Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute
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WERTER INLÄNDER!
Das hast Du aber gut hingekriegt. Da gehört schon Mut dazu, wo
doch sonst nur Ausländer und andere ungewaschene Chaoten und Fau-
lenzer Wände beschmieren. Recht so: Wenn man vor lauter Asylanten
nicht mehr weiß, wo man hintreten soll, und diese Typen einem das
Wohnen vermiesen, die Häuser- und Vermieterpreise sinken machen,
die Urlaubsgäste verscheuchen, die Umwelt mit Containern ver-
schandeln; wenn man nicht mehr ohne Angst seinen Dackel ausführen
oder kleine Mädchen an die frische Luft lassen kann - dann, ja
dann muß auch der brave Bürger, der sonst wahrlich kein Schmier-
fink ist, Flagge zeigen, damit das so nicht weitergeht.
ASY GO HOME
(Parole, gesichtet im Raum Stuttgart)
Gekonnt auch die kreative und sprachlich völlig richtige Umset-
zung der aus den 50er und 60er Jahren bekannten Parole auf die
drängenden Probleme der Gegenwart. Statt "Ami" "Asy" - Klasse!
Was wir erst nicht verstanden haben, ist, wieso Du zu Deinem Asy-
Slogan nicht auch noch "Ami go home" hingesprüht hast. Irgendwie
sind die doch auch Ausländer und treiben sich - zumal in Schwaben
- erheblich zahlreicher rum als diese Asylanten, die obendrein
nur in der Nähe ihrer Baracken rumstreichen dürfen. Außerdem
weißt Du auch sicher, daß diese Ami-Soldaten besoffen mehr Knei-
pen zerrandaliert; verkokst mehr Deutsche abgestochen, im Psycho-
Kiff mehr Amokschießereien vollbracht, verliebt mehr, kleine und
ältere Mädchen vergewohltätigt haben als alle Asylanten zusammen
in der ganzen Geschichte der Bundesrepublik. Nicht zu vergessen,
daß diese Amis mit ihrem Kaugummi-Export einer Menge vorher gut-
gewachsener deutscher Mädchen und Jungen diese unappetitlichen
vorstehenden Zähne beigebracht haben - ganz abgesehen von dem wi-
derlichen Gekaue.
Wie gesagt, das haben wir erst nicht verstanden, inzwischen wis-
sen wir es aber, warum Du, auf amerikanisch, nur die Asys ange-
pflaumt hast. Das haben Dir die Politiker aus Bonn, Stuttgart und
sonstwo beigebracht. Die haben sich ja nicht eingekriegt mit ih-
rer Anbiederei an die "Freunde aus Amerika" und machen jetzt
schwer einen auf gegen die Asylanten. Und da kriegst Du natürlich
Oberwasser. Da legt Dein Selbstbewußtsein, das bei den Amis, die
Du ja auch nicht magst, schwer kuscht vor den Wünschen der Obrig-
keit, natürlich los: Wenn die so hetzen, da kann ich auch mal
zeigen, was in mir steckt; manchmal muß auch geschmiert und ge-
hetzt werden; so einer bin ich auch nicht, der alles mitmacht!
Nun, uns scheint, daß Du alles mitmachst, was die Dir oben ansa-
gen. Zwar bist Du auf alle Ausländer nicht gut zu sprechen, aber
wenn die oben grünes Licht geben, bist Du gar nicht so und läßt
an der angezeigten Stelle - nur an der - die Sau raus.
Aber denk Dir nichts! Du bist nicht allein. Das stärkt ja be-
kanntlich das Selbstbewußtsein, wenn man sich auf ganz viele an-
dere Nationalisten und Schleimbeutel vor der Herrschaft verlassen
kann, die auch mitbekommen haben, was die Herren in Bonn gerade
wollen. 'Asylanten raus!' wollen sie gegenwärtig. Deshalb plärren
Deine gleichgesinnten Artgenossen aus deutschen Landen ohne Hem-
mungen ins Deutsche Fernsehen:
"Laßt uns endlich in Frieden!"
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Damit meinen sie - ganz in Deinem Sinne nicht die Politiker,
nicht die USA, die uns vorgestern erst zusammen mit der Bundesre-
gierung süße Atomraketen ins Land gestellt haben, weil die im
Vergleich zu den umweltgefährdenden Asylanten nur Friede, Freude,
Eierkuchen bedeuten, sondern 33 Asylanten, von denen sie unbe-
dingt meinen wollen, daß "die" den heimatlich Frieden absolut
stören, Im Vertrauen gesagt: Gehen Dir und Deinen deutschen Ge-
sinnungsgenossen da nicht die Maßstäbe verloren? 33 in Container
eingesperrte, verschüchterte Asylanten stören Euren Frieden, wäh-
rend US-Soldaten und Raketen, während die Aufrüstungsprogramme
der Bundesregierung, während die Attacken Europas und der USA ge-
gen Libyen... Euch in Ruhe lassen und den Frieden sichern? Ihr
müßt ja wohl'ne Meise haben!
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