Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK HAUSHALT - Steuern erhalten die Herrschaft
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Bremer Hochschulzeitung Nr. 35, 12.05.1981
Wochenschau
IM TEUFELSKREIS DER SCHZWÄNGE
Die Kunst, die Absichten der Politiker als unumgängliche
"Sachzwänge" zu deklarieren, feiert gegenwärtig immer fröhlichere
Urständ: Mehr Rüstung, daher mehr Steuern und weniger Soziales
müssen "leider" sein wegen der "Notwendigkeiten der Bundeswehr",
wegen "der Weltlage", wegen den "Verpflichtungen gegenüber den
Bündnispartnern" usw. usf. Die vorläufig originellste Variante
wurde kürzlich aus Bonn vermeldet: Die nächste Steuererhöhung muß
leider kommen - wegen der letzten Steuererhöhung!
"Leere Kassen drohen die Bundeswehr schachmatt zu setzen... Al-
lein die Erhöhung der Mineralölsteuer zum 1. April kostet die
Bundeswehr rund 40 Millionen Mark... Jetzt drohen deshalb neue
Steuererhöhungen." (Münchner "Abendzeitung" vom 29. April)
Wenn das kein schlagendes Argument ist: Da bittet der Staat
zwecks Kriegsvorbereitung kräftig zur Kasse und muß nebenbei da-
durch an sich selbst einiges zahlen - was ihm natürlich Riesenlö-
cher ins Budget reißt. Genaugenommen sind die Mehreinnahmen also
Verluste, und die muß man ja wieder irgendwie ausgleichen, oder?
Und wenn demnächst
"zur Deckung der Finanzlücken in Apels Etat... notfalls die Steu-
ern für Tabak oder Sekt erhöht werden" müssen,
läßt das sicherlich die Kosten des Regierens (Empfänge, Ar-
beitsessen!) explodieren, weswegen Steuererhöhungen unvermeidlich
sein werden, die wiederum...
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