Quelle: Archiv MG - BRD KIRCHE - Vom Mißbrauch des Verstandes durch den Glauben
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GOTTESDIENST UND MENSCHENAFFEN
"Gericht erklärt Schöpfungsgesetz in Arkansas für verfassungswid-
rig. Little Rock (Reuter)
Ein Gericht in Little Rock im amerikanischen Bundesstaat Arkansas
hat ein von ultrakonservativen Religionsgruppen durchgesetztes
Schöpfungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. In der Begründung
hieß es, das Gesetz verstoße gegen das verfassungsrechtliche Ver-
bot, religiöse Lehrmeinungen an staatlichen Schulen zu verbrei-
ten. Mit dem Gesetz wollten die Gruppen erreichen, daß ihre
Schöpfungsvorstellung, wonach ein übernatürliches Wesen das Leben
auf der Erde vor 6000 Jahren geschaffen habe, gleichberechtigt
neben der gelehrten Evolutionstheorie in den Schulen vermittelt
würde. Das Urteil wird nach Ansicht von Beobachtern auf ange-
strebte ähnliche Gesetze in 16 anderen Bundesstaaten Auswirkung
haben."
Nun genießen die Präsidenten von Johnson bis Reagan - aber nicht
nur diese - auch in Arkansas wieder den Vorzug, Schulkindern aus-
schließlich als Ausgeburten von Altweltaffen (schmale Nasen und
keinen oder keinen greiffähigen Schwanz) begreiflich gemacht zu
werden. Godfather ist als die entscheidende Größe in der Evolu-
tion wieder aus dem Lehrplan geschmissen worden. Dies dürfte je-
doch mit Sicherheit nicht das letzte Wort sein: Die Wissenschaft-
ler des kalifornischen Instituts für Schöpfungsforschung halten
nämlich daran fest, daß die Weltgeschichte vor ziemlich genau
6000 Jahren in einem ziemlich einmaligen Schöpfungsakt ins Rollen
gebracht wurde. Der Beweis dafür ist ebenso einfach wie genial
(tautologisch):
"Der Schöpfer ist sicherlich ein Gott, wenn er es schafft, das
Universum aus dem Nichts zur Entstehung zu bringen."
Einig sind sich die Affenfraktion und die Godfather-Lobby aller-
dings darin, daß der Anfang aller Dinge einen Sinn haben muß.
Kompromißfähig scheint hier der Vorschlag eines zur Genetik kon-
vertierten Ex-Priesters, der aus der Verwandtschaft von menschli-
chen und äffischen Aminosäuren schloß, Gott könne durchaus das
gemeinsame Dritte des gesamten Prozesses sein.
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