Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben


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JONNY WOJTYLA KOMMT - DER VERSTAND TRITT AB

Vom Nutzen eines alten Glaubens für ein modernes staatstragendes Bedürfnis Auf der Empore -------------- Wenn irgendein älterer Herr sich einer besonderen Beziehung zu einem göttlichen Weltenherrscher rühmte; Liebesbeziehungen zu ei- nem Judenmädchen aus der Römerzeit empfehlen würde, das er "im Himmel wähnt"; den Tod zweier Nazi-Opfer Jahrzehnte später unter großem Tamtam mit der einleuchten Behauptung quittierte, dort oben wären die jetzt auch, und er hätte das beschlossen und fest- gestellt; die dunklen finanziellen Machenschaften seiner Helfers- helfer mit aller Macht deckte, auch gegen die zuständige Staats- anwaltschaft; in seiner Phantasie die Intimsphäre seiner Mit- menschen ausspähte und ihnen jeden Schleimhautkontakt verbieten möchte, den er nicht erlaubt hat; sich von seinen Verehrern und Funktionären als "heiliger Vater" anreden ließe; schon Kindern ein Sündenbewußtsein aufreden möchte, das dann ein Leben lang al- les Tun und Lassen durchtränken soll; dafür einstünde, daß Fleisch und Blut eines längst dahingegangenen Welterlösers an seinen Fanclub verfüttert werden; - dann würde ein intelligenter Zuschauer auf der Empore aufstehen und inmitten des tosenden Bei- falls des gesamten Publikums "Halt!" rufen. Weil es aber nicht so ist: Dieser Mann von 100 gleichgesinnten Autoritäten zu "Gottes Stellvertreter auf Erden" gewählt worden ist; seine "Jungfrau Maria" ein auf dem europäischen Devotionali- enmarkt bestens eingeführter Kultartikel ist; Legenden über "Heilige unserer Zeit" jedem anerkannten Pädagogen im Prinzip als Erziehungsmittel einleuchten; die Kirche eine Anstalt eigenen Rechtes ist und ihr Geld grundsätzlich nicht stinkt; die päpstli- che Sexualmoral der gesetzlichen Indienstnahme von Lust und Liebe für die "Keimzelle des Staates" den Segen erteilt; die Verehrer des Papstes nach Millionen zählen und seine Funktionäre von allen ehrbaren imperialistischen Staatsgewalten als nützliche Freiwilligentruppe für Ein- und Unterordnung des Volkes anerkannt werden; seine Himmel-und-Hölle-Dialektik ein überaus respektables Bedürfnis befriedigt; da der "Sinn des Lebens" als unverzichtbares Lebensmittel gilt und das kirchliche Angebot kein Sinnbedürfnis unbefriedigt läßt; - deswegen i s t Herr K. Wojtyla der "Heilige Vater", und wer ihn kritisiert, muß sich in acht nehmen vor der Politischen Polizei und Gottes berufenen Eh- renwächtern. Nur deswegen ist er andererseits eine Kritik wert. zurück