Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute
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Marxistische Schulzeitung Bremen, 10.12.1981
Wochenschau
PARALLELEN ZU DEN NÜRNBERGER GESETZEN,
mit denen die Nazifaschisten die "Reinerhaltung der deutschen
Art" garantieren wollten, sind rein zufällig und einer Kongruenz
in der Sache geschuldet, wenn "führende Politiker der CDU/CSU"
vorschlagen, eine "Entwicklung (der BRD) zum Vielvölkerstaat"
müsse "mit allen rechtlich und menschlich vertretbaren Mitteln
unterbunden werden." (Frankfurter Rundschau vom 2. Dezember) In
der Begründung argumentieren die Herren Dregger und Spranger al-
lerdings plagiatsgetreu wie der Nürnberger Kommentator und
Adenauers Nischen-Staatssekretär Globke. Da wird der
"Ausländerfeindlichkeit" im Volke dadurch recht gegeben, daß die
Bundesregierung für ihr Anwachsen "verantwortlich" gemacht wird,
ausgerechnet deswegen, weil sie "uns" das Gesocks nicht entschie-
den genug vom Halse schafft. Im einzelnen zielen die CDU-Vor-
schläge auf die Verhinderung der Fortpflanzung unerwünschten Le-
bens ("Der Anwerbestop darf auch für die Familienzusammenführung
nicht umgangen werden"), auf eine Unvereinbarkeitsklausel der De-
mokratie für Ausländer ("Ausländervereinigungen mit politischen
Zielsetzungen müßten verstärkt überwacht, extremistische Gruppen,
die in dem CDU-Papier nicht näher beschrieben werden, verboten
werden") und auf einen Schutz der biologischen Reinheit des
Staatsvolks ("Eine erleichterte Eingliederung von in der Bundes-
republik geborenen und aufgewachsenen Ausländerkindern wird in
dem CDU-Entwurf abgelehnt"). Als Endlösung schlagen die Christde-
mokraten die auch bei den Nazis erwogene "humanere Alternative"
zum Vergasen vor. Damals wollte man die Nicht-Arier auf Madagas-
kar abladen, heute schweben der CDU "Programme" vor, "um die
Rückkehrbereitschaft zu stärken." Mit der Forderung nach
"sofortiger Ausweisung politischer Extremisten" z.B. in die Tür-
kei und nach Pakistan wird jedoch die harte Variante der Lösung
des "Ausländerproblems" zumindest billigend in Kauf genommen.
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