sauber zugeht in der BRD und Westberlin und der Staat nebst seinen Dienern nur kassieren, was ihnen per Recht und Gesetz zusteht; dekorativ gelayoutete Lei- chenberge aus der "Dritten Welt", mit dem besorgten Fragezeichen versehen, ob sowas denn wirklich sein m u ß in der Welt von Freedom and Democracy, bzw. mit dem Ausrufungszeichen, daß es so- weit kommen muß, wenn östliche Unfreiheit zugeschlagen haben soll; zur gehobenen Freizeitgestaltung dann fürs linksliberale Publikum ein wenig Fressen mit Niveau, Auto mit Extra und Reisen ganz individuell; ein Roman aus der Bestsellerliste gehobenen Ge- schmacks; Satirisches für durchblickend-distanzierte intellektu- elle Spießer; und in Sachen NATO ein aufgeklärt nationalistischer Anti-Amerikanismus. Immerhin zweifelhaft, ob das durch den "rechtsliberalen" Johannes Gross gefährdet worden wäre. Und höchstwahrscheinlich ein Zugewinn, wenn ab sofort auch noch die genüßlich-genossenen Selbstbespiegelungen des Peter Scholl-Latour am Material aller relevanten und weniger relevanten Schlächte- reien des Imperialismus auf der großen weiten Welt nicht mehr im ZDF, sondern im "Stern" sich verbreiten dürfen. zurück