Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben
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Prof. BÖCKLE zum Falkland-Konflikt:
WOFÜR KRIEGFÜHREN LOHNT
Unserem wehrhaften Schweizer Moraltheologen Prof. Franz BÖCKLE
ist der Hörsaal wieder einmal zu eng geworden. Und in den Redak-
tionsstuben, letzte Woche in denen des WDR und der Westfälischen
Rundschau, ist der von missionarischer Militanz beseelte Feld-
kaplan im Bonner Professorenamt ja ein gern gesehener Gast. Dies-
mal durften sich Hörer und Leser zu Gemüte führen, welcher Latte
von Kriegsgründen dieser katholische Theologe seinen Segen
e r t e i l t, i n d e m er den F a l k l a n d-Krieg
v e r u r t e i l t. (Alle Zitate aus: Westfälische Rundschau,
7.5., "Leben wird sinnlos geopfert".)
Franz BÖCKLE "sieht keine Möglichkeit, diese kriegerische Ausein-
andersetzung, die Opferung von Menschenleben, zu rechtfertigen."
- Unterstreiche "diese".
Franz BÖCKLE "kritisierte, auf beiden Seiten seien Prestigefragen
im Spiel." - Betone "Prestige". Das ist BÖCKLE etwas z u
w e n i g, um sein für Kanonen bestimmtes Weihwasser rauszu-
rücken.
Franz BÖCKLE "sieht im Aufmarsch der britischen Riesenarmada zum
Schutz dieser ohnehin wirtschaftlich total an Argentinien ange-
hängten Inseln keinen proportionierten Grund, der es rechtfer-
tige, Tausende von Menschenleben zu gefahren und Hunderte zu op-
fern. Die Proportionalität der Mittel zum Zweck sei hier aber in
keiner Weise gewahrt worden". - Sprich: Ein wohlproportionierter
Grund, der es rechtfertigt, Leute über die Klinge springen zu
lassen, liegt dann vor, wenn dieses schöne Mittel sich aus dem
Zweck rechtfertigt, und der ist mir bei diesen Inseln zu popelig.
Ist der Zweck aber ein großer, dann kenne ich auch bei den Opfern
weder quantitative noch qualitative Moralgrenzen. Dann lohnt sich
Krieg.
Franz BÖCKLE betonte abschließend: "Krieg ist etwas, was auf kei-
nen Fall sein soll, aber leider sind die Menschen so, daß sie ihn
beginnen". - Mensch BÖCKLE, nicht kneifen! Ist doch klar: Die ha-
ben halt ihre mehr oder weniger "proportionierten" Gründe, für
die Sie doch so viel Verständnis haben, wenn sie den richtigen
Herren und den richtigen Zielen dienen. Deren Namen dürften Prof.
BÖCKLE bereits bekannt sein. Wer sie ihm von oben zugeflüstert
hat, ist in diesem Falle echt egal.
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