Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben
zurück
DER PAPST AUF DEN SPUREN VON CHRISTOPH COLUMBUS
"Unser Dank an die Katholische Kirche Spaniens für die Evangeli-
sierung Südamerikas vor 500 Jahren." (Papst Johannes Paul II. in
Saragossa)
Unser Glückwunsch!
------------------
Das wurde ja auch mal Zeit, daß Ihre Heiligkeit freudig des Er-
eignisses gedenken, das der gute Columbus erst möglich machte.
500 Jahre sind eine runde Sache, und mit welcher Gründlichkeit
damals die Evangelisierung durchgeführt wurde alle Achtung! Daß
Ihre Heiligkeit die ermüdenden Gewissensbisse endgültig abgelegt
haben, weil Ihre Heiligkeit gegen jede Heuchelei sind, finden wir
konsequent. Man kann doch nicht ewig den paar Unregelmäßigkeiten
nachtrauern, die damals vorgekommen sind, sondern muß nach vorne
schauen. Was hätte man denn machen sollen mit den blöden Wilden,
die einfach nicht einsehen wollten, daß der Gott der Freiheit und
der personalen Menschenwürde all ihre Vorstellungen überstieg?
Sicher, daß die von spanischer Krone und Papst gesandten Engelma-
cher damals im großen und ganzen mehr Wilde in die Ewigkeit
schickten als sie taufen konnten, könnte zweifeln lassen, ob denn
immer die göttliche Rationalität eingehalten wurde. Und Leute,
die nicht die Weite und Toleranz des Glaubens besitzen, könnten
es für einen Widerspruch halten, daß die christlichen Soldaten
und Missionare Menschen in den Himmel schickten, in den sie nach
gültiger kirchlicher Lehre gar nicht reinkönnen: "...können jene
Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und
ihre von Gott, durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wis-
sen, in sie ab er nicht eintreten..." (II. Vaticanum). Schluß mit
dem zersetzenden Gejammer! Da liegen Ihre Heiligkeit ganz rich-
tig. Wo das "Salz der Erde" hinfällt, da... - nicht wahr. Letzt-
lich gibt der Erfolg Ihrer Heiligkeit recht: über 90 Millionen
Katholiken in Süd- und Mittelamerika. Ein Ketzer, der da noch den
heiligen Zweck mit den Mitteln in den Schmutz ziehen will.
Unsere Hochachtung!
-------------------
Alle Achtung vor der Methode, die der Vorgänger Ihrer Heiligkeit
zusammen mit Spaniens Krone für die sachgerechte Behandlung der
Wilden entwickelt hat. Wirklich d e r Weg, um aus Wilden Men-
schen zu machen, die "Konquistadorenproklamation":
"Gott der Herr hat dem Petrus und seinen Nachfolgern die Gewalt
über alle Völker der Erde übertragen, so daß alle Menschen den
Nachfolgern Petri gehorchen müssen. Nun hat einer dieser Päpste
die neuentdeckten Inseln und Länder (Amerikas) mit allem, was es
darauf gibt, den spanischen Königen zum Geschenk gemacht, so daß
also ihre Majestäten Kraft jener Schenkung Könige und Herren die-
ser Inseln und des Festlandes sind. Ihr werdet nunmehr aufgefor-
dert, die heilige Kirche als Herrin und Gebieterin der ganzen
Welt anzuerkennen und dem spanischen Könige als eurem neuen Herrn
zu huldigen. Andernfalls werden wir mit Gottes Hilfe gewaltsam
gegen euch vorgehen und euch unter das Joch der Kirche und des
Königs zwingen, wie es sich rebellischen Vasallen gegenüber ge-
hört. Wir werden euch euer Eigentum nehmen und euch, eure Frauen
und Kinder zu Sklaven machen. Zugleich erklären wir feierlich,
daß nur ihr an dem Blut und an dem Unheil schuld seid, das dann
über euch kommen wird."
