Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN BILD - Nationale Herzensbildung


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       De Maizière  in amerikanischem  Slum zu Besuch - BILD hoch empört
       Klarstellungen in Sachen Freiheit und Armut
       
       BILD hat  schon wieder  einen Feind der Freiheit entlarvt. Einen,
       der zwar  gerade das wunderbare freiheitliche System auch in sei-
       nen Landen  einführt, aber laut BILD anscheinend noch immer nicht
       begriffen hat, was strammes Dafür-Sein auf jeden Fall heißt.
       

"ACH, LOTHAR!

DDR-Ministerpräsident Lothar de Maiziere reist nach Amerika. Und was macht er da? Genau das, was der alte Heuchler Honecker auch getan hätte: Er läuft ins ärmste Loch der Metropole und sondert eine Slum-Parole aus dem stalinistischen Lehrbuch für Antiameri- kanismus ab: 'Wenn das der Preis für Freiheit ist...' Ach, Lothar, haben Sie denn die DDR-Slums in Leipzig, Halle, Al- tenburg schon vergessen? Haben Sie denn nie die traurigen Augen in den bleichen Kindergesichtern von Espenhain gesehen? Die aus- gemergelten Körper der Uran-Bergleute von Wismut? Die Wohnlöcher der Rentner von Bitterfeld? Stadtvernichtung und Menschenverachtung ist made in DDR - nicht USA. Das bitterste aber: In jedem Slum von New York ist auch heute noch mehr Freiheit als gestern in der ganzen DDR zusammen." Wir entnehmen BILD folgende Klarstellungen: 1. Slums sind kein Einwand gegen die Verhältnisse, in denen sie produziert werden - vorausgesetzt, es handelt sich um die men- schlichen Abfallhalden des r i c h t i g e n, nämlich 'unseres' Systems. Umgekehrt beweisen schlechte Lebensverhältnisse im Osten einem wahren Freiheitsfreund, daß dieses System ein einziger Slum und seine Abschaffung längst überfällig ist. Drum wehe dem, der auf die Slums der Marktwirtschaft deutet. Da wissen 'wir' doch gleich: Wer unsere Freiheit anschwärzt (und sei es auch nur in der Einbildung des BILD-Fanatismus), ist selbst die größte Sau. 2. Ein Slum-Bewohner im westlichen System darf sich beglückwün- schen: Ihm mag alles fehlen, was man zu einem halbwegs anständi- gen (Über-)Leben braucht - eines aber darf er um so mehr genie- ßen: die Freiheit. Die ist ein so hohes Gut, daß sie einem keiner nehmen kann, auch beim Verhungern nicht. Wie schön sie ist, muß jeder Einwohner eines Slums spätestens daran merken, daß sie im Osten fehlt. 3. Wer das Glück hat, im System der Freiheit zu leben, dem k a n n also gar nichts fehlen. D a s hätte dem christlichen Ministerpräsidenten der DDR in Ame- rika einfallen müssen: ein herzliches und anerkennendes Danke- schön an die Marktwirtschaft und ein Glückwunsch an die frei- heitsgesegneten Slum-Bewohner. Wem das nicht einfällt, der muß ein (verkappter) Kommunist sein. zurück