Quelle: Archiv MG - BRD KERNENERGIE ALLGEMEIN - Von der strahlenden Gegenwart
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Münchner Hochschulzeitung Nr. 7, 28.01.1981
VERHÄNGNISVOLLES STAATLICHES SCHWEIGEN
Die Betreiber von Three Mile Island erhoben kürzlich Klage, die
US-Atomaufsichtsbehörde für die durch den Beinahe-GAU entstan-
denen Schäden haftbar zu machen, da schwere "staatliche Versäum-
nisse" das "Unglück" verurascht hätten. So hätten die vor Harris-
burg seitens des Staats und der amerikanischen Atomindustrie jah-
relang unternommenen Anstrengungen, die Atomkraftwerke zur harm-
losesten Sache der Welt zu erklären, letzten Endes bei den Be-
treibern selbst zu dem Irrglauben geführt, daß "Kernkraftwerke
hinreichend sicher sind":
"In einer Klage mit einem Streitwert von 4 Mrd. Dollar argumen-
tiert die General Publik Utilities Corporation (GPU), das Unglück
wäre nicht passiert, wenn der Staat bei der Genehmigung des Wer-
kes vor den Mängeln in der Anlage und den Betriebsgefahren ge-
warnt hätte." (Süddeutsche Zeitung, 13.1.81)
Die ahnungelosen Herren Atomexperten als Opfer der von ihnen mit-
gestalteten staatlichen Sicherheitspropaganda! Der Atomunfall -
die Folge eines saatlicherseits beförderten Irrtums auf seiten
der AKW-Betreiber!
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