Ihre Heiligkeit tun recht daran, diese Verfahren als historisch
bedingte Erscheinungen anzusehen und zum "Festhalten an der Ge-
schichte des Glaubens" aufzufordern. Damals wußte man eben noch
nicht, daß man Wilden auch noch ganz anders kommen kann, um sie
in einen neuen Glauben einzuseifen. Überhaupt, wenn man den Kern,
die Evangelisierung, im Auge behält, bekommen die Dinge damals
einen ganz anderen Sinn, als man vordergründig denkt. Das letzte
vatikanische Konzil hat dazu ja Tröstliches vermeldet:
"Da der Herr, dem er glaubt, ein leichen des Widerspruchs ist,
muß der Neubekehrte oft Bruch und Trennung erleben, aber auch
Freuden, die Gott nicht nach Maß austeilt."
Richtig ist auch, daß Ihre Heiligkeit den Umstand, daß die Kirche
damals Neger nicht einmal dieses sauberen Missionierungsverfah-
rens für würdig befand, sondern wie Kühe von Afrika nach Latein-
amerika schiffte, nicht mehr so ernst nimmt. Schließlich sind die
Jumbos und Wambos in Süd- und Mittelamerika heute auch ganze ka-
tholische Kinder Gottes.
Unsere Hochachtung gilt aber vor allem der Art und Weise, wie
Ihre Heiligkeit die mittelalterlichen Methoden konstruktiv wei-
terentwickelt haben. Heute sind die Wilden in Lateinamerika alle
katholisch, zivilisiert, ohne Eigentum und haben neben dem gött-
lichen auch den weltlichen Herrn. Ihre Heiligkeit können, ohne an
der Spitze einer spanischen Soldateska Land und Leute heimsuchen
zu müssen, dem von Gott eingesetzten Gorilla die Segnungen der
Kirche zuteilwerden lassen, die Massen auf den Himmel verweisen -
jetzt kennen sie das Ding ja - und ihnen Gewaltlosigkeit sowie
Ehrfurcht vor der Obrigkeit predigen. Das Ergebnis ist nicht viel
anders als im 16. Jahrhundert: Ihre Heiligkeit können sich auf
die weltlichen Gewalthaber verlassen und umgekehrt. Und schon
krepieren die Massen oder überleben das Elend, bis sie etwas spä-
ter bei Gott sind. Wichtig und erfreulich ist höchstens der eine
Unterschied: Die Sache läuft heute viel geschmierter, und der er-
reichte Effekt macht es nicht mehr notwendig, daß Jesuiten beim
Beibringen der Frohen Botschaft ständig Blut aus den Kuttenärmeln
läuft. Ihre Heiligkeit können es sich sogar erlauben, vor
"Neokolonialismus" zu warnen.
Neidlose Bewunderung
--------------------
müssen wir Ihrer Heiligkeit dafür zollen, daß sie den Trick der
spanischen Christen vor 500 Jahren auch heute noch beherrschen.
Wir meinen, was in jedem Geschichtsbuch berichtet wird:
"Daß die Konquistadoren mit einer Handvoll Soldaten das mächtige
Reich erobern und vernichten können, hat seinen Grund darin, daß
die Azteken in ihnen Götter sehen, deren Ankunft nach alten über-
lieferungen verheißen ist." (Ploetz)
Die Verheißung hat sich dann ja auch erfüllt, und geradezu bewun-
dernswert, wie sich diese Sage immer wiederholt, wenn Ihre Hei-
ligkeit in Brasilien oder in Santo Doimingo an Land gehen. Kaum
haben Ihre Heiligkeit den in den 500 Jahren voll durchevangeli-
sierten Boden den schuldigen Kuß verpaßt, erscheinen Hunderttau-
sende und huldigen und preisen. Nichts mehr vom kleinmütigen Zau-
dern der Wilden, die damals immer noch ihre Zweifel hegten, ob es
auch die Verheißenen wären einfach weil sie der Imperialismus und
seine geistlichen Vertreter in Rom noch nicht zivilisiert (=
evangelisiert) hatten.
"Das Volk an Land stand stumm und zag, da sagt Kolumbus: "Guten
Tag, ist hier vielleicht Amerika?" Da riefen alle Wilden: "Ja!"
