Quelle: Archiv MG - BRD KERNENERGIE ALLGEMEIN - Von der strahlenden Gegenwart
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Bremer Hochschulzeitung Nr. 30, 04.02.1981
ARBEITSPLATZ AKW
Die Behauptung, Atomkraftwerke seien für die Schaffung neuer Ar-
beitsplätze unentbehrlich, ist jetzt praktisch bewiesen worden.
Dem WESER-KURIER vom 26.1.1981 entnehmen wir folgenden Hinweis
auf ein radikales Arbeitsbeschaffungsprogramm.
"Für Reinigungsarbeiten in den Kernkraftwerken Esenshemm und
Stade benötigen wir für die Zeit Anfang März bis Juli/August 1981
noch
200 männl. Arbeitskräfte
Da für ihre Überprüfung die Arbeitskräfte schon jetzt gemeldet
werden müssen, bitten wir um die Bewerbung einsatzbereiter
Männer, die sich vor Radioaktivität nicht scheuen.
Wir lassen uns Ihr Risiko etwas kosten!
Hoher Verdienst Spesen (Auslösung). und Anwesenheitsprämie. Un-
terbringung in Arbeitstellennähe oder tägl. Transport in Klein-
bussen. Sie haben tägl. Kündigungsmöglichkeit.
Telef. Bewerbungen unter 38 40 33.
Artur Jaffke * Glas- und Gebäudereinigung Utbremer Straße 102 -
2800 Bremen"
Dieser mutige Einsatz für das Recht auf Arbeit und Risiko fand
die spontane Zustimmung des IG Metall-Vorsitzenden Eugen LODERER.
Allerdings räumte Loderer ein, die Fa. Artur Jaffke komme mit ih-
rem Vorstoß um einige Jahre zu spät:
"Die IG Metall kann mit Recht sagen, daß sie als erste große ge-
sellschaftliche Organisation ihre Haltung zur Kernenergie formu-
liert hat. Diese Haltung hat sich mittlerweile auch die Bundesre-
gierung mit dem eingeschränkten "Ja" zur weiteren Kernenergienut-
zung zu eigen gemacht."
Von der Gewerkschaft ÖTV war zu hören, sie wolle auf jeden Fall
den Rechtsschutz für die 200 Kollegen übernehmen.
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