Quelle: Archiv MG - BRD KERNENERGIE AKW-GEGNER - Haben die AKW-Gegner recht?
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GEGEN AKW ZU SEIN, IST ETWAS GANZ ANDERES...
...als größere Sicherheit der AKW zu fordern.
Denn 100% sicher ist am AKW nur, daß es radioaktive Strahlen,
produziert und damit einerseits die Leute kaputtmacht und ande-
rerseits früher oder später auch jede Sicherheitsvorkehrung in
strahlenden Schrott verwandelt. Die L e u t e vor den AKW si-
chern, ist das eine! Dazu müßten die Dinger weg. Den
B e t r i e b d e r A K W gegen die ihm innewohnende Zerstö-
rungskraft abzusichern, ist das Gegenteil: Sichere Verstrahlung
von Mensch und Natur. Auch im Normalbetrieb.
...als besseren Strahlenschutz zu verlangen.
Denn umfassenderes Messen der Radioaktivität, breitere und ein-
heitlichere Information, strengere Grenzwerte usw. unterstellen,
daß die AKW dauernd Strahlen und Unfälle produzieren, statt diese
Schadensquelle abzustellen. Sind aber die Strahlen erst einmal
da, räumt kein staatliches Verbot sie weg. Strengere Grenzwerte
machen verseuchte Lebensmittel nicht sauber. Sie schaffen auch
keine sauberen herbei. Sie stellen nur den Konsumenten vor eine
unbrauchbare Alternative: Nichts mehr zu essen oder für ungenieß-
bar erklärte Lebensmittel. Ganz g e n a u zu wissen, wieviel
Dreck man unumgänglicherweise zu sich nimmt - das soll ein Schutz
gegen Radioaktivität sein?
Alle Verbesserungswut beim Strahlenschutz zeigt nur dessen Zynis-
mus. Er verordnet dem Volk lauter Katastrophensondereinsätze und
Kosten, während die AKW politisch ungestört und rentierlich wei-
terlaufen. Das betreiben Zimmermann und sein Bundesstrahlenschüt-
zer Oberhausen konsequent: 'Unbedenklich ist jede Verstrahlung,
die wir beschließen.'
...als die Warnung vor der atomaren Gefahr.
Denn wer kennt die denn nicht? Und sollte wirklich einer das er-
ste Mal davon erfahren, ist mit der Warnung nichts für seine
richtige Schlußfolgerung getan. Das ist an den vielen Bescheid-
wissern ja zu studieren. Die Warnerei selbst gibt ein Beispiel
für eine sehr brave und untaugliche Schlußfolgerung: Handeln
sollen die Macher, wenn alle anderen nur warnen wollen!
...als für eine bessere Energiepolitik der Nation einzutreten.
Genau das verlangen Politiker, wenn man mit ihnen über die
"Machbarkeit des Ausstiegs aus der Kernenergie" nachdenken soll.
Wer sich darauf einläßt, hat sein Nein zu AKW schon aufgegeben.
Denn er macht sein Nein von dem Nachweis abhängig, allen
"Sachzwangen" bundesdeutscher Energie- und Wirtschaftspolitik ge-
nügen zu können. Das können die Weltmarkt- und NATO-Strategen von
Kohl bis Rau aber wirklich besser. Mit AKW kommt für alle Kapi-
talisten ein Überangebot an Energie auf dem Weltmarkt zustande,
das Niedrigpreise erzwingt. Rüstungsschmieden und Stützpunkte
werden mit Strom und Plutonium versorgt, während die USA beden-
kenlos auch Ölländer wie Libyen bombadieren können. Das können
sie mit AKW. Was wäre eigentlich so schlimm, wenn nicht nur bei
den AKW, sondern auch bei Daimler, Flick und Krauss-Maffei die
"Lichter ausgehen"?
...als zu wählen.
"AKW nein" auf dem Wahlzettel macht ihn doch ungültig! Denn zur
Wahl stehen nur Politiker und nicht, was sie tun und lassen sol-
len. Zum Politiker befähigt allein der Nachweis, die Bundesbürger
ordentlich regieren zu wollen, auch energiepolitisch. Mit noch
mehr AKW wollen es die Christliberalen. Ohne alle unbrauchbaren
und altersschwachen AKW die Sozialdemokraten. Alles andere spielt
in der gemachten Politik laut Verfassung keine Rolle. Und dazu
geben die Wähler ihr Jawort. Ihre Mehrheit entscheidet, wer das
Sagen hat. Danach hat keiner mehr was zu sagen, außer Kohl, Rau
und Co. Siehe Wackersdorf!
...als einen Volksentscheid zu verlangen.
90% wählen doch regelmäßig die Atomparteien. Und da soll man das
eigene Nein zu Atomkraftwerken von den vielen Ja-Sagern abhängig
machen? Verliert der Einspruch gegen den GAU denn an Bedeutung,
bloß weil so viele Leute die Kernenergie aus welchen abenteuerli-
chen Gründen auch immer für "unverzichtbar" halten? Selbst dann,
wenn es eine Mehrheit von Nein-Zetteln in den Pappkartons gäbe -
wer soll dadurch beeindruckt werden? Kohl und Konsorten nennen so
etwas "die Straße", auf die eine demokratisch gewählte Regierung
nicht hören, sondern draufschlagen muß. Warum also mit einem
Volksentscheid die Illusion nähren, irgendwie seien die da oben
doch für die eigenen Anliegen einzuspannen?
...als zum Strom(zahlungs)boykott aufzurufen.
Wenn schon Boykott, warum dann gerade beim Strom? Ausgerechnet
auf die Steckdose kommen Boykotteure doch wohl deswegen, weil sie
eine bescheuerte Ideologie von oben einfach durch ihre Umkehrung
entkräften wollen. Kohl sagt: AKW müssen wegen der Rasierapparate
und Glübbirnen bei "uns" zu Hause sein. Und Stromboykotteure wi-
derlegen diesen Schwindel nicht, sondern drehen ihn einfach um:
U n s e r e t w e g e n muß kein AKW laufen. Wir verzichten auf
AKW-Strom in der Steckdose. Also soll der Staat gefälligst die
AKW abschalten, die doch wegen der Privatversorgung nie gebaut
wurden. Ein Hebel zur Erpressung liegt in einem
Strom(zahlungs)boykott schon gleich nicht vor. Im Ernstfall kop-
pelt der Staat selbst als erstes die kleinen Leute vom Netz ab,
wenn er den Strom vermehrt für Rüstungsunternehmen und ähnliches
braucht. Da wird er wohl nicht sehr beeindruckt sein, wenn sich
Boykotteure in Friedenszeiten daheim freiwillig einen kalten Hin-
tern holen. Und was das Geld angebt: An den Beträgen bricht kein
AKW-Etat zusammen. Einmal abgesehen davon, wielange sie überhaupt
vor dem Zugriff des Gerichtsvollziehers zu schützen gehen.
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