Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben


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VORSICHT FALLE!

Die weihnachtliche Zeit veranlaßt uns wieder einmal, eine deutli- che Warnung vor Listenneppern, Büchsenschleppern und Mitleidsfän- gern auszusprechen. 1. Ihr Trick ist immer derselbe: "Wetten Du nicht spendest, dar- ben Witwen und Waisen, stolpern Krüppel hilflos durch die Gegend, treibt der Krebs sein Unwesen und die kleinen Negerkinder verhun- gern, vielleicht sogar noch ungetauft!" So hauen sie einen auf der Straße, im Fernsehen, ja selbst in der eigenen Wohnung an und behaupten frech, D u wärst schuld an al- lem Elend, w e i l Du ein paar Mark in der Tasche hast und sie selbst vernaschst, s t a t t sie i h n e n zu geben. 2. Sie konstruieren also einen Z u s a m m e n h a n g zwischen D e i n e m Geldbeutel und verhungernden kleinen Indern. Diese Lüge ist so frech, daß sie schon den S t a a t brauchen, der die Bettelei in großem Maßstab inszeniert, die Kirche und andere Institutionen, mit denen sie Dir das Geld ganz o f f i z i e l l aus der Tasche ziehen. Vielleicht fallen deswegen immer wieder die Leute auf den Trick herein, weil er so infam ist: Die Herren der Welt gehen mit dem Elend, das sie in den entlegensten Land- strichen anrichten, h a u s i e r e n, malen es in den grell- sten Farben aus, um Dir ein s c h l e c h t e s Gewissen über die Konsequenzen des national und weltweit wirkenden Treibens von Staat und Kapital zu verpassen, das sie dann abkassieren. 3. Obwohl der Bürger so ständig mit dem zur S c h a u g e s t e l l t e n Elend behelligt wird, dessen G r ü n d e er aber nicht kennen darf, weil sonst der Trick nicht funktio- niert, spendet er immer viel zu wenig, weswegen ihm Prominente durch ihr gutes Beispiel vormachen, was er tun soll. Deswegen wird er sogar noch bei Unterhaltungssendungen im Fernsehen als Egoist angemacht, der sich den trostlosen Spaß auch noch was ko- sten lassen soll. Hier wird dann ein besonders raffinierter Köder ausgeworfen: "Mit fünf Mark sind Sie dabei. Eine Traumreise für Sie, und wenn Sie nichts gewinnen, dann wenigstens für einen guten Zweck!" 4. Wer jetzt immer noch denkt, seine 20 Mark würden wenigstens dazu beitragen, daß ein Behinderter seinen Rollstuhl, ein Obdach- loser ein Häuschen oder ein kleiner Vietnamese seinen Reis kriegt, der ist auf die Sammler hereingefallen und meint allen Ernstes, dem Staat und seinen Wohltätigkeitsinstitutionen ginge es wirklich um die B e s e i t i g u n g d e s E l e n d s, genauso wie die Bundeswehr dem Frieden dient. Wer so was Dummes glaubt, muß wieder bei Punkt 1 zu lesen anfangen. Für die anderen geben wir unser Spendenkonto an - Verein zur Förderung des studentischen Pressewesens e.V., PS-Kto. Nr. 10609-800, PSchA München. Da wird garantiert niemandem geholfen außer uns selbst. Da weiß man also, was man davon hat. zurück