Quelle: Archiv MG - BRD INNENPOLITIK AUSLAENDER - Von der Sortierung der Leute
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WAS TREIBT FLÜCHTLINGE AUS ALLER WELT NACH DEUTSCHLAND?
Die Antwort will jeder wissen: die D-Mark. Leider weiß kaum je-
mand, w i e r i c h t i g diese Antwort ist. Oder besser:
i n w i e f e r n sie richtig ist.
Tatsache ist nämlich: Die Völkerschaften der ganzen Welt haben es
sehr praktisch mit der D-Mark zu tun, längst bevor irgendein
"Wirtschaftsflüchtling" etwas von der deutschen Währung weiß.
Denn D-Mark-Kapital regiert große Teile des Weltmarkts, für den
die Politiker aller Staaten noch ihre armseligsten Länder aus-
quetschen. Deutsche Banken verdienen mit ihren D-Mark-Krediten an
dem großen Schuldenberg, für dessen Verzinsung der Reichtum der
verschuldeten Nationen draufgeht. D-Mark-Kredite von Banken und
Regierungen haben das Ihre dazu beigetragen, die sozialistischen
Volkswirtschaften in Osteuropa immer mehr auf Devi-
senerwirtschaftung als höchstes Ziel umzustellen, zu zersetzen
und zu ruinieren. D-Mark-Kapitalisten sorgen mit ihrer sagen-
haften Konkurrenzfähigkeit dafür, daß auf dem Weltmarkt, dem in-
zwischen auch ganz Osteuropa restlos unterworfen und angegliedert
ist, keine ausländische Konkurrenz groß wird - es sei denn, sie
selbst nutzen im Ausland billige Löhne und sonstige "Standort-
vorteile" aus.
Rund um den Globus, von Polen bis Hinterindien und wieder zurück,
werden Staaten samt lebendem und totem Inventar auf Gedeih und
Verderb deutschen Geschäftsinteressen unterworfen: Die zuständi-
gen Staatsgewalten gedeihen meist nicht schlecht; die Bevölkerung
vor Ort erweist sich regelmäßig als ziemlich überflüssig fürs Ge-
schäft und als leicht verderbliche Ware - sie hungert immer
gleich, wenn D-Mark-Besitzer keine Verwendung für sie haben, und
verelendet vor sich hin.
In den allermeisten Fällen sorgt dieses Elend gleich mit dafür,
daß die betroffenen Völkerschaften gar keine Chance und keine
Alternative haben - noch nicht einmal die, das Heimatland der D-
Mark zu besuchen, von dem die weltmarktmäßige Benutzung und Rui-
nierung ihrer Heimatländer ausgeht, und nachzuschauen, wo die Er-
träge dieses Geschäfts so bleiben. Es sind nur ein paar Länder,
vor allem "unsere guten Nachbarn" in Osteuropa, wo eine nennens-
werte Anzahl von Leuten die D-Mark überhaupt mal zu Gesicht
kriegt. In diesen Ländern kriegt jeder irgendwie mit, daß die
ganze nationale Wirtschaft sich schon längst gar nicht mehr ums
einheimische Geld, geschweige denn um einen Plan, sondern um
D e v i s e n dreht; vor allem eben um das Weltgeld aus Frank-
furt am Main, die harte D-Mark. Mancher kriegt sogar ein paar von
diesen Lappen in die Finger und steht damit in der kleinen Welt
der fliegenden Händler, Schieber und Schwarzmarktwirtschaftler
vergleichsweise gut da - verglichen nämlich mit den anderen
Hungerleidern in einer ruinierten Volkswirtschaft, die nur noch
für ausländische Kreditgeber und deren inländische Statthalter
funktioniert.
Also macht sich mancher auf, mit guten Hoffnungen, rüber ins ge-
lobte Heimatland der Währung, auf die sowieso alles ankommt. So
ein "Wirtschaftsflüchtling" macht zwar zwei Fehler: Er strengt
sich an, sich in Verhältnissen einzurichten, die ihn zum hilflo-
sen Anhängsel des D-Mark-Weltgeschäfts gemacht haben und ihm auch
gar keine andere Chance bieten; und mit dieser trostlosen An-
strengung liefert er sich der Gnade oder Ungnade deutscher Aus-
länderbehörden aus. Aber eines muß man solchen "Wirtschafts-
flüchtlingen" lassen: Sie tun das, was für j e d e n braven
Bürger h i e r z u l a n d e der alleroberste Lebensgrundsatz
ist: Man sucht sein Heil in Unterwerfung und Anpassung; um so
mehr, je dreckiger es einem dabei geht. Von ordentlichen Deut-
schen, die ihr Leben der D-Mark widmen, weil sie davon abhängen,
unterscheiden diese Zeitgenossen sich wirklich b l o ß durch
ihren Paß.
Mit all ihren kläglichen Berechnungen sind also die "Wirtschafts-
flüchtlinge", die es nach Deutschland zieht, tatsächlich nichts
als P r o d u k t e der D-Mark: ein Abfallprodukt des W e l t-
e r f o l g s d e u t s c h e r G e s c h ä f t e m a c h e-
r e i, die so flotten Reichtum und so massenhafte Armut schafft.
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