Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben
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Dies academicus
Prof. F.L. HOSSFELD (Kath. Theologie)
DU SOLLST NICHT TÖTEN, VERSAFTEN ABER DARFST DU...
Während junge Christen beider Fakultäten auf Kirchentagen gerne
das 5. Gebot bemühen, um bei Politikern, die sich Arsenale von
tödlichen Waffen angeschafft haben, um Frieden zu betteln, möchte
der katholische Theologe Prof. HOSSFELD "das Tötungsverbot nicht
absolut" verstanden wissen, wie er auf dem wissenschaftlichen
Kirchentag "dies academicus" betonte. Damit brachte er die
christliche Demut insofern auf ihren Begriff, als die Moral der
Abstinenz von Gewalt nur dann als e i n d e u t i g gilt, wenn
sie auch und gerade auf Erden zwischen Hirten und Schafen zu
u n t e r s c h e i d e n weiß.
Daß "das 5. Gebot überhaupt zu einer Kampfparole in der Diskus-
sion um Krieg und Frieden werden konnte, liegt an der einfachen
und unspezifischen Übersetzung des hebräischen Wortes 'katal'" -
so Prof. HOSSFELDs Ehrgeiz, per Auswälzung einer w i s s e n-
s c h a f t l i c h e n Übersetzungsproblematik die p o l i-
t i s c h e Entscheidung über Krieg und Frieden u n a n-
f e c h t b a r zu machen:
"Zum einen bezeichnet es jegliches Handeln mit Todesfolge, das
sittlich verwerflich ist, (!) Notwehr, Todesstrafe und Krieg aus-
genommen. Zum anderen wird es für Totschlag und damit sittlich
neutral gebraucht."
Wer ihm das wohl eingeflüstert haben mag, daß jegliches staatli-
che "Handeln mit Todesfolge" (wenn man befohlenes Handeln schon
so vornehm ausdrücken will!) sowieso über jeden Zweifel
"sittlicher Verwerflichkeit" erhaben ist? Egal - A u t o r i-
t ä t, wenn auch sonst nichts, besitzt jeder Gedanke, wenn er
nur von OBEN kommt.
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