Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute
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Späth und Lafontaine sortieren unsere Ausländer
WER DARF IN DIE BRD?
Für Asylbewerber, denen es gelingt, die BRD-Grenzen zu passieren,
haben deutsche Politiker in den letzten Jahren sichergestellt,
daß sie auch wieder verschwinden. Mehr als 90 Prozent der Flücht-
linge werden nach einiger Zeit wieder abgeschoben. Diesen Zustand
empfindet jetzt der baden-württembergische Minsterpräsdent Späth
als "unanständg und inhuman".
Der Mann muß es ja wissen: Schließlich hat er selbst hauptamtlich
an den Gesetzen mitgearbeitet, die das Leben der Asylanten so
"inhuman" machen. Seine Lösung: Asylsuchende "sollen in Zukunft
schon an der Grenze abgeblockt werden". Sonst drohe nämlich "eine
Entwicklung, die für die Bundesrepublik in einer Katastrophe en-
den müsse".
*
Nicht um eine Katastrophe, sondern um die Erfüllung eines grund-
gesetzlichen Auftrags handelt es sich dagegen bei der Heimführung
der angeblich unter kommunistischer Herrschaft leidenden
"Volksdeutschen", die in Massen entdeckt werden: Die Nachfrage
nach Siebenbürger Sachsen und sonstigen Russen läuft auf Hochtou-
ren.
*
Nun kann selbst ein Freiheitsheld wie Lothar Späth nicht angeben,
was einen Rumänendeutschen der soundsovielsten Generation zu ei-
nem besseren deutschen Untertanen machen soll als einen Tamilen
oder Perser. Das, wofür man als Deutscher h i e r gebraucht
wird, können letztere doch wohl nicht weniger gut: Arbeiten ge-
hen, wenn es sich für einen Arbeitgeber lohnt, Steuern und Mieten
bezahlen, zur Wahl gehen, wenn man dazu aufgefordert wird und
nach einiger Zeit verständliche deutsche Sätze aufsagen - das
soll gewissen Rumänen eher ins Gemüt geschrieben sein als dunkler
gefärbten Landsmannschaften?
*
Was die beiden Figuren so drastisch unterscheidet, warum die
einen unbedingt her müssen und die anderen auf keinen Fall her
dürfen, liegt also gar nicht an ihnen selbst, sondern an einer
politischen Kalkulation mit ihnen: Die einen sind ein original
deutscher und lebendig herumlaufender Rechtsanspruch gegenüber
den östlichen Regierungen, mit denen man drüben Ärger stiften
kann.
Die anderen sind von vornherein das, was die Volksdeutschen im
Prinzip auch sind, wenn sie von Bonn geholt in Freiheit Arbeit
und Wohnung suchen: Überflüssiges Menschennnaterial, wovon es
hier eh schon genug gibt.
*
Wenn Oskar Lafontaine sagt:
"Es ist wichtiger, einem existentiell bedrohten Farbigen Asyl zu
gewähren, als Deutschstämmige der vierten Generation aufzuneh-
men."
so sollte man das besser nicht als Plädoyer für die Aufnahme von
mehr Tamilen oder anderen Zeitgenossen mißverstehen, denen das
Leben von ihrer Herrschaft schwergemacht wird. Denn das die SPD
in Sachen "Eindämmung der Asylantenflut" im Gleichschritt mit der
CDU geht, hat sie reichlich bewiesen. Man muß sich nur mal daran
erinnern, wer festlegt, welche Figuren "existentiell bedroht"
sind. Das sind die deutschen Politiker. Eher schon kann man La-
fontaines "Diskussionsbeitrag" entnehmen, daß er - mindestens so
gut wie Lothar Späth - den Rassismus seines Wahlvolks kennt, das
Rumänen nicht so ohne weiteres für Deutsche hält. Deshalb hat er
den Regienngsparteien "Deutschtümelei" vorgeworfen. Und all denen
ein Alternativangebot unterbreitet, die es sich mit der gerechten
Beantwortung der die nationalen Gemüter bewegende Frage "Wer darf
in die BRD?" nicht zu einfach machen wollen.
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