Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK HAUSHALT - Steuern erhalten die Herrschaft


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       Bremer Hochschulzeitung Nr. 47, 14.12.1981
       
       Wochenschau
       

MIT EINEM KOMPROMISS

soll der Bundesetat 1982 endgültig unter Dach und Fach gebracht worden sein, so die "Süddeutsche Zeitung" vom 9. Dezember. In der Tat hat sich die Koalition mit den Unionsparteien bei allen bun- desratszustimmungspflichtigen Gesetzen auf die verstärkte Schröp- fung derjenigen geeinigt, die für das nationale Programm nicht mehr gebraucht werden. Es zählt zum Prinzip einer Vorkriegswirt- schaft, daß sozialstaatliche "Rücksichten" eiskalt fallen ge- lassen werden, um das Geld in der Hand des Staates zu konzentrieren, der in seiner Ausgabenpolitik andere Schwerpunkte setzt. Früher lief sowas als Kriegsanleihe und führte zu Diskussionen, wo der Zweck der Maßnahme noch vorkam. Heute nennt sich die Operation "Enttabuisierung des sozialen Netzes" und läuft über Kürzungen bei der Sozialhilfe, beim "originären Arbeitslosengeld", im "Krankenhausbereich" und im Wohnungsbau. Den gewinnträchtigsten Angriffen auf den Lebensunterhalt der arbeitenden Klassen, Kindergeldkürzungen und Steuererhöhungen bei Tabak und Branntwein, hat die CDU/CSU ihre Zustimmung versagt, um zu verhindern, daß sie damit "künftig politisch in die Pflicht genommen wird". Ein parteitaktisches Manöver also und keinesfalls nationale Verantwortungslosigkeit, weil diese beiden Gesetze nicht zustimmungspflichtig sind, also vom Bundestag mit "Kanzlermehrheit" durchgesetzt werden können. Die SPD ihrerseits hat ebenfalls nicht ungeschickt taktiert: Die Bundestagsfraktion hat sich solange geigen "massive Eingriffe in den Sozialstaat" gewehrt, bis sie von der Bundesratsmehrheit zum "Kompromiß gezwungen" worden - ist. Mit dem Ergebnis "können" so beide Parteien leben, und die Betroffen müssen damit leben. zurück