Die Wilden waren sehr erschreckt und schrien all: "Wir sind ent-
deckt!"... Gloria, Viktoria, widdewiddewitt jucheirassa..."
(Deutsches Liedgut)
Ihrer Heiligkeit, dem segensreichen Wirken Ihrer Kirche ist es zu
verdanken, daß heute die zivilisierten Wilden Südamerikas wissen,
daß man Abtreibung nicht mit Missionierung verwechseln darf und
Vergewaltigung nicht mit Evangelisierung.
Unser Dank
----------
dem glückbringenden Wirken der Kirche seiner Heiligkeit. Was wäre
Lateinamerika ohne Columbus und die nachfolgende gründliche Be-
kehrung zum Christentum? Es wäre Hunger und Elend ohne Gott, Mord
und Totschlag ohne die kirchlichen Tröstungen, Abtreibung ohne
schlechtes Gewissen, Geschlechtsverkehr ohne "Kulturübertragung".
Es wäre Imperialismus ohne den christlichen Segen. Mit einem
Wort: Sterilisation! Dank Ihrer Heiligkeit, daß die Bewegung Ih-
rer Heiligkeit in Vergangenheit und Gegenwart dafür sorgt, daß
nichts sinnlos ist, was dem Menschen widerfährt. Schon gar nicht
die Evangelisierung von Wilden mit dem Schwert. War dies doch der
Beginn einer glücklichen Zukunft. Sie wurden Mensch.
***
"In der Dominikanischen Republik hatte der Papst an Vorfeiern zum
500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas teilgenommen, der 1992 be-
gangen wird. In einem Rückblick auf die Geschichte der Eroberung
der Neuen Welt verteidigte er in Santo Domingo laut dpa die Kir-
che gegen 'schwarze Legenden', die sich nur auf die Aspekte der
Gewalt konzentriert hätten. Ideologische Interessen hätten die
Kirche auch nur negativ darstellen wollen. Die Kirche verkenne
zwar nicht die gegenseitige Abhängigkeit zwischen 'Kreuz und
Schwert' in der ersten Kolonisationsphase, sie wolle aber auch
nicht verkennen, daß die Ausbreitung des Christentums den neuen
Völkern christlichen Glauben gebracht habe." (Süddeutsche Zei-
tung)
***
Opium fürs Volk?
----------------
Der italienische Mafia-Bankier Michele Sindona hat unter anderem
in Verbindung mit einer vatikaneigenen Bank Gelder aus dem He-
roin-Handel "gewaschen". Die USA wollen den bei ihnen Einsitzen-
den jetzt an die italienische Polizei zum "Singen" ausleihen.
Sindona hat angekündigt, daß er mit noch "sensationelleren Ent-
hüllungen" aufzuwarten gedenkt, z.B. wie der Stoff für die
"Sicilian Connection" nach Italien kommt. Gerüchten zufolge wird
Sindona "allerhöchste Stellen" belasten.
Vielleicht bringt das endlich Aufklärung über den wahren Grund
der ständigen Auslandsreisen des Papstes. Es kann doch unmöglich
allein die "pastorale" Sehnsucht Johannes Paul II. sein, die ihn
ständig mit weiter Kutte (!), hoher Bischofsmütze (!) und Bi-
schofsstab (!) vornehmlich in heiße und feuchte (!) Tropenländer
treibt. Der Mann hat einen Diplomatenpaß und wird an keiner
Grenze kontrolliert. Er überfliegt sie ohnehin mit einem Riesen-
flugzeug! Wenn man noch dazu bedenkt, daß Papua-Neuguinea eines
der exzellentesten Anbaugebiete ist und Wojtyla jetzt schon zum
zweiten Mal in Santo Domingo (mittelamerikanische Drehscheibe des
Heroinhandels!) gewesen ist, dann betrachtet man auch die stän-
dige Bodenküsserei des Kirchenmannes in neuem Licht. (Die Rein-
heit des Stoffes erkennt man nur am Geschmack!)
Die Religion sei das Opium des Volkes, meinte schon der alte
Rauschgiftexperte Karl Marx. Und jetzt auch noch eine "Vatican
Connection"?
zurück