Quelle: Archiv MG - BRD MEDIEN BILD - Nationale Herzensbildung
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Das wurde aber auch Zeit:
"BAMS" STELLT KLAR, WAS SACHE IST IN SACHEN "GORBI"
Er gefällt uns prima, der Kreml-Knabe, aber bitteschön in folgen-
der Eigenschaft: als "Konkursverwalter eines Systems, das 70
Jahre lang Unglück über die Welt gebracht hat". Da sind sie end-
lich mal wieder ungeschminkt, die beiden Seiten unseres guten
deutschen Feindbilds: N i c h t u n s e r System richtet die
Gesundheit moderner Zeitgenossen, die Natur, die Einwohner der
sog. "3. Welt" zugrunde, n i c h t u n s e r System versorgt
die Welt mit Waffen und Kriegsgründen und Schlächtereien - die
kommunistische Revolution in Rußland ist an allem schuld, das
wissen wir schon seit '33. Und zweitens: Dieses böse System ist
nicht bloß w e r t, daß es zugrunde geht; es tut uns auch schon
den Gefallen - zumindest schreibt "Bild" schon am Nachruf. Dumm
ist bloß, daß "Bild" und Gleichgesinnte das schon seit Jahrzehn-
ten tun - am Ende wird's wohl doch nicht ganz ohne die tat-
kräftige Nachhilfe unserer Friedenstruppen abgehen...!
In diesem Sinne zieht "Bild am Sonntag" Bilanz:
"Die Ergebnisse sind eher mager: Für Berlin hat sich nichts getan
..."
- hätte Gorbatschow Wohnungen für Aussiedler herschenken sollen,
oder was?
"...Die Mauer wurde - trotz aller schönen Reden - nicht durchläs-
siger"
- die DDR über die offene Wunde Westberlin ausbluten lassen, das
ist der gute alte Revanchistentraum, den auch "Gorbi" nicht er-
füllt hat; warum hätte er ihn denn auch erfüllen sollen? Bloß
weil der Bonner Staatsführung und der bundesdeutschen Einheits-
presse der andere deutsche Staat nicht paßt?!
"...Die Abrüstungsangebote der NATO beiseite geschoben"
- in der Tat, zu dem schönen Bush-Vorschlag, im Westen 30.000 (in
Worten: dreißigtausend) US-Soldaten zurückzuziehen und dafür im
Osten 300.000 (in Worten: dreihunderttausend) Rot-Armisten zu
verschrotten, hat Gorbatschow nicht schon nach einer Woche begei-
stert "Jawoll!" gesagt.
"Bejubelt haben die Deutschen ihre eigenen Hoffnungen und Wün-
sche, die sie mit Gorbatschow verbinden. Seine Taten müssen noch
folgen." Das ist gut: Der Russe muß nachgeben, weil wir uns schon
so darauf freuen.
Sonst sind wir nämlich bitter enttäuscht. Und was ist dann fäl-
lig, geehrte "BamS"?
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