Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK HAUSHALT - Steuern erhalten die Herrschaft
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Wochenschau
HAUSHALTSDEBATTE
war in Bonn und wurde stunden- und tagelang via Fernsehen und
Rundfunk in jeden deutschen Haushalt übertragen. Der Informati-
onswert dieser Mammutsendung war gering und hätte sich leicht auf
5 Minuten zusammenkürzen lassen: Die Steuererleichterungen für
1981 sind Steuererhöhungen. Benzin, Schnaps, Mieten - so ziemlich
alles wird teurer. Die Arbeiter müssen mehr für ihre (baldige)
Arbeitslosigkeit zahlen und die Arbeitslosen kriegen weniger...
Kurz und knapp: Der Staat sagt, er spare, und holt sich das Geld
dafür von denen, die wirklich sparen müssen. Darüber herrscht Ei-
nigkeit zwischen allen Parteien. Gestritten wurde zwischen Koali-
tion und Opposition darüber, wer den besten "Mut zum Sparen" vor-
zuweisen hat und ob die Koalition oder die "schwierige wirt-
schaftliche Situation" oder überhaupt niemand Schuld an diesem
Haushalt habe. Also deshalb drei Tage Parlament im Fernsehen, we-
gen der politischen Willensbildung in Sachen:
1. Was sein muß, muß sein.
2. Welche Partei sieht dabei am besten aus?
3. Am Tornado wird nicht gespart.
Leider haben die dummen Sprüche, mit denen verkündet wurde, wel-
che "Notwendigkeiten" der Bürger zu erwarten hat, fast niemanden
zum Abbau von S o z i a l s t a a t s illusionen bewegt.
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