Quelle: Archiv MG - BRD KERNENERGIE ALLGEMEIN - Von der strahlenden Gegenwart
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DA STRAHLT DER PAPPI
Aus den USA ist das Verfahren bekannt, Strafgefangenen, die zu
lebenslanger Haft verurteilt sind, ein Angebot zu machen. Sie
können sich als Versuchskaninchen für Experimente zur Verfügung
stellten. An diesen Leuten werden dann z.B. die Wirkungen von
Atomstrahlen getestet. Falls sie das Experiment überleben, er-
halten sie als Gegenleistung ihre Freiheit zurück.
Lloyd-Arbeiter sind keine Knastbrüder. Und sie nutzen ihre Frei-
heit weidlich aus. Für einige Sonderzulagen reisen sie seit Jah-
ren in den Sommermonaten durch die deutschen Lande von einem AKW
zum anderen und erledigen dort Reparaturarbeiten. Diese Arbeiten
finden sinnigerweise im heißen Bereich der AKWs statt. Der Um-
weltschutz soll schließlich nicht zu kurz kommen. Also werden die
verstrahlten Maschinen und Werkstücke nicht aus dem AKW
rausgeholt - das würde die Umwelt belasten! Stattdessen kommen
die Arbeiter in den verstrahlten Bereich.
Dabei handelt es sich natürlich nicht um eher anrüchige Experi-
mente an gedungenen Menschen und schon gar nicht um besonders
verwerfliche Versuche mit "unschuldigen" Tieren. Nein, hier
bekommen ganz einfach Lohnarbeiter einen Arbeitsplatz geboten. Da
strahlt der Pappi.
Gute und schlechte Menschen
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Da soll es doch glatt Leute geben, die Werftarbeitern Pflicht-
vergessenheit unterstellen und ihnen die Macken der "Queen" in
die Schuhe schieben wollen! Das finden Lloyd-Arbeiter überhaupt
nicht witzig, sondern gemein. Wo sie doch locker auf ihr
Privatleben und ihre Gesundheit scheißen, aber niemals auf ihre
Dienstpflichten! Wenn das auch noch einer kritisieren statt ho-
norieren will, dann hört der Spaß aber auf.
Richtig lustig war es dafür auf dem Fest, mit dem sich die
Werftleitung für den vorbildlichen Arbeitseinsatz auf der Werft
bedankt hat. Einfach rührend, wie die Geschäftsleitung es zu
schätzen weiß, daß die Arbeiter ihr mit viel Knochenarbeit und
ohne eigenen Vorteil die Kassen gefüllt haben! Dankeschön! Da
fühlen sich Werftarbeiter nicht verarscht, sondern ge-
bauchpinselt.
Wir finden, dieses Fest hatte seine Richtigkeit. Wer monatelang
auf der "Queen" den Ochsen für andere gemacht hat, der soll zu
gegebener Zeit auch einen solchen serviert bekommen!
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