Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK INNERE-SICHERHEIT - Vom demokratischen Kontrollwesen
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Wochenschau
ZIMMERMAN, DR. FRIEDRICH,
Minister für Inneres im Kabinett Helmut Kohl hat gegenüber der
Münchner "Abendzeitung" vom 7. Dezember (gestärkt durch "eine
Butterbrezn und ein Weißbier") unmißverständlich klargestellt,
worauf er diesmal seinen Eid geleistet hat: Umweltschutz total.
Mit dem "sauren Regen" wird er liberal umgehen, weil "bis heute
noch nicht geklärt" sei, "wer an (ihm) alles schuld ist". Bei so
einem "Jahrhundertproblem" will der neue Mann nichts überstürzen.
So ist auch klar, daß Zimmermanns Angebot an alle zuständigen Be-
hörden, von der ihm unterstellten famosen GSG-9-Truppe "häufiger
und nicht bloß gegen Terroristen" Gebrauch zu machen, einer Form
des "Umweltschutzes" dient, die der CSU-Mann vorrangig im Auge
hat: Die prophylaktische Erfassung und rechtzeitige Eliminierung
p o l i t i s c h e r Schädlinge. Das hierbei angepeilte
"ökologische Gleichgewicht" ist laut Zimmermann eines von
"Freiheit und Sicherheit", wobei diese dafür sorgen muß, daß jene
"gewährleistet" ist. Dafür schwebt dem alten Schwurakrobaten si-
cherheitshalber eine datenmäßige Erfassung aller Bundesbürger
vor: "Wenn etwa polizeiliche Daten in den Computer eingespeist
werden, dann tue ich dem Bürger damit keinen Tort an; das ist ihm
gewiß völlig gleichgültig." Womit er sicherlich Recht hat: "Der
Bürger Zimmermann wird dafür sorgen, daß der Bürger Meier oder
Bürger Huber davor keine Angst zu haben braucht." Der Staatsmann
Zimmermann baut darauf, daß das deutsche Volk die Beseitigung von
Schädlingen am Volkskörper mit Gefühlen registriert, die von
Gleichgültigkeit bis zur Zufriedenheit abgestuft sind. Zumal,
wenn der zuständige Minister verspricht, dafür zu sorgen, daß
nichts in Sachen Bespitzelung geschieht, "was nach Bespitzelung
aussieht." Flott gesprochen frisch vom Friedrich: "Einen
R i n g tausch von Daten beispielsweise zwischen Finanzamt, Mel-
debehörden, Versorgungsämtern und Verfassungsbehörden w i r d
es nicht geben." Richtig. Was sollte auch das Einwohnermeldeamt
mit Erkenntnissen des Verfassungsschutzes anfangen?
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