Quelle: Archiv MG - BRD KERNENERGIE ALLGEMEIN - Von der strahlenden Gegenwart
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Was angesichts des "Unerträglichen"
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schon wieder e r t r ä g l i c h ist
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Der Kanzler und sein Töpfer hielten es für "gänzlich unerträg-
lich", wenn NUKEM glatt gegen den Atomwaffensperrvertrag versto-
ßen hätte, zugleich warnen sie wieder einmal vor den mindestens
ebenso unerträglichen "Vorverurteilungen". So wird die Zuspitzung
des Skandals in Richtung Pakistan und Libyen schon wieder ein
Fortschritt in Sachen Skandalbewältigung. Was die letzte Woche
noch vermeldete Ungeheuerlichkeit des Herumlagerns giftiger Fäs-
ser betrifft: Deren Strahlung geht schon wieder in Ordnung, wenn
sie bloß nicht in die falschen Hände geraten. Was ist denn schon
ein bißchen Krebs, Genmutation und Vergiftung gegen den ungeheu-
ren Schaden, der der N a t i o n droht. Das i n t e r n a-
t i o n a l e A n s e h e n der BRD könnte leiden, und diese
Sorge hat einem anständigen Bundesbürger noch allemal wichtiger
zu sein als sein bißchen Gesundheit. So sorgt in unserer
Demokratie der jeweils aktuelle Skandal für die Beruhigung über
den vorletzten. Wenn das beim Normalbetrieb anfallende Gift nicht
"entsorgt" werden kann, seine Unschädlichmachung also nie
beabsichtigt war, vielmehr die Ausschlachtung des Strahlenmülls
der Auftrag für NUKEM ist, dann ist mit einer neuen Be-
triebsgenehmigung für ein neues Management die Sache wieder in
Ordnung. "Rückhaltlos" geklärt haben will der Kanzler "das System
der Kontrollen und Zusammenarbeit" in und mit der Atomindustrie.
Wenn also vorschriftsmäßig vergiftet und unter nationaler Regie
aufbereitet wird, dann vertragen sie sich wieder: der Staat und
sein Atomkapital.
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