Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben
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Münchner Hochschulzeitung Nr. 13, 08.07.1980
IMMER NOCH RATZINGER
(Die Kommilitonin Eva Maria Welskop, vgl. "Süddeutsche Zeitung
vom 19. Juni und MHZ vom 25. Juni, teilt uns folgendes mit.)
"In meinem Brief an die SZ ging es mir keineswegs vor allem um
das Selbstbestimmungsrecht meines Bauches, wie in der MHZ vom 25.
Juni vermutet wurde. Mit meinem letzten Satz, der leider in der
MHZ" (soll wohl heißen SZ) "falsch zitiert wurde (das Original
war grammatikalisch korrekt), wollte ich ebenso meine Empörung
über die Intoleranz der MG Kardinal Ratzinger gegenüber Ausdruck
verleihen, wie ich gegen die Parole 'Mein Bauch gehört mir' Stel-
lung nahm."
(Liebe Kommilitonin Welskop, vermuten wir richtig, daß es Dir vor
allem um das Fremdbestimmungsrecht auf Deinen Bauch geht, und Du
deshalb keine Intoleranz gegen Kardinal Ratzinger dulden willst?
MHZ-Redaktion)
(Nach der Flut pöbelhafter und intoleranter Angriffe gegen jene
Studenten, die ihrer Meinung durch Gesang Gehör verschafft haben,
ging am 3. Juni doch noch eine Stellungnahme ein, die dem Sach-
verhalt über weite Strecken hin wenigstens annähernd gerecht
wird. Sie stammt von der "Studentengruppe im politischen Arbeits-
kreis der Integrierten Gemeinde" und dokumentiert einen letzten,
allerdings einsam-verlorenen Stützpunkt des Achten Gebots im
christlichen Lager. Wir zitieren aus der Flugschrift "Ein Dia-
log?" das Nachfolgende.)
"Da nahm nun eine marxistische Gruppe alte Kirchenlieder und gab
ihnen einen neuen, ganz aktuellen Bezug: fast von selbst verwan-
delten sie sich vom Lobgesang Gottes zum Hohngesang Ratzingers."
"Dazwischen die vortragswillige Mehrheit, die sich besonders
durch Ihre geringe politische Phantasie auszeichnete. Waren wir
doch großenteils in der gespannten Erwartung gekommen, nun eine
hitzige Diskussion zwischen marxistischen Gruppen und dem Kardi-
nal zu erleben, anstatt vorherzusehen, daß Marxisten versuchen
werden, j e d e Rede eines Kirchenvertreters an einem Ort wie
der Universität zu verhindern."
"Statt die 'immanente Kritik' im Kirchenliedersingen zum Anlaß zu
nehmen, sich selbst als Kirche zu kritisieren, wurde sie als Stö-
rung abgetan."
Keimschlägerei oder: RCDS besser als die Polizei!
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"Entgegen anderen Behauptungen fanden keine Schlägereien" (beim
Löwenthal-Auftritt) "statt, da sie im Keim unterbunden werden
konnten."
"Trotz der massiven Störungen und Provokationen konnte der RCDS
ohne Zuhilfenahme der Polizei Ausschreitungen innerhalb der Zuhö-
rerschaft verhindern." (in RCDS-Flugblatt "Strategie der Linksfa-
schisten" von letzter Woche)
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