Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN PRESSE - Von der westlichen Presse


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DER "GORBATSCHOW-EFFEKT" - EINE HARTE NUSS FÜR DIE WESTLICHE PR!

"Besorgnis über Populärität Gorbatschows In Analysen für die Atlantische Versammlung wird deutlich, daß der 'Gorbatschow-Effekt' der westlichen Allianz inzwischen erheb- liche Sorgen bereitet. Der Kremlchef personifiziere in den Augen vieler westlicher Bürger Entspannung und Abrüstung. ... Vor allem in der BRD und Skandinavien sei die atomare Abschreckung durch die große Popularität Gorbatschows noch nie so in Frage gestellt worden wie zur Zeit." (SZ, 15./16.11.88) Ein paar schöne Klarstellungen der NATO an die Adresse der "westlichen Bürger" in puncto Feindbildpflege: 1. Wenn Wir den Gorbatschow hin und wieder als Hoffnungsträger betrachten, habt Ihr das nicht mißzuverstehen: Gemeint ist diese neue Variante der Kombination von Hoffnung und Zweifel doch so- wieso nur als eine andere Technik, den Osten alt aussehen zu las- sen. Beim Hoffen tun Wir einfach mal so, als läge der Sinn von Perestroika in der Ersetzung des Sozialismus durch unser frei- heitliches System, messen Gorbatschow also daran, wie sehr er es hinkriegt, sein eigenes Staatsprogramm zu unterminieren. Da Wir aber selbst nicht so recht daran glauben, daß Gorbatschow frei- willig praktiziert, wofür Wir den nächsten Waffengang planen - Ausrottung der Unfreiheit -, liegt auf der Hand, daß die Hoffnung in Gorbatschow nur dazu dient, den Zweifel zu nähren. Nach dem Motto: "Worte statt Taten!" 2. Außerdem: Feind b i l d ist F e i n d bild! Wir haben uns in unserer Politik doch noch nie von unserem Feindbild abhängig ge- macht. Ganz umgekehrt: Weil der Osten uns in dem Programm stört, die Welt nach unseren Maßstäben zu ordnen, existiert das Feind- bild. 3. Deswegen ist die Infragestellung der atomaren Abschreckung vollkommen fehl am Platze: Der "Gorbatschow-Effekt" ist doch der beste Beweis dafür, daß den Russen nicht zu trauen ist! Versuchen die doch tatsächlich, unser Volk in der Frage der unbedingten Aufrüstung zu spalten! Da hilft nur eins: kräftig aufrüsten. zurück