Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN BILD - Nationale Herzensbildung
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"Bild" erklärt den Ölmultis den Preiskrieg
"KRIEGSGEWINNLER, WEGELAGERER, BEUTELSCHNEIDER"
So hetzt die "Bild"-Zeitung gegen die Benzinpreiserhöhung der
Ölmultis. Die langen zu - dabei hätten sie doch genug Stoff auf
Lager, aus dem Irak würden sie sowieso bloß ganz wenig beziehen,
usw. - also hätten die eigentlich gar kein Recht, den Preis zu
erhöhen.
Ein blöder Vorwurf. "Bild" ist doch f ü r die freie Marktwirt-
schaft - koste es, was es wolle. Und seit wann ist es in der
freien Marktwirtschaft unrechtmäßig, die Preise zu erhöhen? Seit
wann ist es verwerflich, wenn Geschäftsleute eine für sie gün-
stige Lage ausnutzen? In einer Blitzkonferenz haben sie sich dar-
auf geeinigt. Alle haben die Preisschilder an den Tankstellen
ausgewechselt und schieben nun einen netten Extraprofit ein.
So will es die Marktwirtschaft. Denn in ihr sind Preise
i m m e r d a s Mittel der Verkäufer, den Kunden in die Tasche
zu greifen. Wie tief, das entscheiden sie mit ihrer Konkurrenz.
Und wenn eine Krise die Konkurrenzlage günstig gestaltet, dann
sollten sich die Freunde der Marktwirtschaft nicht über einen
kleinen "Krisenzuschlag" beschweren.
Doch die "Bild"-Zeitung, wie immer verbraucherfreundlich, ruft
die Autofahrer auf die Barrikaden: Den Multis geben wir's jetzt
ordentlich. Wir tanken das teure Benzin, aber immer nur das bil-
ligste. Das stehen die Multis nicht durch - vor allem, wenn wir
wie bisher nur noch die "nötigsten Fahrten unternehmen" (nämlich
die zur billigsten Tankstelle).
Dann sackt der Benzinpreis um 6 Pfennige in den Keller und die
Welt ist wieder in Ordnung.
Der "Rat der fünf Weisen"
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hat sich wieder mal sein Geld verdient. Ihm ist anläßlich der Öl-
preiserhöhungen tatsächlich die Lebensweisen eingefallen, für die
er sowieso bezahlt wird: Um Gottes willen keine Lohnsteigerungen!
Zu allem Überfluß hat er sich auch noch eine besonders
wissenschaftliche Begründung ausgedacht:
"Wenn das Öl teurer wird, schlägt sich das natürlich in den Le-
benshaltungskosten nieder. Das darf nicht zum Anlaß genommen wer-
den, etwa höhere Löhne zu fordern."
Das ist weise: Je teurer das Leben, umso gleichbleibender die
Löhne. Das ist besonders deswegen wichtig, weil diese Sachver-
ständigen wegen der höheren Ölpreise gleich eine allgemeine Teue-
rung voraussehen:
"Eine steigende Inflationsrate wird nach Ansicht des Sachverstän-
digen Schneider unvermeidlich sein."
Und warum das? Weil den Unternehmern unmöglich zugemutet werden
kann, höhere Kosten für das Öl selbst zu tragen. Sie haben die
unternehmerische Pflicht, diese Kosten in ihren Preisen wei-
terzugeben. Dafür ist es ja das Recht der Lohnempfänger, diese
Kostenlawine aufzufangen.
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